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Wie ein Elternabend gelingen kann

Elternabende sind ein zentrales Element schulischer Kommunikation und bilden einen wichtigen Raum, in dem Eltern und Lehrkräfte Informationen austauschen, Erwartungen klären und gemeinsame Ziele für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler formulieren können. Gleichzeitig besitzen sie eine eigene Dynamik, da unterschiedliche Perspektiven und Bedürfnisse aufeinandertreffen. Wie die Schulpsychologie zeigt, prallen an Elternabenden häufig zwei Welten aufeinander: Eltern, die sich um Förderung, Leistungsbewertung, individuelle Bedürfnisse oder das allgemeine Wohl ihres Kindes sorgen, und Lehrkräfte, die zwischen Informationsvermittlung, Gesprächsführung und manchmal auch Rechtfertigungsdruck stehen. Damit ein Elternabend konstruktiv verläuft, ist eine gute… Weiterlesen »Wie ein Elternabend gelingen kann

Finnische Pädagogik: Lernfreude aus Finnland

Die viel zitierte „Lernfreude aus Finnland“ beruht weniger auf einzelnen Methoden als auf einer Haltung, denn Lernen wird dort als natürlicher Teil des Lebens verstanden – nicht als Wettkampf, sondern als gemeinsamer Weg, auf dem Kinder wachsen dürfen. Finnische Schülerinnen und Schüler gelten nicht deshalb als erfolgreich, weil sie früher anfangen, mehr pauken oder stärker verglichen werden, sondern weil sie in einem Umfeld lernen, in dem Vertrauen, Neugier und realistische Erwartungen zusammenwirken. Dieses Grundgefühl lässt sich erstaunlich gut in den Familienalltag übertragen, wenn man bereit ist, kleine Routinen zu verändern… Weiterlesen »Finnische Pädagogik: Lernfreude aus Finnland

Frühes Fingerzählen stärkt die spätere Rechenkompetenz

Studien aus der Entwicklungspsychologie legen nahe, dass frühes Fingerzählen eine entscheidende Rolle für die langfristige Rechenentwicklung von Kindern spielt. Während das Zählen an den Fingern im frühen Schulalter oft als primitive Strategie gilt, zeigen die Befunde, dass es vielmehr als kognitives Sprungbrett dient: Kinder, die zwischen vier und etwa sechseinhalb Jahren ihre Finger aktiv zum Rechnen nutzten, aber die Strategie im Laufe des siebten Lebensjahres ablegten, erzielten bei arithmetischen Aufgaben später die besten Ergebnisse. Diese Kinder übertrafen sowohl Gleichaltrige, die nie Finger einsetzten, als auch solche, die weiterhin damit arbeiteten.… Weiterlesen »Frühes Fingerzählen stärkt die spätere Rechenkompetenz

Wege zu nachhaltigem Lernen

Effektives Lernen entsteht vor allem dann, wenn neue Informationen mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft werden. Das Gehirn sucht ständig nach vertrauten Mustern, vergleicht Eindrücke miteinander und prüft, wie Neues in bestehende Strukturen passt. Genau hier setzen Techniken an, die mit Beispielen, Metaphern oder Analogien arbeiten: Sie erleichtern den Zugang zu komplexen Inhalten, fördern eine tiefere gedankliche Verarbeitung und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Gelernte dauerhaft abrufbar bleibt. Selbst wenn solche Vergleiche später als ungenau erscheinen, zeigt ihre Hartnäckigkeit, wie stark diese Form der Verknüpfung wirkt. Neben diesen Bedeutungsbezügen bleibt Wiederholung… Weiterlesen »Wege zu nachhaltigem Lernen

