Zum Thema ‘Forschung’

Humor im Unterricht



Studien konnten zeigen, dass Schülerinnen und Schüler mehr Freude, weniger Langeweile sowie weniger Ärger erleben, wenn die Lehrerin oder der Lehrer Humor einsetzt, der auf den Lerngegenstand bezogen ist. Der Humor eines Lehrers oder einer Lehrerin beeinflusst nicht nur das emotionale Unterrichtserlebnis, sondern er steht auch in enger Beziehung zu Unterrichtsmerkmalen wie Lehrer-Schüler-Beziehung oder Interessantheit und Klarheit des Unterrichts. Allerdings wirkt der Humor nur dann, wenn er im direkten Zusammenhang mit dem jeweiligen Unterrichtsgegenstand steht, die Beziehung der Lehrerin oder des Lehrers zu den Schülerinnen und Schülern verbessert und dass der Unterricht als interessanter und klarer wahrgenommen wird. Aggressiver Humor beeinträchtigt hingegen vor allem die Beziehungsebene, und Humor, der in keiner Beziehung zu dem steht, was gelernt werden soll, lässt das Interesse am Lerngegenstand eher sinken und stiftet eher Unklarheit.
Richtig eingesetzter Humor ist für LehrerInnen daher ein gutes Mittel, um Stress bewältigen zu können und zur Sicherung von Unterrichtskompetenz beizutragen.

Literatur

http://stangl.eu/psychologie/praesentation/lernklima.shtml (17-07-04)
https://idw-online.de/de/news677510 (17-07-04)



Wenn Sie allein den kompletten Text lesen wollen, klicken Sie bitte auf den Titel des Beitrags!

Didaktik in der Mathematik



didaktik-der-mathematikDas Rechnen mit Unbekannten in Gleichungen, also die Algebra, stellte schon viele Schülergenerationen vor große Herausforderungen, denn es fällt vielen Menschen in allen Ausbildungsphasen schwer, abstrakte Algebra-Konzepte wie Gleichungen und Variablen nachzuvollziehen und anzuwenden. Die Arbeitsgruppe „Didaktik in der Mathematik“ der Universität Bremen beschäftigt sich mit der Wissenschaft vom Lehren und Lernen von Mathematik, darunter mit Lehrmethoden und dem Lernverhalten von Schülern. In dem Projekt „Multimodal Algebra Lernen“ werden unter der Leitung des Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik neueste Erkenntnisse aus der Mathedidaktik mit technischen Lösungen zusammengebracht, um Schülern und Lehrern künftig Lernen und Lehren zu erleichtern und die Algebra intuitiver zu verstehen, denn auch für Lehrkräfte ist es oft schwierig, den abstrakten Stoff zu vermitteln. Die Algebra spielt dabei eine zentrale Rolle in der Bildung, denn alles, was ab der achten Klasse in Mathematik gelehrt wird, ist algebraisch unterlegt.

Die ForscherInnen wollen deshalb bis 2019 ein Lernsystem entwickeln, das die Algebra interaktiv und mit dem Körper erfahrbar vermittelt. Damit sollen Schüler nicht nur mit dem Kopf lernen, sondern auch, indem sie fühlen, sehen und hören. Bestehen soll es aus „Smart Objects“, berührbaren Lernelementen, die zum Beispiel Zahlen oder Variablen darstellen und mit Informationstechnologie ausgestattet sind. Ein Ton- oder Lichtsignal zeigt den Schülern an, ob sie auf der richtigen Spur sind. Interaktive Tische mit Displays und Tablet-PCs könnten die „intelligenten Objekte“ ergänzen. Dabei geht es nicht um klassisches E-Learning, sondern um die Nutzung möglichst vieler Sinne, die das Lernen unterstützen. Indem das System Lösungswege und Geschwindigkeit analysiert, soll es automatisch den Wissensstand der Anwender erkennen können und so individuelles Lernen ermöglichen, wobei die Übungen spielerisch gestaltet werden, um die Schüler zu motivieren. Ein relativ junges Feld ist dabei das Experimentieren mit Gesten beim Lernen, denn die Forschung in der Didaktik zeigt zunehmend, wie wichtig Gesten für das Verständnis der Mathematik sein können. Ein einfaches Beispiel ist etwa das Anzeigen von prozentualen Verhältnissen mit den Händen, d. h., mit Gesten versteht man manchmal schon Dinge, die dem Kopf noch gar nicht bewusst sind.

Auch nicht-numerischen Basiskompetenzen sollten früh gefördert werden

Damit Kinder später keine Probleme in Mathematik bekommen, sollte schon im Kindergarten eine altersgemäße kognitive Entwicklung gefördert werden, wobei neben den mathematischen Kompetenzen auch eine Entwicklung der nicht-numerischen Basiskompetenzen wichtig ist. Dazu zählen grundlegende Fähigkeiten wie etwa das Gedächtnis, die akustische und visuelle Wahrnehmung, das Konzentrationsvermögen und die Raumorientierung. Studien zeigen, dass die nicht-numerischen Basiskompetenzen eng mit den grundsätzlichen mathematischen Fähigkeiten zusammenhängen, denn das isolierte Üben mathematischer Kompetenzen ist wenig förderlich, wenn nicht gleichzeitig auch Übungen zur Raumorientierung gemacht werden. Wenn man Kinder schon früh mit Mengen, Formen und Zahlen umgehen lässt, dann fällt es ihnen nicht schwer, ein Verständnis für Logik, Geometrie und abstraktes, mathematisches Denken zu entwickeln.

