Zum Inhalt springen

Neurodiversität, die neurologische Vielfalt

Neurodiversität oder Neurodivergenz ist ein wissenschaftliches Konzept, das neurologische Unterschiede wie Autismus, ADHS oder Dyslexie nicht als Krankheiten, sondern als natürliche Varianten menschlicher Gehirnfunktionen betrachtet. Es ist kein medizinischer Fachbegriff, sondern ein wertungsfreier Ansatz, der neurologische Unterschiede als Teil menschlicher Vielfalt anerkennt. Neurodivergente Menschen können in ihrem Denken, Empfinden und ihrer Wahrnehmung von der gesellschaftlichen Norm abweichen. Dies kann zu Herausforderungen im sozialen Umgang und bei der Verarbeitung von Reizen führen, hat aber auch positive Aspekte wie Kreativität und besondere Detailgenauigkeit. Es ist daher wichtig, die Bedürfnisse neurodivergenter Menschen zu… Weiterlesen »Neurodiversität, die neurologische Vielfalt

Vorsicht vor falschen Lerntipps im Netz: Warum „Gedächtnisakrobatik“ selten im Alltag hilft

Das Internet, insbesondere soziale Medien wie YouTube, TikTok oder Instagram, ist voll von Ratschlägen zum Lernen. Viele davon stammen jedoch von Laien und propagieren Techniken, die für den Schul- oder Studienalltag völlig ungeeignet sind. Oftmals werden uralte Mnemoniken wie die Loci-Technik oder der Gedächtnispalast für das Vokabellernen angepriesen – ein vollkommen unsinniger Ansatz. Auch Methoden, die von Gedächtnisweltmeistern und „Gehirnakrobaten“ in Vorträgen beeindruckend präsentiert werden, finden sich dort als vermeintliche Allheilmittel für das alltägliche Lernen wieder. Doch warum sind diese vermeintlichen „Super-Lerntipps“ für den Großteil der Lernenden kontraproduktiv? Gedächtniskünstler vs.… Weiterlesen »Vorsicht vor falschen Lerntipps im Netz: Warum „Gedächtnisakrobatik“ selten im Alltag hilft

Was ist Schmetterlingspädagogik?

Die Schmetterlingspädagogik ist ein innovatives pädagogisches Konzept, das an der Alemannenschule Wutöschingen entwickelt und maßgeblich von ihrem Schulleiter Stefan Ruppaner geprägt wurde. Sie stellt eine Abkehr von traditionellen, frontalen Unterrichtsstrukturen dar und zielt darauf ab, Freude am Lernen zu fördern und individuelle Lernwege zu ermöglichen. Der Name „Schmetterlingspädagogik“ leitet sich metaphorisch von den zwei „Flügelseiten“ des Konzepts ab: dem selbstorganisierten Lernen (SoL) und dem Lernen durch Erleben (LdE). Das selbstorganisierte Lernen bildet einen Kernpfeiler, bei dem Schülerinnen und Schüler zu Lernpartnern werden und aktiv ihren Lernprozess gestalten. Dies beinhaltet die… Weiterlesen »Was ist Schmetterlingspädagogik?

Fehlerkultur in der Schule

Fehler sind ein fester und wichtiger Bestandteil des schulischen Lernens, auch wenn sie bei Lernenden oft negative Emotionen auslösen. Wie diese Fehler wahrgenommen werden – als Lernchance oder als negatives Erlebnis – hängt stark von der sogenannten Fehlerkultur im Lernumfeld ab. Eine positive Fehlerkultur zeichnet sich durch ein Klima der emotionalen Sicherheit und der Wahrnehmung von Fehlern als Lernmöglichkeiten aus. Eine Studie untersuchte, wie Fehlerkultur in Schulklassen praktiziert wird und welche emotionalen Auswirkungen sie hat, da negative Erfahrungen mit Fehlern deren konstruktive Nutzung behindern. Es zeigte sich, dass Fehler „negatives… Weiterlesen »Fehlerkultur in der Schule

Wahrgenommene Unterrichtsqualität beeinflusst Mitbestimmungserleben von Grundschulkindern

Die Mitbestimmung von Kindern in schulischen Kontexten gilt als zentrales Element einer demokratischen Bildung und ist zugleich ein Kernelement der Kinderrechte. Dennoch zeigen aktuelle Studien, dass Kinder im Schulalltag nur begrenzte Möglichkeiten zur Mitgestaltung wahrnehmen – vor allem in organisatorischen, weniger in unterrichtlichen Belangen. Die Rolle der wahrgenommenen Unterrichtsqualität in diesem Zusammenhang ist bislang kaum untersucht worden. Eine neue Studie von Gerbeshi (2025) liefert nun empirische Befunde zur Relevanz eines unterstützenden Klimas und des Klassenmanagements für das Mitbestimmungserleben von Drittklässler:innen. In der Untersuchung wurden 472 Schülerinnen und Schüler aus 28… Weiterlesen »Wahrgenommene Unterrichtsqualität beeinflusst Mitbestimmungserleben von Grundschulkindern

Lerntypen, Lernstile – Was ist dran?

Die weit verbreitete Vorstellung, dass jeder Mensch einem bestimmten Lerntyp angehört – etwa visuell, auditiv, haptisch oder verbal – wirkt auf den ersten Blick einleuchtend. Viele glauben, dass sie effektiver lernen können, wenn sie ihre bevorzugte Sinnesmodalität kennen und nutzen. Genau das versprechen unzählige Lerntypentests, Ratgeber und Onlinebeiträge: Wer seinen Lerntyp kennt, soll angeblich leichter, schneller und nachhaltiger lernen. Doch diese Vorstellung ist ein Mythos – es gibt keine wissenschaftlich belastbaren Belege dafür, dass typengerechtes Lernen tatsächlich funktioniert. Die Einteilung in Lerntypen existiert zwar schon seit den 1970er-Jahren, insbesondere das… Weiterlesen »Lerntypen, Lernstile – Was ist dran?

