Motivationsschwankungen innerhalb von Vorlesungen


Motivation ist bekanntlich ein zentraler Faktor für Lernen und für Leistung, doch haben bisherige Studien in erster Linie erfasst, wie motiviert Menschen generell sind und was sie antreibt, doch es wurde bisher allerdings nicht untersucht, wie es innerhalb einer bestimmten, zeitlich begrenzten Lernsituation, etwa innerhalb einer Vorlesung oder Unterrichtsstunde, um die Motivation bestellt ist. Dietrich et al. (2017) haben daher die Motivation von Studierenden der Uni Jena dreimal innerhalb von eineinhalbstündigen Vorlesungen abgefragt und erhebliche Schwankungen bei jedem Einzelnen festgestellt. Lehramtsstudierende mussten ein Semester lang dreimal innerhalb der Vorlesungen über ihr Smartphone oder auf Papier Fragen beantworten, die immer gleich waren, etwa wie kompetent sie sich in dem Augenblick fühlen, ob sie die Sachverhalte verstehen, ob sie diese als anstrengend empfinden und ob sie Spaß an den Lehrinhalten haben und diese für nützlich halten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Motivation in den 90 Minuten weit stärker schwankt, als bisher angenommen. So hat jeder einzelne Teilnehmer in der Vorlesung Phasen hoher Motivation und starker Demotivation erlebt, und zwar zeitlich unabhängig von den anderen Studierenden. Dabei fand man keine systematischen Trends wie bestimmte Materialien oder Themen, bei denen die Motivation bei allen gestiegen oder gesunken ist, d. h., die Ursachen für die Schwankungen blieben ungeklärt. Für Lehrende bedeutet das, dass sie Studierende jederzeit verlieren können, wenn sie im Hörsaal vor ihnen stehen, aber sie können sie auch zurückholen.

Literatur

Dietrich, Julia, Viljaranta, Jaana, Moeller, Julia & Kracke, Bärbel (2017). Situational expectancies and task values: Associations with students’ effort. Learning and Instruction, 47, 53-64.



39 Lerntipps


1. Lerne auf mehreren Lernwegen
2. Wiederhole in regelmäßigen Abständen
3. Fertige dir Zeichnungen an
4. Lasse dir kleine Übungsdiktate diktieren
5. Übe frühzeitig für die Tests
6. Schalte beim Lernen Radio, Walkman und Fernseher aus
7. Plane deine Lernzeit (mit Terminkalender)
8. Schwierige Vokabel auf Kärtchen
9. Lerne ähnliche Fächer nicht hintereinander (z.B.: Englisch und Französisch)
10. Mache regelmäßig deine Hausaufgaben
11. Lies wichtige Informationen und Fragen laut
12. Verschiebe dringende Arbeiten nicht auf morgen
13. Beachte stets genau die Aufgabenstellung
14.  Fasse wichtigen Lernstoff schriftlich zusammen
15. Übe den Lernstoff mit Hilfe kleiner Fragekärtchen
16. Schaue dir deine Fehler genau an
17.  Denke dir zu schwierigen Daten Eselsbrücken aus
18. Gestalte dein Heft ordentlich und übersichtlich
19. Belohne dich nach getaner Arbeit.
20. Nütze und benütze Arbeitsmittel wie Lineal und Textmarker
21. Scheue dich nicht deinen Lehrer zu fragen
22.  Entlaste dein Gedächtnis durch eine gute Pinwand
23. Teile dir deine Hausaufgaben in kleine Portionen auf
24. Arbeite aktiv und konzentriert im Unterricht mit
25. Lasse dich durch Misserfolge nicht entmutigen
26. Sprich mit anderen Menschen über deine Lernprobleme
27. Mache gelegentlich mal eine Pause
28. Markiere und unterstreiche Wichtiges
29. Gestalte deinen Arbeitsplatz übersichtlich
30. Mache dir zur Übung einen Schwindelzettel  –   Schwindelzeichnung
31. Wiederhole und übe mit einem Lernpartner
32. Sorge für Abwechslung bei Hausaufgaben
33. Mache dir einen Tagesplan und einen Wochenplan
34. Schreibe dir Ideen auf kleine Notizzettel
35. Halte dir zum Lernstoff kleine Vorträge
36. Traue dir etwas zu und glaube an deinen Erfolg
37. Stelle dir selbst einen Übungstest zusammen
38. Lasse dich nicht von Freunde und Mitschülern ablenken
39. Schwätze nicht mit deinem Banknachbarn

Quelle: Helene Lindner und Heidemarie Lau: Erfolgreiches Lernen mit System



Elterliches Vorlesen


Jimenez et al. (2019) haben Mütter dazu befragt, wie oft sie ihren 1- bis 3-jährigen Kindern aus Büchern vorlesen. Nach zwei Jahren wurde erhoben, wie oft sich Mütter verbal oder physisch aggressiv gegen ihre Kinder verhalten hatten. Dabei zeigte sich, dass Mütter, die ihren Kindern im ersten Lebensjahr regelmäßig vorgelesen hatten, später einen wesentlich lockereren und auch liebevolleren Umgang mit ihren Kindern pflegten. Auch Müttern die ihren Dreijährigen aus Bücher vorgelesen hatten, waren zwei Jahre später ebenfalls gelassener. Auch waren die Vorlese-Kinder seltener hyperaktiv oder aggressiver, was es Eltern natürlich leichter macht, mit den Kindern entspannter umzugehen. Allerdings lässt sich daraus keine Kausalität ableiten, wie bei solchen korrelativen Studien üblich, allerdings gemeinsam in ein Buch einzutauchen, blendet für einige Zeit den Alltag aus, sodass alleine die körperliche Nähe beim Lesen die Bindung von Eltern und Kindern stärken kann. Studien haben auch gezeigt, dass das gemeinsame Lesen für die kognitiven Kompetenzen der Kinder äußerst förderlich ist, denn Vorlese-Kinder lernen im Durchschnitt schneller lesen und besitzen einen im Vergleich zu anderen Kindern größeren Wortschatz, doch auch für die Konzentrationsfähigkeit sowie die Emotionskontrolle ist das Vorlesen förderlich.

Literatur

Jimenez, Manuel E., Mendelsohn, Alan L., Lin, Yong, Shelton, Patricia & Reichman, Nancy (2019). Early Shared Reading Is Associated with Less Harsh Parenting. Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics, 10.1097/DBP.0000000000000687.



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