Die klassischen Verständnisproblemen in der Mathematik auf verschiedenen Schulstufen

Michael Gaidoschik von der Freien Universität Bozen beschäftigt sich mit der Fachdidaktik der Mathematik, vor allem an der Grundschule und im Kindergarten. Er sagt anlässlich eines Interviews auf die Frage „Welchen Ratschlag können Sie Eltern, Kindern und LehrerInnen geben, damit das Mathe lernen leichter fällt?„: „Ich zucke immer zusammen, wenn ich höre, dass jemand Kindern Mathematik beibringen will. Gerade im Bereich Mathematik ist wichtig, dass Erwachsene Kindern erst einmal zuhören und sich darüber klarwerden, was die sich selbst schon für schlaue Gedanken machen. Diese kann man dann fördern. Das Allerwichtigste ist es, gute Aufgaben zu stellen, gute Fragen, gerade im Kindergarten auch, Spiele vorzuschlagen, die Potenzial für mathematische Entdeckungen haben. Bei diesen kann man die Kinder dann unterstützen, Lösungen zu finden. Aber Mathematik muss man verstehen, und das tut man dann am besten, wenn Lösungen selbst entdeckt, und nicht, wenn man vorgegebene Denkweisen nachlernen muss.“

Susanne Prediger vom Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts an der Technischen Universität Dortmund sagt in einem Interview anlässlich eines Mathematikerkongresses an der Universität Paderborn zu den klassischen Verständnisproblemen in der Mathematik auf verschiedenen Schulstufen: „Die Probleme sind strukturell ganz ähnlich. Oft werden aber die sprachlichen Voraussetzungen unterschätzt, was dazu führt, dass wir einige Lernende abhängen. Diese Hürden gibt es sogar bis hin in die Universitäten. Aber: An jeder Stelle, an der die Mathematik einen Abstraktionsschub macht, verlieren wir Schülerinnen und Schüler. Das beginnt schon beim ersten Aufstellen einer Rechenaufgabe in der Grundschule. Ähnlich ist es bei der Einführung der Brüche. Dann kommt die Variable in den Klassen 7 und 8. Das ist dann die Stelle, an der die Nachhilfezahlen messbar in die Höhe schnellen. Und später natürlich der Übergang von der Schule in die Hochschule.“ Sie sagt dazu, was eine Lehrkraft dazu tun kann: „Zum einen muss mehr visualisiert werden – wir müssen die unsichtbaren Strukturen sichtbar machen. Visualisierungen ermöglichen es, und das ist der zweite Punkt, Denkprozesse zu kanalisieren. Und drittens lohnt es sich, die Sprache zu unterstützen und beispielweise Vokabeln an die Hand zu geben, damit die Lernenden auch Kompliziertes ausdrücken können.“

Link: www.math.uni-bremen.de/didaktik

Literatur

https://www.uni-paderborn.de/nachricht/86531/ (18-03-27)
https://www.salto.bz/de/article/17102018/mathe-ist-wie-musik (18-10-18)



Wenn Sie allein den kompletten Text lesen wollen, klicken Sie bitte auf den Titel des Beitrags!

Die Immersionsmethode beim Fremdsprachenerwerb



Die bei weitem effektivste Methode des Spracherwerbs ist die Immersionsmethode. Immersion ist das Eintauchen in eine Sprache. Bei dieser Methode ist die neue Sprache die Arbeits- und Umgangssprache, wobei nach dem Prinzip „Eine Person – eine Sprache“ ein Lehrender nur Deutsch spricht, der andere z.B. nur Englisch oder Französisch. Alles, was die fremdsprachliche Lehrkraft sagt, verstärkt sie allein durch Mimik, Gestik oder Zeigen aber nicht durch Übersetzung.
Das Kind erschließt sich damit die Sprache eigenständig Stück für Stück aus dem Zusammenhang der Situation. Dies bildet die natürlichste Art nach, wie Kinder Sprachen lernen, gleichgültig, ob als erste oder zweite Sprache. Immersion verfährt daher kindgerechter als jede andere Methode, denn sie motiviert und kommt ohne Zwang und ohne Leistungsdruck aus. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass sich mit der Immersion ein beträchtlich höheres Niveau in der Fremdsprache erreichen lässt als mit herkömmlichem Unterricht. Dabei entwickeln sich Muttersprache und Sachinhalte genauso gut oder besser als bei einsprachigen Kindern.

Zwei- bzw. Dreisprachigkeit
Mittels der Immersionsmethode wird bereits ab der 2. Klasse eine zweite Fremdsprache einbezogen werden. Dies stellt nachweislich keine Überforderung dar. Im Gegenteil – Kinder, die sehr früh den Zugang zur Mehrsprachigkeit haben, sind längerfristig kognitiv leistungsfähiger und fremden Kulturen gegenüber toleranter.

Positive Motivationseffekte durch immersiven Sprachunterricht

Motivationsverluste beim Sprachenlernen sind bereits in der Grundschule zu verzeichnen, denn anfangs ist die wahnsinnig hohe Motivationsausprägung der Motor für das Engagement der Kinderm, aber diese haben eine unrealistisch hohe Einschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten, und im Laufe der Grundschulzeit reduzieren sich dann sehr schnell Interesse und Selbstkonzept. In einer Untersuchung an 621 schleswig-holsteinischen und Hamburger Grundschulkindern, von denen die Hälfte einen immersiven Sprachunterricht erfahren hatte, zeigte sich , dass diese Motivationsverluste nicht zwangsläufig sein müssen. Das Sprachbad besitzt offenbar positive Effekte nicht nur auf das Interesse der Kinder an der Fremdsprache, sondern auch an der Erstsprache und an Mathematik. Leistungsmäßig waren zwar keine Unterschiede in diesen Fächern feststellbar, aber die Motivationskurve in den genannten Fächern ging immerhin nicht nach unten.



Wenn Sie allein den kompletten Text lesen wollen, klicken Sie bitte auf den Titel des Beitrags!



Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu