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Warum die Stimme der Mutter bei dem einen Ohr hinein und beim anderen hinausgeht

In den Jahren des Heranwachsens erleben Familien oft eine drastische Verschiebung in der alltäglichen Wahrnehmung: Während Worte von Erziehungsberechtigten jahrelang von zentraler Bedeutung waren, scheinen sie mit dem Eintritt in die Phase des Übergangs zum Erwachsenenalter plötzlich kaum noch durchzudringen. Was im Alltag schnell als Desinteresse, Provokation oder reine Trägheit missverstanden wird, hat tiefgreifende biologische Ursachen. Das neuronale System junger Menschen strukturiert sich im Zuge der Reifung grundlegend um. Während vertraute Stimmen im Gehirn bisher das Belohnungssystem dominierten, verlieren sie diese Sonderstellung zugunsten unvertrauter, externer Reize. Aus evolutionsbiologischer Sicht ist… Weiterlesen »Warum die Stimme der Mutter bei dem einen Ohr hinein und beim anderen hinausgeht

Dyskalkulie prägt auch das Denken und das Gehirn

Dyskalkulie, eine der am weitesten verbreiteten Lernstörungen im Kindesalter, betrifft schätzungsweise bis zu zehn Prozent aller Kinder und geht weitaus tiefer als ein reines Unvermögen im Umgang mit Zahlen. Eine aktuelle Untersuchung von Lasnick et al. (2026) verdeutlicht, dass die Schwierigkeiten betroffener Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren keineswegs nur auf mangelnde Rechenfertigkeiten oder unzureichendes Üben zurückzuführen sind. Vielmehr offenbaren sich massive Beeinträchtigungen in grundlegenden kognitiven und metakognitiven Steuerungsprozessen, die den gesamten Problemlösungsprozess beeinflussen. Bei mathematischen Aufgaben greifen Kinder im Regelfall auf drei Strategien zurück: das zählende Rechnen,… Weiterlesen »Dyskalkulie prägt auch das Denken und das Gehirn

Kognitive und neuronale Hintergründe von Dyskalkulie bei Kindern

Die Entwicklungsdyskalukie – umgangssprachlich als Rechenschwäche bekannt – betrifft schätzungsweise sieben bis zehn Prozent aller Kinder und äußert sich in anhaltenden Problemen beim arithmetischen Lösen von Aufgaben. Eine Untersuchung von Oliver H. M. Lasnick, Yunji Park, Percy Mistry und Vinod Menon (2026) hat die zugrundeliegenden kognitiven, metakognitiven und neuronalen Mechanismen dieser Lernstörung bei 68 Kindern im Alter von acht bis zehn Jahren analysiert. Dabei wurde deutlich, dass Dyskalkulie weit über reine Schwierigkeiten beim Rechnen hinausgeht. Für erfolgreiche Arithmetik nutzen Kinder üblicherweise verschiedene Lösungswege, wie das klassische Zählen, das Abrufen von… Weiterlesen »Kognitive und neuronale Hintergründe von Dyskalkulie bei Kindern

Lernen fürs Studium – was sollte ich beachten?

Effektives Lernen im Studium ist kein Talent, sondern zu einem großen Teil eine Frage der richtigen Strategie. Die kognitive und pädagogische Psychologie hat in den letzten Jahrzehnten sehr genau untersucht, welche Bedingungen, Techniken und Denkweisen dazu führen, dass Wissen nicht nur kurzfristig für die nächste Prüfung, sondern nachhaltig im Gedächtnis verankert wird. Im Folgenden werden fünf zentrale Bereiche behandelt: die Gestaltung der Lernumgebung, die Frage nach dem eigenen „Lerntyp“ und der Lernorganisation, der Einstieg ins Lernen, die Wirkung von Intervall-Lernen sowie die Förderung des eigenen Kompetenzerlebens. 1. Wie gestalte ich… Weiterlesen »Lernen fürs Studium – was sollte ich beachten?

Beziehungsaufbau zu Schuljahresbeginn

Der Beginn eines neuen Schuljahres geht für viele Schulkinder mit einer Phase der Verunsicherung einher. Neue Klassenkonstellationen, geänderte Umgebungen und fremde Lehrkräfte erfordern Anpassungsfähigkeit. Dennoch setzt in vielen Bildungseinrichtungen ab der ersten Woche eine lückenlose Leistungsüberprüfung ein. Prüfungen und Vokabeltests bestimmen umgehend den Alltag, noch bevor sich eine vertrauensvolle Dynamik entwickeln kann. Dabei zeigt die Lernpsychologie deutlich, dass ein sicheres Umfeld und verlässliche Zwischenmenschlichkeit die grundlegende Basis für nachhaltigen Wissenserwerb bilden. Wird dieser notwendige Zwischenschritt übersprungen, leidet die Lernbereitschaft. Dieser frühe Leistungsdruck entsteht aus einem vielschichtigen Gefüge. Lehrkräfte stehen unter… Weiterlesen »Beziehungsaufbau zu Schuljahresbeginn

Wie passen emotionale Nähe und elterliche Führung zusammen?

Moderne Erziehungsansätze stellen das Wohlbefinden, die Gefühle und die Selbstbestimmung des Kindes in den Mittelpunkt. Die Absicht, starre Machtstrukturen oder Bestrafungen früherer Generationen zu überwinden, ist ein bedeutsamer Fortschritt im gesellschaftlichen Miteinander. Gleichzeitig zeigt sich im pädagogischen und medizinischen Alltag immer öfter eine problematische Fehlinterpretation dieser Ansätze: Die Grenzlinie zwischen grundlegenden kindlichen Bedürfnissen und spontanen Impulsen verblasst. Ein zentrales Missverständnis liegt in der Verwechslung von essenziellen emotionalen oder körperlichen Bedürfnissen – wie Sicherheit, Schutz, Schlaf oder Gesundheit – mit situativen Wünschen. Während echte Bedürfnisse die gesundheitliche und seelische Stabilität sichern… Weiterlesen »Wie passen emotionale Nähe und elterliche Führung zusammen?