Schulpflicht in Österreich

Die Schulpflicht in Österreich hat ihre Wurzeln in der Aufklärung und wurde im Jahr 1774 unter Maria Theresia eingeführt. Damals erließ sie die Allgemeine Schulordnung, die erstmals eine sechsjährige Schulpflicht für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren vorsah. Einer der Auslöser für die Einführung der allgemeinen (Schul-)Unterrichtspflicht in Österreich war die Niederlage in mehreren Kriegen gegen Preußen, das deutlich moderner organisiert war. Um mit Preußen gleich zu ziehen, sollte nun auch die Habsburger-Monarchie zu einem modernen Staat umgebaut werden. Ziel war es, der Bevölkerung grundlegende Kenntnisse in Lesen, Schreiben und… Weiterlesen »Schulpflicht in Österreich

Selbstregulation als zentrales Bildungsziel

In einer Zeit, in der Schulen zunehmend auf Zwang und Kontrolle verzichten und stattdessen auf Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Lernenden setzen, gewinnt die Fähigkeit zur Selbstregulation an zentraler Bedeutung. Freies Lernen ist daher kein Selbstläufer, sondern musssystematisch eingeübt werden . Der Erfolg freier Lernsettings hängt entscheidend davon ab, ob Schülerinnen und Schülern über die kognitiven, emotionalen, motivationalen und sozialen Kompetenzen verfügen, um ihre Lernprozesse eigenständig zu gestalten. Diese Fähigkeiten – wie Affektkontrolle, Selbstmotivation, Durchhaltevermögen oder soziale Konfliktfähigkeit – entstehen nicht von selbst, sondern müssen gezielt und über längere Zeiträume hinweg aufgebaut… Weiterlesen »Selbstregulation als zentrales Bildungsziel

Schulbauten als Lernraum und Lebensraum

Schule ist noch immer ein mehr oder minder geschlossener Raum, der von der realen Lebenswelt isoliert wird, sodass sich Schule als pädagogischer Machtraum darstellt. Das bedeutet, dass entweder die Kinder und Jugendlichen zu einer Weltflucht gezwungen oder im regelpädagogischen Sinn kaserniert werden sollen. In diesen Raumentwürfen wird an der Einschließung von Kindern und Jugendlichen im schulischen Raum und damit an der bestehenden Schulpflicht festgehalten. Die Beibehaltung der Schulpflicht ist entweder Schutz der Kinder und Jugendlichen vor den Einflüssen der modernen Kultur im außerschulischen Raum oder eben ein Schutz der Gesellschaft… Weiterlesen »Schulbauten als Lernraum und Lebensraum

Wo findet man wissenschaftlich fundierte Lerntipps?

Die von uns entwickelten Lerntipps basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und bieten eine Vielzahl an grundlegenden Aspekten, die für den Erwerb von Wissen und Kompetenzen relevant sind. Grundlegende Lerntipps, die die Basis eines jeden Lernens bilden. Lerntipps zum individuellen Lernen: Wie lernt das Gehirn freudig und gern? Lerntipps zum kollektiven Lernen, also zum Lernen in der Gruppe oder im Team. Lerntipps zum organisationalen Lernen, d. h., wie lernt eine Organisation, eine Schule, eine Universität, ein Unternehmen oder ein Verein. Im Gegensatz zu Falschnachrichten und falschen Wissenschaftsbehauptungen, wie sie in sozialen Medien… Weiterlesen »Wo findet man wissenschaftlich fundierte Lerntipps?

Wie Studierende ihre Teilnahme in synchron-hybriden Hochschulformaten gestalten sollten

Mit der zunehmenden Digitalisierung und der Einführung synchron-hybrider Lehr-Lern-Settings, bei denen die Teilnahme sowohl in Präsenz als auch online möglich ist, stehen Hochschulen vor der Herausforderung, flexible und gleichzeitig lernförderliche Bedingungen zu schaffen. Die Entscheidung von Studierenden, ob sie eine Lehrveranstaltung online oder vor Ort besuchen, ist ein komplexer und stark individualisierter Prozess. Solche synchron-hybride Formate entstanden zunächst als Reaktion auf die pandemiebedingten Einschränkungen des Lehrbetriebs und haben sich seither zu einer dauerhaften Ergänzung der Hochschullehre entwickelt. Sie ermöglichen Studierenden die freie Wahl zwischen Online- und Präsenzteilnahme und gelten als… Weiterlesen »Wie Studierende ihre Teilnahme in synchron-hybriden Hochschulformaten gestalten sollten

Wie kann man effektiv lernen?

Die Effektivität des Lernprozesses wird maßgeblich durch die Aufnahmefähigkeit des Individuums bestimmt. Die Verarbeitungskapazität des Menschen ist begrenzt. Wenn die Konzentration nachlässt, das Zuhören nicht mehr adäquat erfolgt oder Inhalte nur noch oberflächlich wahrgenommen werden, ist es angezeigt, eine Pause einzulegen. Es ist wenig zielführend, sich durch den Stoff zu quälen, wenn die geistige Aufnahmebereitschaft fehlt. Aus diesem Grund ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Studierenden ihre eigenen geistigen Signale erkennen und nur dann lernen, wenn sie sich in einem Zustand konzentrierter Aufmerksamkeit befinden. Pausen sind nicht nur erlaubt,… Weiterlesen »Wie kann man effektiv lernen?