Zählen ist nicht Rechnen

14. Februar 2019 – 23:05

auch wenn es am Anfang für Kinder in Ordnung ist, die Finger beim Zählen zu nutzen. Doch das muss spätestens in der zweiten Grundschulklasse Vergangenheit sein, denn die Zahlenwerte werden größer und so viele Finger haben wir nicht. Sicherlich kann man auch über das Sehen, also das Betrachten der Finger, am Anfang eine Hilfe erhalten, aber man muss lernen, zu abstrahieren. Kinder entwickeln dann eigene Strategien, wenn sie nicht mehr weiter wissen und keine Ahnung haben, wie sie eine Rechenaufgabe lösen können, wobei diese Strategien nicht unbedingt richtig sind.

Neben Konzentration braucht man für Mathematik unbedingt Orientierung, Vorstellung und Abstraktion, wobei das in der Regel bereits im Kindergartenalter eingeübt wird. So ist etwa das Rechts-Links-Verstehen sehr wichtig, das sich zunächst auf den eigenen Körper bezieht, später dann auf das Gegenüber. Es ist einem Kind nicht in die Wiege gelegt und auch nicht genetisch vererbt, dass es verstehen muss, dass sein linker Arm im Gegenüber der Mutter rechts ist.

Wenn Kinder auswendig lernen funktioniert das am Anfang gut, denn natürlich kann man das Einmaleins lernen und am Anfang muss es gar nicht auffallen, dass ein Kind eigentlich das Rechenprinzip gar nicht verstanden hat, weil es in der Regel durch Auswendiglernen oft zum richtigen Ergebnis kommt. Doch wenn die Aufgaben komplexer werden, dann geht das irgendwann nicht mehr und weil dann die Grundlagen fehlen, kommt das Kind nicht mehr nach.

Übrigens: Wenn eine Lernstörung vorliegt, bringt Nachhilfe wenig, denn diese hilft nur bei Themen, die nicht verstanden worden sind, doch wenn Nachhilfe von der Grundschule bis zum Abitur durchgängig notwendig ist, dann liegen die Probleme in der Regel in einem anderen Bereich.



Wenn Kinder lügen

25. Januar 2019 – 09:35

Kinder lügen,

  • um sich Vorteile zu verschaffen
  • aus Angst vor Strafe
  • um Verbote zu umgehen
  • um Anzugeben oder Anerkennung zu bekommen
  • um eine Unsicherheit oder Missgeschicke zu überspielen
  • um Konflikten oder unschönen Situationen zu entgehen
  • um andere zu schonen
  • weil sie im Kindergartenalter Fantasie und Realität noch vermengen

Wenn Kinder lügen, ist das aus kognitiver Perspektive auch ein gutes Zeichen, denn lügende Kinder sind auch ein Zeichen bezüglich ihrer kognitiven Reife, denn um lügen zu können, braucht ein Kind verschiedene geistige Fähigkeiten: Es muss wahr von unwahr unterscheiden können, was Kinder meist im Vorschulalter lernen, sie müssen die Fähigkeit haben, eine Situation überblicken zu können und auch sich in andere Menschen hineinversetzen und begreifen, was dieser weiß und was nicht. Vor allem Kinder mit jüngeren Geschwistern sind deshalb sehr geschickt im Verschleiern der Wahrheit, da diese durch den täglichen Umgang mit ihren Geschwistern die Grundvoraussetzungen für gute Lügen und perfekte Manipulation erproben können und so besser lernen.

Für die Erziehenden ist es aber wichtig, auf kindliche Lügen zu reagieren und deutlich Werte und Grenzen aufzuzeigen, denn einem Kind muss klar sein, dass Lügen Folgen hat. Dabei sollte man Sanktionen niemals im Affekt auszusprechen, auch wenn die Konsequenz dem Anlassfall angemessen und zeitnah folgen sollte. Mit überzogenen Konsequenzen verstärkt man die Angst vor der Bestrafung, d. h., man sollte ein Kind eher dafür belohnen, wenn es mit der Wahrheit herausrückt. Erwachsene haben beim Lügen auch eine wichtige Vorbildfunktion, d. h., man sollte Kindern in keinem Fall vorleben, dass auch sie es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

Siehe dazu Der richtige Umgang mit Lügen von Kindern.

Literatur

Stangl, W. (2014). Der richtige Umgang Lügen von Kindern. Aus den Tipps für Eltern!
WWW: http://eltern.lerntipp.at/Eltern-Kinder-Luegen.shtml (2014-01-25)
https://rp-online.de/leben/gesundheit/psychologie/warum-kinderluegen-ein-gutes-zeichen-sind_aid-34745491 (19.01-24)



Lernstrategien im Studium

8. Januar 2019 – 09:06

Man kann drei Lernstrategien im Studium unterscheiden:

Kognitiven Lernstategien: Das sind solche Lernaktivitäten, die der unmittelbaren Informationsaufnahme, verarbeitung und speicherung dienen. Welche konkreten Lernaktivitäten werden von Studierenden genutzt, um sich die neuen Informationen einzuprägen? Welche Lernaktivitäten werden genutzt, um zu einem tieferen Verständnis des Gelernten zu kommen?
Hier lassen sich die vier Bereiche “Organisieren”, “Elaborieren”, “Kritisches Prüfen” und “Einprägen durch Wiederholen” unterscheiden.

Metakognitiven Lernstrategien haben die Funktion, eine interne Erfolgskontrolle der eigenen Lern schritte zu gewährleisten. Die Lernenden übernehmen durch den Einsatz metakognitiver Lernstrategien Kontrollaufgaben, die traditionell oft Unterrichtenden zugeschrieben bzw. von ihnen übernommen werden. Metakognitive Lernstrategien können (a) auf die Planung von Lernschritten, (b) die Prüfung des erreichten Lernfortschrittes anhand der formulierten Lernziele durch aktive Selbstüberwachungstätigkeiten (“self-monitoring”), oder (c) die flexible Ausrichtung des eigenen Lernverhaltens am Ergebnis dieser Vergleiche ausgerichtet sein. Alle drei Komponenten metakognitiver Lernstrategien bilden im Idealfall einen fein aufeinander abgestimmten Regelkreis, der Studierende in die Lage versetzt, den eigenen Lernprozeß ohne externe Hilfe oder gar Kontrolle zu optimieren. Kognitive und metakognitive Strategien kann man auch unter dem Begriff “Primärstrategien” zusammenfassen.

Ressourcenbezogenen Lernstrategien: Das “eigentliche” Lernen kann jedoch nur dann optimal stattfinden, wenn Studierende die für das Lernen notwendigen inneren und äußeren Ressourcen hinreichend aktivieren können. Der Bereich der als ressourcenbezogene Strategien (bzw. Sekundärstrategien) bezeichneten Aktivitäten kann prinzipiell sehr weit gefaßt werden, beinhaltet aber vor allem Maßnahmen, die sich auf die eigene Anstrengung, Aufmerksamkeit und investierte Zeit sowie auf die Gestaltung des Arbeitsplatzes, die Zusammenarbeit mit Studienkollegen/-innen und die Nutzung von Informationsmaterialien beziehen.

Literatur

Wild, K. – P., & Klein-Allermann, E. (1995). Nicht alle lernen auf die gleiche Weise. Individuelle Lernstrategien und Hochschulunterricht. In B. Behrendt (Ed.), Handbuch Hochschullehre. Bonn: Raabe Verlag.



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