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Neuro-Sandwich als didaktisches Konzept

Das Konzept des Neuro-Sandwichs beschreibt in der angewandten Psychologie, der Neurodidaktik und dem Neuro-Leadership eine spezifische Methode der Informationsvermittlung, die darauf abzielt, Botschaften so zu strukturieren, dass sie die biologischen Filterprozesse des menschlichen Gehirns optimal passieren. Das Modell basiert auf der neurobiologischen Erkenntnis, dass das limbische System – insbesondere die Amygdala – als eine Art „psychologischer Türsteher“ fungiert, der eintreffende Reize innerhalb von Millisekunden auf ihre Bedrohlichkeit prüft. Wird eine Information als rein negativ, abstrakt-überfordernd oder sozial bedrohlich eingestuft, schaltet das Gehirn in einen Stresszustand, der die Kapazität des präfrontalen… Weiterlesen »Neuro-Sandwich als didaktisches Konzept

Was versteht man unter dem Primat der Pädagogik?

Der Begriff „Primat der Pädagogik“ beschreibt einen zentralen bildungstheoretischen und bildungspolitischen Grundsatz, nach dem pädagogische Überlegungen, Ziele und Werte stets den Vorrang vor außerpädagogischen Logiken – etwa ökonomischen, politischen, technologischen oder administrativen Interessen – haben sollten. Er wurzelt tief in der Tradition der geisteswissenschaftlichen Pädagogik und der kritischen Erziehungswissenschaft und postuliert, dass Bildung kein bloßes Instrument zur Erreichung externer Zwecke sein darf, sondern einen Eigenwert besitzt, der sich aus der Entfaltung der Individualität und der Mündigkeit des Subjekts speist. In einer Gesellschaft, die zunehmend von Effizienzsteigerung und Verwertbarkeit geprägt ist,… Weiterlesen »Was versteht man unter dem Primat der Pädagogik?

Zahlen merken mit Bildern und Geschichten

Effektive Mnemotechniken für PINs und Telefonnummern Das Bezahlen mit Karte ist schnell und bequem – zumindest so lange, bis man an der Kasse steht und sich plötzlich nicht mehr an die PIN erinnern kann. Aus Sicherheitsgründen sollte man die Geheimzahl weder aufschreiben noch im Smartphone speichern. Stattdessen empfehlen Gedächtnisexperten, auf mentale Merktechniken zurückzugreifen, die Zahlen dauerhaft im Gedächtnis verankern. Zahlen in Bilder übersetzen Eine besonders wirksame Methode besteht darin, Zahlen nicht abstrakt zu speichern, sondern sie in bildhafte Vorstellungen zu übersetzen. Dabei werden Ziffern durch Objekte ersetzt, denen sie in… Weiterlesen »Zahlen merken mit Bildern und Geschichten

Lernen neu gedacht – Strategische Methoden und KI als Schlüssel zum Bildungserfolg

Lernen sollte im digitalen Zeitalter nicht länger als bloße Willensanstrengung missverstanden werden, sondern als ein systematischer Prozess, der auf klaren biologischen und technischen Prinzipien beruht. Ein zentrales Hindernis für den Lernerfolg ist Stress: Wenn das Gehirn unter dem Einfluss von Kortisol steht, wird der präfrontale Kortex blockiert, was die Aufnahme von Informationen faktisch unmöglich macht. Hier hilft der sogenannte „Gehirn-TÜV“ in Form von Box-Breathing, einer Atemtechnik der Navy Seals, die das Nervensystem innerhalb weniger Minuten beruhigt und das Arbeitsgedächtnis wieder empfänglich macht. Ist die biologische Basis geschaffen, entscheidet die richtige… Weiterlesen »Lernen neu gedacht – Strategische Methoden und KI als Schlüssel zum Bildungserfolg

Die schriftliche Division sollte nicht in der Grundschule unterrichtet werden

Es gibt zahlreiche sehr gute didaktische und entwicklungspsychologische Gründe, warum die schriftliche Division in der Grundschule (wenn überhaupt) erst sehr spät oder oft gar nicht unterrichtet wird, sondern erst in der Sekundarstufe systematisch eingeführt wird. Das ist keine Willkür. 1. Die schriftliche Division ist kognitiv sehr komplex Im Vergleich zu Addition, Subtraktion und sogar Multiplikation ist die schriftliche Division ein Mehrschrittverfahren, bei dem Kinder mehrere Denkprozesse gleichzeitig koordinieren müssen: Stellenwertverständnis (Zehner, Hunderter …) Abschätzen („Wie oft passt…?“) Multiplikation und Subtraktion im selben Schritt Restverständnis Rückbezug auf vorherige Zwischenergebnisse 👉 Für… Weiterlesen »Die schriftliche Division sollte nicht in der Grundschule unterrichtet werden

Die Pubertät als Chance im schulischen Kontext

Die Phase der Pubertät stellt für das Bildungssystem eine besondere Herausforderung dar, da sie durch eine tiefgreifende Reorganisation der jugendlichen Persönlichkeit geprägt ist. In diesem Lebensabschnitt durchlaufen Lernende einen massiven Umbruch, der Körper, Gehirn und Psyche gleichermaßen betrifft und häufig zu einer vorübergehenden Orientierungslosigkeit führt, da kindliche Sicherheiten zugunsten einer angestrebten Autonomie aufgegeben werden. Ein zentrales Merkmal dieser Entwicklung ist die Herausbildung der Fähigkeit zum formal-abstrakten Denken und zur Selbstreflexion, wobei diese kognitive Reifung zwar enorme pädagogische Chancen bietet, jedoch oft mit einer noch instabilen emotionalen Steuerung und einer geringen… Weiterlesen »Die Pubertät als Chance im schulischen Kontext

Was leistet die Lernpsychologie für die Pädagogik?