Wie ein starkes Bündnis zwischen Elternhaus und Schule gelingt

Wenn Familie und Schule Hand in Hand arbeiten, schafft das die beste Grundlage für die persönliche und schulische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Eine gelungene Partnerschaft auf Augenhöhe entsteht jedoch nicht von allein – sie erfordert Offenheit, gegenseitigen Respekt und das Bewusstsein, dass beide Seiten dasselbe Ziel verfolgen: das Wohl des Kindes. Vertrauen und Dialog im Alltag festigen Eine tragfähige Verbindung baut sich am besten in ruhigen Zeiten auf. Wer nicht erst dann das Gespräch sucht, wenn der Baum brennt, legt ein solides Fundament. Der regelmäßige, unaufgeregte Austausch – sei… Weiterlesen »Wie ein starkes Bündnis zwischen Elternhaus und Schule gelingt

Die wichtigsten Fähigkeiten entstehen vor der Einschulung

Die Phase vor dem Schuleintritt gilt in der entwicklungspsychologischen und pädagogischen Forschung unstrittig als ein fundamentales Zeitfenster für die menschliche Entwicklung. In den ersten sechs Lebensjahren werden neurobiologische und sozial-emotionale Fundamente gelegt, auf denen jegliches spätere schulische und lebenslange Lernen aufbaut. Wenn Pädagoginnen und Pädagogen heute in Grundschulklassen blicken, zeigt sich jedoch ein besorgniserregendes Bild: Rund ein Viertel aller Schulanfängerinnen und Schulanfänger weist deutliche Defizite in der sogenannten Schulbereitschaft auf. Dieser Begriff beschreibt längst nicht mehr nur die bloße Fähigkeit, einen Stift zu halten oder Buchstaben zu wiederholen, sondern umfasst… Weiterlesen »Die wichtigsten Fähigkeiten entstehen vor der Einschulung

Schulreife

1. Definition: Der körperl. – geistig-seel. Entwicklungsstand, der ein Kind befähigt, ´den Anforderungen der Grundschule nachzukommen. Die Sch. wird in der Regel durch Schu.untersuchungen und -tests vor der Einschulung festgestellt. Bei der Überprüfung stehen drei Kriterie im Vordergrund: 1.Die körperl. Sch. Liegt dann vor, wenn der allgemeine Entwicklungs- und Gesundheitsstand erwarten lassen, dass der Schulanfänger den körperl. Anstrengungen der Schule gewachsen ist. 2. Die geistige (kognitive) Sch. beinhaltet die Fähigkeit zu gegliederter Wahrnehmung und teilinhaltl. Auffassung, zur Erfassung von Mengen, zum Symbolverständnis und zur willentl. Aufmerksamkeit. 3. Die persönlichkeitsbezogene (emotionale… Weiterlesen »Schulreife

Schulreife, Schulfähigkeit, Schulbereitschaft

An einigen Merkmalen können Eltern erkennen, ob ihr Kind bereit für die Schule ist, wobei man früher von „Schulreife“ sprach, doch heute werden die Begriffe „Schulfähigkeit“ bzw. „Schulbereitschaft“ benutzt, weil einerseits der Teilbegriff „Reife“ die Vorstellung provoziert, mit zunehmendem Alter reife jedes Kind körperlich und kognitiv heran, doch andererseits die Schulfähigkeit oder Schulbereitschaft seit Jahren sehr viel umfassender betrachtet wird. Die Schulfähigkeit oder Schulbereitschaft ergibt sich immer aus vier Kompetenzfeldern: einer emotionalen, motorischen, sozialen und kognitiven Schulfähigkeit, wozu vor allem seelische Stabilität, Belastbarkeit, eine größere Portion Selbstsicherheit, ein grundsätzlich vorhandenes… Weiterlesen »Schulreife, Schulfähigkeit, Schulbereitschaft

Grundlagen für einen gelungenen Schulstart

Wie emotionale Sicherheit und soziale Kompetenzen den Übergang in die Schulzeit nachhaltig prägen Der Beginn der Schulzeit markiert für Kinder einen der eindrücklichsten Umbrüche in ihrer persönlichen Entwicklung. Dieser Meilenstein ist weit mehr als der reine Eintritt in eine neue Bildungsinstitution; er geht mit einer tiefgreifenden Veränderung des alltäglichen Lebensraums einher. Neben der natürlichen Vorfreude und dem Stolz, nun zu den „Großen“ zu gehören, bringt dieser Schritt unvermeidlich auch Momente der Unsicherheit, Fremdheit und emotionalen Beanspruchung mit sich. Das gewohnte Umfeld verändert sich schlagartig: Neue Bezugspersonen treten in das Leben… Weiterlesen »Grundlagen für einen gelungenen Schulstart

Nachprüfung

Bei der Vorbereitung für eine Nachprüfung im Herbst gibt es gewisse Grundregeln, die man beachten sollte. Zunächst sollte der erste Teil der Ferien für die Erholung genutzt werden. Wenn man aber in dieser Zeit vielleicht ein schlechtes Gewissen entwickelt, und nicht alles vor sich her schieben möchte, kann in diesem Fall in spielerischer Form versuchen, etwa durch das Lesen eines Buches, das sich mit dem Stoffgebiet auseinandersetzt, und damit sein Gewissen beruhigen. Wer mit System und einer guten Organisation lernt, hat auch in der zweiten Ferienhälfte auch noch genügend Freizeit.… Weiterlesen »Nachprüfung