Zum Thema ‘Forschung’

PISA Equally prepared for life? How 15-year-old boys and girls perform in school



Worauf sind Unterschiede in den Schulleistungen zwischen Jungen und Mädchen zurückzuführen? Welche Rolle spielen Schule und andere soziale Faktoren bei der Leistungsdifferenz zwischen den Geschlechtern? Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen nehmen im Laufe der Schulkarriere zu. So erzielen Jungen und Mädchen in Mathematik gegen Ende der Grundschulzeit bei internationalen Vergleichsstudien fast die gleichen Ergebnisse. Bei der PISA-Studie im Alter von 15 Jahren zeigt sich jedoch ein anderes Bild: hier schneiden Jungen in fast allen untersuchten Ländern besser ab als Mädchen.

Der neue Bericht „Equally prepared for life?: How 15-year-old boys and girls perform in school“ kommt zu dem Ergebnis, dass die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen eher auf geschlechtsspezifische Vorurteile zurückzuführen sind als auf unterschiedliche Begabung. Es müssen Strategien entwickelt werden, um das Selbstbewusstsein und die Motivation der Schülerinnen und Schüler in ihren schwachen Fächern zu stärken. Der Bericht stützt sich auf Daten aus den PISA-Erhebungen und anderen OECD-Studien.

Weitere Informationen und Bezugsquellen finden Sie unter: http://www.oecd.org/de/pisa/equallyprepared

Siehe auch Geschlechtsunterschiede in der schulischen Leistung



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5- bis 7-Jahresverschiebung bei Kindern



Die 5- bis 7-Jahresverschiebung bezieht sich auf die Verbesserungen der kognitiven Fähigkeiten von Kindern in dieser Altersgruppe, insbesondere in ihrer Fähigkeit, die Kontrolle über ihre Aufmerksamkeit und ihr Verhalten auszuüben. Da diese Verschiebung mit dem Eintritt in die Schule zusammenfällt, ist unklar, inwieweit sie durch die Reifung des Gehirns oder die Exposition gegenüber der formalen Schulbildung verursacht wird.

In einer Längsschnittstudie haben Brod et al. (2017) 5-Jährige, die kurz vor dem offiziellen Stichtag für den Eintritt in die erste Klasse geboren wurden, verfolgt und diejenigen, die in diesem Jahr in die erste Klasse eingestiegen sind, mit denen verglichen, die im Kindergarten geblieben sind, der eher spielorientiert ist.

Beide Gruppen, also sowohl die Kindergartenkinder als auch die Schulkinder, verbesserten über dieses Jahr hin ihre Aufmerksamkeit sowie ihre Verhaltenskontrolle, doch insgesamt machten die Schulkinder im Vergleich zu den Kindergartenkindern größere Entwicklungssprünge. Außerdem zeigten sie eine höhere Aktivierung des rechten posterioren Parietalcortex, also jenes Areals, das länger andauernde Aufmerksamkeitsleistungen ermöglicht. Diese Ergebnisse zeigen demnach, wie der Umweltkontext der formalen Schulbildung jene Gehirnmechanismen beeinflusst, die einer verbesserten Konzentration auf kognitiv anspruchsvolle Aufgaben zugrunde liegen. Kinder mit einer stärkeren Zunahme in der Aktivierung ihres rechten posterioren Parietalcortex zeigten eine stärkere Verbesserung in ihrer Verhaltenskontrolle, sodass die Ergebnisse darauf hindeuten, dass sich die strukturierte Lernumgebung der Schule positiv auf die Entwicklung der Verhaltenskontrolle auswirkt. Allerdings bedeutet das nicht, dass eine frühe Einschulung automatisch günstiger ist, denn jedes Kind ist anders.

Literatur

Brod, G., Bunge, S. A., & Shing, Y. L. (2017). Does One Year of Schooling Improve Children’s Cognitive Control and Alter Associated Brain Activation? Psychological Science, 28, 967–978.



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Motivationsschwankungen innerhalb von Vorlesungen



Motivation ist bekanntlich ein zentraler Faktor für Lernen und für Leistung, doch haben bisherige Studien in erster Linie erfasst, wie motiviert Menschen generell sind und was sie antreibt, doch es wurde bisher allerdings nicht untersucht, wie es innerhalb einer bestimmten, zeitlich begrenzten Lernsituation, etwa innerhalb einer Vorlesung oder Unterrichtsstunde, um die Motivation bestellt ist. Dietrich et al. (2017) haben daher die Motivation von Studierenden der Uni Jena dreimal innerhalb von eineinhalbstündigen Vorlesungen abgefragt und erhebliche Schwankungen bei jedem Einzelnen festgestellt. Lehramtsstudierende mussten ein Semester lang dreimal innerhalb der Vorlesungen über ihr Smartphone oder auf Papier Fragen beantworten, die immer gleich waren, etwa wie kompetent sie sich in dem Augenblick fühlen, ob sie die Sachverhalte verstehen, ob sie diese als anstrengend empfinden und ob sie Spaß an den Lehrinhalten haben und diese für nützlich halten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Motivation in den 90 Minuten weit stärker schwankt, als bisher angenommen. So hat jeder einzelne Teilnehmer in der Vorlesung Phasen hoher Motivation und starker Demotivation erlebt, und zwar zeitlich unabhängig von den anderen Studierenden. Dabei fand man keine systematischen Trends wie bestimmte Materialien oder Themen, bei denen die Motivation bei allen gestiegen oder gesunken ist, d. h., die Ursachen für die Schwankungen blieben ungeklärt. Für Lehrende bedeutet das, dass sie Studierende jederzeit verlieren können, wenn sie im Hörsaal vor ihnen stehen, aber sie können sie auch zurückholen.

Literatur

Dietrich, Julia, Viljaranta, Jaana, Moeller, Julia & Kracke, Bärbel (2017). Situational expectancies and task values: Associations with students’ effort. Learning and Instruction, 47, 53-64.



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