Zum Thema ‘Ausbildung’

Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter: TOOLBOX LEHRERBILDUNG



Die Technische Universität München hat ein frei zugängliches Onlineportal für die Ausbildung von LehrerInnen gestartet. die auf die konkrete Schulpraxis der MINT-Fächer abgestimmt ist, unter anderem mit Videos aus dem Unterricht. Die Plattform steht sowohl Aus- und Fortbildungseinrichtungen als auch (angehenden) Lehrkräften kostenlos zur Verfügung und ist Teil der Qualitätsoffensive Lehrerbildung von Bund und Ländern. Die Toolbox gibt es zunächst für die Fächer Mathematik und Informatik. Ein wichtiges Mittel der Lerneinheiten sind Videos, die Szenen aus dem Unterrichtsgeschehen nachstellen. Auch Tutorials gibt es als Video, interaktive Visualisierungen veranschaulichen komplexe mathematische Themen. Wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse werden ebenso vermittelt wie Anwendungsbeispiele. Mit Tests können die Nutzerinnen und Nutzer ihren Lernfortschritt prüfen. Die Module sind unabhängig voneinander für verschiedene Zwecke und in jeder Phase von Studium und Beruf nutzbar.

Wie erkläre ich meinen Schülerinnen und Schülern den Satz des Pythagoras? Wie vermittle ich der Klasse die Beurteilung von Beweisen? Wie gebe ich den Jugendlichen wirksames Feedback zu ihren Leistungen? Diese Fragen aus der Unterrichtspraxis zeigen: Lehrerinnen und Lehrer müssen fachliche, fachdidaktische und pädagogische Kompetenzen haben. In ihrer Ausbildung lernen sie diese drei Felder zumeist getrennt voneinander. In der Wirklichkeit ihres Berufes dagegen lassen sich die Fragen nicht trennen – im Gegenteil sind die verschiedenen Kompetenzen oft in ein und derselben Situation gefordert.

2017 ging bereits das „Clearing House Unterricht“ der TUM School of Education online, das den aktuellen Stand der Bildungsforschung verständlich und übersichtlich zusammenfasst. Auch dieses Portal steht für die Lehramtsaus- und -fortbildung kostenfrei zur Verfügung.

Link: https://toolbox.edu.tum.de/



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Legasthenie, Dyslexie und Dyskalkulie



Arbeitsmaterialien und Computerprogramme für das Legasthenietraining sind oft teuer! Die aktuelle kostenlose CD-ROM „Legasthenie & Dyskalkulie III“ enthält vom Leseprogramm über Schach, vom Mathespiel und Sudoku – dies ergibt monatelangen Spielespaß inklusive Trainingsmotivation und Lernerfolg. Diese kostenlose CD-ROM mit Software des Ersten Österreichischen Dachverbandes Legasthenie setzt weiterhin mit Hilfe seiner diplomierten Legasthenietrainer Maßstäbe in der gemeinnützigen Verbandsarbeit. Alle Arbeitsblätter sind großteils Erstveröffentlichungen und werden von den diplomierten Legasthenietrainern des EÖDL gewidmet. Die Arbeitsblätter können frei für den schulischen und außerschulischen Bereich oder für private Zwecke eingesetzt werden.

Neueste Forschungsergebnisse zur Dyslexie

Schon im Vorschulalter entwickelt das Gehirn ein komplexes Netzwerk, das sich während des Lesenlernens auf die Verarbeitung von Schrift spezialisiert und entscheidend zum flüssigen Lesen beiträgt. ForscherInnen der Universität Zürich und am Agora Center der Universität in Jyväskylä zeigten, dass dies besonders schnell geschieht, wenn Kinder früh die Verknüpfungen von Sprachlauten und Buchstaben trainieren. Das Verknüpfen von Buchstaben (Grapheme) und Sprachlauten (Phoneme) ist in vielen Sprachen der erste und besonders wichtige Schritt beim Lesenlernen, wobei die meisten Kinder bereits vor der Schule einige Buchstaben kennen lernen und beginnen diese mit Sprachlauten zu verknüpfen. Dass eben diese Verknüpfung bei Kindern, die eine Leseschwäche (Dyslexie, Legasthenie) entwickeln, weniger automatisch abläuft, zeigt sich u.a. auch in verminderten Buchstabenkenntnissen vor der Schule. Folglich starten diese Kinder die Schule auch häufig mit etwas weniger günstigen Vorläuferfertigkeiten für das Lesen. Bei Kindern, die eine Leseschwäche (Dyslexie oder Legasthenie) entwickeln, läuft dieser Verknüpfungsprozess weniger automatisch ab, woraus sich eine verminderte Buchstabenkenntnis und eine ungünstige Lesekompetenz ergibt, wenn die Kinder mit der Schule beginnen. In dieser Studie konnte man zeigen, dass die Verknüpfungen von Sprachlauten mit Buchstaben maßgeblich bei der Schriftspezialisierung des Gehirns beteiligt sind. Über 30 Kindergartenkinder mit und ohne Leseschwäche-Veranlagung wurden einige Wochen mit dem computerbasierten Buchstaben-Sprachlaut-Lernprogramm „Graphogame“ trainiert. Nach diesem Training zeigten die Kinder eine stärkere Aktivität im Gehirn für geschriebene Wörter als für Symbole, womit deren Gehirnaktivität derjenigen von Erwachsenen oder Kindern glich, die lesen können. Besonders bemerkenswert war, dass insbesondere Kinder mit einer familiären Veranlagung für Dyslexie in ihrer Leseentwicklung durch frühes und gezieltes Training sehr wirkungsvoll unterstützt werden konnten.