Die Lernpsychologie liefert zentrale theoretische Grundlagen zur Analyse, Erklärung und Gestaltung von Lernprozessen (Edelmann & Wittmann, 2019). Für Praxisanleitende und Lehrende ergibt sich daraus die Aufgabe, Lernende unter Berücksichtigung ihrer individuellen Voraussetzungen, Vorerfahrungen und Kompetenzstände zu begleiten. Eine solche lernprozessbegleitende Diagnostik ermöglicht es, Lernangebote adaptiv zu planen und an den jeweiligen Entwicklungsstand anzupassen (Helmke, 2022). Lernumgebungen sollten so gestaltet sein, dass sie Motivation, Selbstwirksamkeit und aktive Beteiligung der Lernenden fördern. Forschungsergebnisse zeigen, dass insbesondere die wahrgenommene Selbstwirksamkeit einen bedeutsamen Einfluss auf Lernbereitschaft, Ausdauer und Leistung hat (Bandura, 1997). Lernprozesse verlaufen… Weiterlesen »Was leistet die Lernpsychologie für die Pädagogik?

Selbstregulation als Leitprinzip des Unterrichts

Selbstregulation gilt in einer von digitalen Ablenkungen geprägten Lernumwelt als Schlüsselkompetenz, da sie Lernende befähigt, ihr Vorgehen beim Lernen eigenständig zu planen, umzusetzen und zu reflektieren. Viele Schulen versuchen zwar, diese Fähigkeit zu fördern, greifen aber oft auf isolierte Maßnahmen zurück, die von der Forschung als wenig nachhaltig bewertet werden (Wild & Möller, 2020). Zentrale Empfehlungen von Expertinnen und Experten unterstreichen, dass Selbstregulation systematisch und über Fächer hinweg im Unterricht verankert sein muss, damit Lernende Strategien nicht nur kennenlernen, sondern auch anwenden und verinnerlichen. Die Fähigkeit, das eigene Lernen bewusst… Weiterlesen »Selbstregulation als Leitprinzip des Unterrichts

Die Rotter-Methode in der Theaterpädagogik

In der Theaterpädagogik bezeichnet die „Rotter-Methode“ einen spezifischen theaterpädagogischen Ansatz, der von der österreichischen Theaterpädagogin und Regisseurin Sylvia Rotter im Rahmen des *Wiener Kindertheaters* entwickelt wurde. Diese Methode verbindet theaterspielerische Elemente mit pädagogischen und entwicklungsorientierten Zielsetzungen, indem sie professionelles Theaterspiel mit Lern- und Entwicklungsprozessen von Kindern und Jugendlichen verknüpft. Sie geht damit über rein ästhetische oder künstlerische Theaterarbeit hinaus und nutzt das Theaterspiel als Mittel für ganzheitliches Lernen, Persönlichkeitsentwicklung, Sozialkompetenz und Lebenskompetenzen. Die Rotter-Methode wird vor allem im schulischen Kontext und in außerschulischen Bildungsprojekten eingesetzt, wo Kinder in Gruppen von… Weiterlesen »Die Rotter-Methode in der Theaterpädagogik

Warum Eltern nicht immer wie ihre eigenen Eltern erziehen

Elternschaft verläuft seltener nach dem Muster der eigenen Kindheit, als viele befürchten, denn eine umfangreiche Analyse von Daten aus mehr als 12.000 Familien zeigte, dass der Erziehungsstil nur schwach von dem geprägt wird, was Mütter und Väter selbst erlebt haben. Zwar können fehlende Zuwendung oder negative Erfahrungen Schwierigkeiten in der eigenen Erziehung begünstigen, doch sie legen das Verhalten keineswegs fest. d. h., viele Eltern handeln bewusst anders. Die Studie untersuchte vier Bereiche der Erziehung: Liebe und Akzeptanz, Förderung von Eigenständigkeit, das Setzen von Strukturen und den Umgang mit Fehlverhalten. Über… Weiterlesen »Warum Eltern nicht immer wie ihre eigenen Eltern erziehen

Wenn Lernen steckenbleibt

Viele Eltern berichten, dass ihr Kind trotz guter Fähigkeiten einfach keinen „Zugang“ zum Lernen findet. Sie sehen, wie es sich anstrengt – und trotzdem bleibt wenig hängen. Das sorgt schnell für Frust, bei Kindern wie Erwachsenen. Wichtig ist: Das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Manchmal scheitern auch die besten Lerntechniken und das Wissen findet einfach keinen Weg in den Kopf des Kindes. Dabei ist das keine Frage der Intelligenz. Betroffene Kinder scheinen nur irgendwie blockiert zu sein, wenn es ans Lernen geht. So oder so ähnlich berichten es mir… Weiterlesen »Wenn Lernen steckenbleibt

Warum zu viel Unterstützung bei Hausaufgaben den Kindern eher schadet

Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch 😉  In sozialen Medien wird darüber diskutiert, ob Eltern die Hausaufgaben ihrer Kinder korrigieren sollten. Während einige der Meinung sind, Fehler auszubessern und Inhalte zu erklären, betonen andere, dass Lehrerinnen und LehrernLehrerinnen und Lehrern den tatsächlichen Lernstand nur erkennen können, wenn Kinder ihre Aufgaben eigenständig erledigen. Expertinnen und Experten weisen darauf hin, dass Hausaufgaben der Übung dienen und so gestellt sein sollten, dass sie ohne fremde Hilfe lösbar sind. Zu viel elterliche Einmischung kann die Leistungsentwicklung sogar verschlechtern, Konflikte verstärken und verhindern, dass Lehrkräfte nachvollziehen können, was… Weiterlesen »Warum zu viel Unterstützung bei Hausaufgaben den Kindern eher schadet