Nachhilfe

25. Juni 2017 – 08:44

Nach neueren Untersuchungen bekommt in der BRD jeder siebte Grundschüler Nachhilfe in Deutsch, und im Alter von 17 Jahren hatte etwa jeder vierte Jugendliche im Laufe seiner Schulkarriere mindestens einmal bezahlte Nachhilfe bekommen. Vor allem in Bundesländern mit dreigliedrigem Schulsystem und vierjähriger Grundschulzeit entscheiden sich besonders viele Eltern für frühe private Nachhilfe, um den Sprung ihrer Kinder auf die gewünschte weiterführende Schule zu sichern. Experten interpretieren die Nachfrage nach privatem Ergänzungsunterricht als Ausdruck dafür, dass Eltern mit dem Schulsystem unzufrieden sind, denn sie haben den Eindruck, dass ihre Kinder im Schulunterricht nicht bestmöglich gefördert werden und versuchen dies mit Nachhilfe auszugleichen.
Bisherige Studien bestätigen die Wirksamkeit von Nachhilfeunterricht, denn Nachhilfelehrer können die Stärken und Schwächen ihrer SchülerInnen besser einschätzen können als FachlehrerInnen. Beinahe zwei Drittel der befragten Schüler in einer Bielefelder Studie sagt, dass sich ihr Interesse am betreffenden Lernfach durch die Nachhilfe gesteigert oder überhaupt erst entwickelt hat. Die Arbeit mit dem Nachhilfelehrer stärkt darüber hinaus auch das allgemeine Selbstvertrauen und trägt zum Abbau von Leistungsangst bei. Nachhilfeunterricht sollte aber nicht zur Dauereinrichtung werden und ist nur dazu da, um Lücken zu schließen.

Feriennachhilfe?

Nach Ansicht von Experten können in den Ferien intensiven Nachhilfekurse etwas bringen, damit die Schülerin bzw. der Schüler dann das Gefühl hat, den versäumten Stoff auch wirklich verinnerlicht zu haben. Andererseits ist es auch wichtig, dass die Schülerin bzw. der Schüler während der Ferien komplett abschalten kann und das schulische Lernen dann eben keine Rolle spielt, denn Kinder brauchen Ferien. Man muss wirklich gemeinsam mit SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen überlegen, ob Ferien-Nachhilfe für das jeweilige Kind sinnvoll ist.

Siehe dazu Nachhilfe – Ja oder Nein?

Quelle: http://www.focus.de/schule/lernen/nachhilfe/nachhilfe-studie-schulen-foerdern-nicht-genug_aid_475006.html (10-02-04)



Management für die Schule?

2. Mai 2017 – 08:20

Diese Zusammenhang zwischen „Schulwelt“ und „Arbeitswelt“ ist auf ganz unterschiedlichen Ebenen gegeben: zum einen im Unterricht bzw. in der Unterweisung direkt, aber auch in den Lehrplänen oder speziell bezogen auf das Berufsbildungssystem.

In einem neuen Lerntipp wird an Hand einer alltäglichen Situation des Schülers Sebastian gezeigt, dass im Prinzip ist das Organisieren und Planen der Arbeiten für die Schule eine Management-Aufgabe. Aus psychologischer Sicht hilft eine solche Planung, aus einer scheinbar nicht überschaubaren Stoffmenge eine überschaubare zu machen.



Machen die Universitäten krank?

28. April 2017 – 10:03

Nach Mühlfelder leiden etwa zwanzig Prozent der Studierenden unter psychischen oder Verhaltensstörungen, wobei die Situation der Lehrenden auch kaum günstiger ist. Die meisten Universitäten und Hochschulen verstoßen seiner Meinung nach konsequent gegen Prinzipien der Arbeits- und Gesundheitspsychologie, wobei Mühlfelder konkrete Empfehlungen für Studierende, Lehrende und Verwaltende nennt, die aus der Sicht der Arbeitspsychologie für eine lernförderliche Gestaltung des Hochschullebens notwendig sind:

  • Ganzheitlichkeit der Lernaufgaben: Vollständige Lernaufgaben mit planenden, ausführenden und kontrollierenden Elementen. Studierende erkennen die Bedeutung und den Stellenwert ihrer Lernaktivitäten. Studierende erhalten Rückmeldung über den eigenen Lernfortschritt aus der Lerntätigkeit selbst.
  • Anforderungsvielfalt: Unterschiedliche Begabungen, Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten können geübt werden. Einseitige Beanspruchungen lassen sich vermeiden.
  • Möglichkeiten der sozialen Interaktion: Schwierigkeiten können gemeinsam bewältigt werden. Gegenseitige soziale Unterstützung hilft, Belastungen besser zu verarbeiten.
  • Handlungsautonomie: Stärkt die Selbstwirksamkeit und die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung.
  • Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten: Offene Lernformate, Entwicklung eigener Lernziele und -aufgaben fördern Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit.
  • Zeitelastizität und stressfreie Regulierbarkeit: Unangemessene Arbeitsverdichtung wird vermieden, und Freiräume für Reflexion werden geöffnet.
  • Sinnhaftigkeit der (Lern-)-Aufgabe: Übereinstimmung von Handlungszielen mit sinnhaften Normen und Werten.

Aus diesen Forderungen ergibt sich ein völliges anderes Lern- und Studierverhalten, als es die meisten Studierenden gewohnt sind, denn es sollte nicht der lehrerzentrierte Unterricht im Mittelpunkt stehen, sondern das gemeinsame Erarbeiten und Aushandeln von Lernzielen und -inhalten durch die Studierenden selbst. Erst dadurch wir die Fähigkeit zur Selbstreflexion und die Eigenverantwortung ermöglicht.



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