Neben neurobiologischen Aspekten wie Wahrnehmungsproblemen und sozialen Merkmalen spielen daher vermutlich auch genetische Aspekte eine Rolle, wobei jüngst Neef et al. (2017) mit einem Gehirn-Scan im Vorschulalter mit einer Trefferquote von 75 Prozent zeigen konnten, ob ein Kind am Ende der ersten Klasse an einer Lese-Rechtschreibschwäche leiden wird. Bei weit über hundert Kindern untersuchten man die Expression von Genen in bestimmten Hirnregionen, die beim Lesen- und Schreibenlernen eine wichtige Rolle spielen, und entdeckte, dass Kinder mit einer bestimmten Variante des Gens NRSN1, dass für die Entwicklung der Nervenzellen wichtig ist, strukturelle Unterschiede in einer Hirnregion aufweisen, die man als Visual Word Form Area bezeichnet. Dieses Areal ist für das Erkennen von Buchstaben und Wörtern zuständig, wobei sich hier Kindern schon im Kindergarten, also bevor man das Lesen überhaupt lernt, mit und ohne spätere Legasthenie voneinander unterscheiden. Daher sollten schon früh Screening-Verfahren zum Einsatz kommen, noch bevor die Schwächen beim Lesen und Schreiben bereits offensichtlich sind.

Literatur

Neef, N., Müller, B., Liebig, J., Schaadt, G., Grigutsch, M., Gunter, T. C., et al. (2017). Dyslexia risk gene relates to representation of sound in the auditory brainstem. Developmental Cognitive Neuroscience. doi:10.1016/j.dcn.2017.01.008.
Silvia Brem, Silvia Bach, Karin Kucian, Tomi K. Guttorm, Ernst Martin, Heikki Lyytinen, Daniel Brandeis und Ulla Richardson (2008). Brain sensitivity to print emerges when children learn letter-speech sound correspondences. PNAS, online early edition, doi:10.1073/pnas.0904402107



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Wissen für Handeln – Forschungsstrategien für eine evidenzbasierte Bildungspolitik



Die Anhäufung von totem Wissen ist nach Ansicht vieler PädagogInnen nicht mehr zeitgemäß. SchülerInnen sollen die Welt verstehen und Informationen richtig abgleichen können. Dieses ist heute wichtiger denn je und geht nur mit einer guten bis sehr guten Allgemeinbildung. Schule muss aufklären, muss auch politische Bildung vermitteln und die Schüler dazu befähigen, Zusammenhänge zu erkennen bzw. diesen außerdem Strategien an die Hand geben, um Probleme zu lösen. Veränderte Arbeits- und Lebenswelten auch aufgrund der Digitalisierung und somit andere Bedarfe an Bildungs-, Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen in unserer Gesellschaft sind eine Herausforderung, neue Strategien für neue Wege zu entwickeln.

Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft richtet das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Kooperation mit der Europäischen Kommission in Frankfurt am Main vom 28.-30. März 2007 eine Fachkonferenz aus zum Thema

Wissen für Handeln – Forschungsstrategien für eine evidenzbasierte Bildungspolitik

Die Konferenz wird die Grundlagen einer wissensbasierten Bildungspolitik aus einer Forschungsperspektive zum Thema haben. Die Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Administration soll auf der einen Seite ein Bewusstsein für dieses  Zukunftsthema schaffen,auf der anderen Seite den Kontext bildungspolitischer Entscheidungsfindung abbilden. Durch Schwerpunktreferate ausgewiesener Vortragender wird die Konferenz thematisch strukturiert. Themenzentrierte Workshops werden eine vertiefende Diskussion ermöglichen. Eine Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse wird in Form eines abschließendenRundtischgesprächs stattfinden.

Zusätzliche Informationen finden Sie auch unter:  http://www.bmbf.de/de/7227.php

Die Konferenz richtet sich an die Mitgliedsstaaten der EU sowie des Europarats und an die Länder mit Beobachterstatus beim Europarat. Jedes Land ist eingeladen, vier Experten aus Wissenschaft, Bildungspolitik und Bildungsadministration zu benennen.



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