Geschlechtsstereotype beeinflussen die Lebenschancen

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Forschungen haben gezeigt, dass es geschlechtsspezifische Stereotypen gibt, die Männer als brillanter oder von Natur aus talentierter als Frauen darstellen. Burschen werden so in vielen Bereichen, vor allem in Mathematik, als talentierter im Vergleich zu Mädchen angesehen, und auch Eltern halten ihren männlichen Nachwuchs für talentierter. Napp & Breda(2022) führten nun eine breit angelegte multinationale Untersuchung dieser Stereotypen und ihrer Beziehung zu anderen geschlechtsspezifischen Unterschieden durch. Anhand einer Umfrage, die mehr als einer halben Million Schülern und Schülerinnen in über siebzig Ländern gestellt wurde, erstellen sie ein Maß für die Stereotype, die Männer mit Talent in Verbindung bringen, und zeigten, dass diese stereotype Vorstellungen in fast allen untersuchten Ländern vorhanden sind. Diese Stereotypen sind bei leistungsstarken Schülern und in stärker entwickelten oder geschlechtsegalitären Ländern stärker ausgeprägt. Ähnliche Muster sind bei den geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Wettbewerbsfähigkeit, dem Selbstvertrauen und der Bereitschaft, in einem Informations- und kommunikationstechnologie-bezogenen Beruf zu arbeiten, zu beobachten. Die statistische Analyse legt nahe, dass die drei letztgenannten geschlechtsspezifischen Unterschiede mit Stereotypen zusammenhängen könnten, die Talent mit Männern assoziieren. Dieser Glaube, dass Mädchen weniger talentiert sind als Burschen, kann dadurch das Selbstvertrauen von Mädchen beeinträchtigen und dazu führen, dass sie sich selbst schützen und daher herausfordernde Situationen und Chancen etwa bei der Berufswahl vermeiden.

Literatur

Napp, C. & Breda, T. (2022). The stereotype that girls lack talent: A worldwide investigation. Science Advances, 8, doi:10.1126/sciadv.abm3689.





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