Zum Thema ‘Forschung’

Lernen kann man mit Düften unterstützen



Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Darbietung von Geruchssignalen während des Lernens und selektiv während des Schlafs mit langsamen Gehirnwellen den Lernerfolg erhöht. Kornmeier (2020) hat nun in einer aktuellen Studie die bisherige Forschung erweitert, um die Optimierung und praktische Anwendbarkeit dieses Cueing-Effekts zu prüfen. In einer Feldstudie zum Vokabellernen in einer regulären Schulumgebung stimulierte man den Schlaf während der ganzen Nacht ohne Schlafmonitoring mit Geruchssignalen, und wandte den Geruch zusätzlich als Abrufsignal in einem anschließenden Test an. Dabei fand man einen Geruchs-Cueing-Effekt mit vergleichbaren Effektgrößen wie Studien mit Schlafmonitoring und selektivem Cueing. Darüber hinaus fand man einige Hinweise auf einen weiteren Leistungsvorteil mit zusätzlichem Cueing während des Recall-Tests. Offenbar funktioniert der Geruchseffekt auch außerhalb des Labors, wobei ein kontinuierliches Cueing in der Nacht ähnliche Effektgrößen erzeugt wie in einer Studie mit selektivem Cueing in bestimmten Schlafstadien. Offenbar funktioniert der unterstützende Effekt von Duftstoffen im Alltag sehr zuverlässig und kann gezielt genutzt werden, denn die Schülerinnen und Schüler zeigten einen deutlich größeren Lernerfolg, wenn die Duftstäbchen sowohl während der Lern- als auch der Schlafphase zum Einsatz kamen. Auch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass der zusätzliche Einsatz der Duftstäbchen beim Vokabeltest der Erinnerung auf die Sprünge hilft.

Literatur

Kornmeier, Jürgen (2020). How odor cues help to optimize learning during sleep in a real life-setting. Scientific Reports, 10, doi:10.1038/s41598-020-57613-7.



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PISA Equally prepared for life? How 15-year-old boys and girls perform in school



Worauf sind Unterschiede in den Schulleistungen zwischen Jungen und Mädchen zurückzuführen? Welche Rolle spielen Schule und andere soziale Faktoren bei der Leistungsdifferenz zwischen den Geschlechtern? Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen nehmen im Laufe der Schulkarriere zu. So erzielen Jungen und Mädchen in Mathematik gegen Ende der Grundschulzeit bei internationalen Vergleichsstudien fast die gleichen Ergebnisse. Bei der PISA-Studie im Alter von 15 Jahren zeigt sich jedoch ein anderes Bild: hier schneiden Jungen in fast allen untersuchten Ländern besser ab als Mädchen.

Der neue Bericht „Equally prepared for life?: How 15-year-old boys and girls perform in school“ kommt zu dem Ergebnis, dass die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen eher auf geschlechtsspezifische Vorurteile zurückzuführen sind als auf unterschiedliche Begabung. Es müssen Strategien entwickelt werden, um das Selbstbewusstsein und die Motivation der Schülerinnen und Schüler in ihren schwachen Fächern zu stärken. Der Bericht stützt sich auf Daten aus den PISA-Erhebungen und anderen OECD-Studien.

Weitere Informationen und Bezugsquellen finden Sie unter: http://www.oecd.org/de/pisa/equallyprepared

Siehe auch Geschlechtsunterschiede in der schulischen Leistung



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5- bis 7-Jahresverschiebung bei Kindern



Die 5- bis 7-Jahresverschiebung bezieht sich auf die Verbesserungen der kognitiven Fähigkeiten von Kindern in dieser Altersgruppe, insbesondere in ihrer Fähigkeit, die Kontrolle über ihre Aufmerksamkeit und ihr Verhalten auszuüben. Da diese Verschiebung mit dem Eintritt in die Schule zusammenfällt, ist unklar, inwieweit sie durch die Reifung des Gehirns oder die Exposition gegenüber der formalen Schulbildung verursacht wird.

In einer Längsschnittstudie haben Brod et al. (2017) 5-Jährige, die kurz vor dem offiziellen Stichtag für den Eintritt in die erste Klasse geboren wurden, verfolgt und diejenigen, die in diesem Jahr in die erste Klasse eingestiegen sind, mit denen verglichen, die im Kindergarten geblieben sind, der eher spielorientiert ist.

Beide Gruppen, also sowohl die Kindergartenkinder als auch die Schulkinder, verbesserten über dieses Jahr hin ihre Aufmerksamkeit sowie ihre Verhaltenskontrolle, doch insgesamt machten die Schulkinder im Vergleich zu den Kindergartenkindern größere Entwicklungssprünge. Außerdem zeigten sie eine höhere Aktivierung des rechten posterioren Parietalcortex, also jenes Areals, das länger andauernde Aufmerksamkeitsleistungen ermöglicht. Diese Ergebnisse zeigen demnach, wie der Umweltkontext der formalen Schulbildung jene Gehirnmechanismen beeinflusst, die einer verbesserten Konzentration auf kognitiv anspruchsvolle Aufgaben zugrunde liegen. Kinder mit einer stärkeren Zunahme in der Aktivierung ihres rechten posterioren Parietalcortex zeigten eine stärkere Verbesserung in ihrer Verhaltenskontrolle, sodass die Ergebnisse darauf hindeuten, dass sich die strukturierte Lernumgebung der Schule positiv auf die Entwicklung der Verhaltenskontrolle auswirkt. Allerdings bedeutet das nicht, dass eine frühe Einschulung automatisch günstiger ist, denn jedes Kind ist anders.

Literatur

Brod, G., Bunge, S. A., & Shing, Y. L. (2017). Does One Year of Schooling Improve Children’s Cognitive Control and Alter Associated Brain Activation? Psychological Science, 28, 967–978.



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