Archive for the ‘Forschung’ Category

Die Immersionsmethode beim Fremdsprachenerwerb

Montag, Juli 4th, 2016

Die bei weitem effektivste Methode des Spracherwerbs ist die Immersionsmethode. Immersion ist das Eintauchen in eine Sprache. Bei dieser Methode ist die neue Sprache die Arbeits- und Umgangssprache, wobei nach dem Prinzip „Eine Person – eine Sprache“ ein Lehrender nur Deutsch spricht, der andere z.B. nur Englisch oder Französisch. Alles, was die fremdsprachliche Lehrkraft sagt, verstärkt sie allein durch Mimik, Gestik oder Zeigen aber nicht durch Übersetzung.
Das Kind erschließt sich damit die Sprache eigenständig Stück für Stück aus dem Zusammenhang der Situation. Dies bildet die natürlichste Art nach, wie Kinder Sprachen lernen, gleichgültig, ob als erste oder zweite Sprache. Immersion verfährt daher kindgerechter als jede andere Methode, denn sie motiviert und kommt ohne Zwang und ohne Leistungsdruck aus. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass sich mit der Immersion ein beträchtlich höheres Niveau in der Fremdsprache erreichen lässt als mit herkömmlichem Unterricht. Dabei entwickeln sich Muttersprache und Sachinhalte genauso gut oder besser als bei einsprachigen Kindern.

Zwei- bzw. Dreisprachigkeit
Mittels der Immersionsmethode wird bereits ab der 2. Klasse eine zweite Fremdsprache einbezogen werden. Dies stellt nachweislich keine Überforderung dar. Im Gegenteil – Kinder, die sehr früh den Zugang zur Mehrsprachigkeit haben, sind längerfristig kognitiv leistungsfähiger und fremden Kulturen gegenüber toleranter.

Positive Motivationseffekte durch immersiven Sprachunterricht

Motivationsverluste beim Sprachenlernen sind bereits in der Grundschule zu verzeichnen, denn anfangs ist die wahnsinnig hohe Motivationsausprägung der Motor für das Engagement der Kinderm, aber diese haben eine unrealistisch hohe Einschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten, und im Laufe der Grundschulzeit reduzieren sich dann sehr schnell Interesse und Selbstkonzept. In einer Untersuchung an 621 schleswig-holsteinischen und Hamburger Grundschulkindern, von denen die Hälfte einen immersiven Sprachunterricht erfahren hatte, zeigte sich , dass diese Motivationsverluste nicht zwangsläufig sein müssen. Das Sprachbad besitzt offenbar positive Effekte nicht nur auf das Interesse der Kinder an der Fremdsprache, sondern auch an der Erstsprache und an Mathematik. Leistungsmäßig waren zwar keine Unterschiede in diesen Fächern feststellbar, aber die Motivationskurve in den genannten Fächern ging immerhin nicht nach unten.



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Interpretation narrativer Interviews

Sonntag, Juli 3rd, 2016

Das narrative Interview und die dokumentarische Methode der Interpretation gehören zu den zentralen Methoden der qualitativ-empirischen Bildungsforschung. Warum und wie narrative Interviews mit der dokumentarischen Methode interpretiert werden können, ist Thema des Beitrags Dokumentarische Interpretation narrativer Interviews. Die dokumentarische Interpretation narrativer Interviews greift zwar auf Elemente der Narrationsstrukturanalyse zurück, sie legt aber den Schwerpunkt auf komparative Analyse und Typenbildung. Das narrative Interview ist für die qualitativ-empirische Bildungsforschung deshalb so wichtig geworden, weil sich mit ihm längere Erlebnisabschnitte bis hin zu Lebensgeschichten aus der Erfahrungsperspektive der interviewten Personen heraus in ihrer Sequentialität erheben lassen. Das narrative Interview dient dazu, die Interviewpartner/innen einen die Forschenden interessierenden Ausschnitt aus ihrer alltäglichen Handlungspraxis im Stegreif erzählen zu lassen, sei dies ihre ganze Lebensgeschichte oder auch nur die Berufspraxis.



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Vorurteile gegenüber Hochbegabten

Samstag, Juni 18th, 2016

Baudson (2016) hat die Vorurteile untersucht, die Menschen gegenüber Hochbegabten besitzen. Sie legte über tausend Erwachsenen einen Fragebogen vor, in denen sie sich selbst beschreiben sollten und welche Gefühle das Wort Hochbegabung bei ihnen auslöst. Sie sollten auch einschätzen, ob Hochbegabte besser denken können als andere, mehr leisten, allgemein überlegen sind, Probleme mit Gefühlen und im Umgang mit anderen haben. Es zeigte sich, dass zwei Drittel Hochbegabte für scharfsinnig aber auch für schwierig halten. Ein Drittel beschrieb Hochbegabte als intelligent und leistungsfähig, wobei negative Zuschreibungen fehlten. Das Klischee, dass Hochbegabte sozial schwierig und emotional labil seien, hält sich nach Ansicht der Autorin hartnäckig, obwohl zahlreiche Studien zeigen, dass Hochbegabte auch nicht viel anders sind als der Rest der Menschheit.

Literatur
Baudson, T. G. (2016). The Mad Genius Stereotype: Still Alive and Well. Frontiers in Psychology, 7, doi.org/10.3389/fpsyg.2016.00368.



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