Zählen ist nicht Rechnen

auch wenn es am Anfang für Kinder in Ordnung ist, die Finger beim Zählen zu nutzen. Doch das muss spätestens in der zweiten Grundschulklasse Vergangenheit sein, denn die Zahlenwerte werden größer und so viele Finger haben wir nicht. Sicherlich kann man auch über das Sehen, also das Betrachten der Finger, am Anfang eine Hilfe erhalten, aber man muss lernen, zu abstrahieren. Kinder entwickeln dann eigene Strategien, wenn sie nicht mehr weiter wissen und keine Ahnung haben, wie sie eine Rechenaufgabe lösen können, wobei diese Strategien nicht unbedingt richtig sind. Eine… Weiterlesen »Zählen ist nicht Rechnen

Die Grenzen der Lernindividualisierung

Der Bildungsforscher John Hattie warnt vor einer überzogenen Individualisierung des Lernens. Konzepte wie „individualisiertes“, „personalisiertes“ oder „selbstgesteuertes Lernen“ seien zwar populär, führten jedoch nicht automatisch zu besseren Lernergebnissen. Studien zeigen laut Hattie nur geringe Effektstärken – weit unter dem Wert, der auf eine nachweisbare Wirksamkeit hinweist. Das Problem liege weniger in der Idee, sondern in ihrer Umsetzung: Allzu oft bedeute Individualisierung, dass Kinder isoliert und ohne ausreichend Anleitung arbeiten. Dabei sei gemeinsames Lernen – das Lernen mit und voneinander – der zentrale Motor schulischer Entwicklung. Hattie betont, dass gute Differenzierung… Weiterlesen »Die Grenzen der Lernindividualisierung

Klassengröße und Individualisierung

Es ist ein Mythos, dass eine geringere Schülerzahl allein der Schlüssel zu individualisiertem Unterricht ist, denn die Auswertung der Ergebnisse der internationalen Grundschullesestudie Iglu 2006 ergab, dass sich die Schülerleistungen in kleineren Klassen nicht verbesserten,  was allerdings schon seit 15 Jahren durch zahlreiche Studien belegt ist. Ob LehrerInnen den Unterricht individualisieren, ist weitgehend unabhängig von der Anzahl der SchülerInnen, sondern hängt von der Lehrerpersönlichkeit, von der Ausrichtung des Kollegiums und der Schulleitung ab. Günstiger ist es nach Ansicht von Experten, „Coteacher“ einzustellen, denn LehrerInnen, die zusätzlich unterrichteten, können mit den… Weiterlesen »Klassengröße und Individualisierung

Interleaving und Blocked Practice: Kontrastierende Lernmethoden im Kontext kognitiver Lernforschung

Die Lernmethoden Interleaving, also verteiltes oder verschachteltes Lernen, und Blocked Practice, also blockweises Üben, gehören zu den zentralen Strategien der kognitiven Lernpsychologie und werden vor allem im Kontext der Optimierung von Lernprozessen, Gedächtnisbildung und Fertigkeitserwerb untersucht. Während beide Ansätze auf die Wiederholung von Lerninhalten abzielen, unterscheiden sie sich grundlegend in der Strukturierung des Lernmaterials und den damit verbundenen kognitiven Prozessen. Beim Blocked Practice werden Aufgaben oder Lerninhalte in homogenen Blöcken geübt, das heißt, ein bestimmtes Thema, eine Fertigkeit oder eine Aufgabenkategorie wird vollständig abgeschlossen, bevor zum nächsten übergegangen wird. Diese… Weiterlesen »Interleaving und Blocked Practice: Kontrastierende Lernmethoden im Kontext kognitiver Lernforschung

Lerncoaching – Mit Vertrauen und Motivation den eigenen Lernweg gestalten

Lerncoaching ist eine ganzheitliche und lösungsorientierte Begleitung, die Kinder und Jugendliche dabei unterstützt, ihre Lernprozesse bewusster zu gestalten und Freude am Lernen wiederzufinden. Anders als klassische Nachhilfe zielt Lerncoaching nicht auf das Wiederholen von Unterrichtsstoff, sondern auf die Entwicklung individueller Lernstrategien, Motivation und Selbstorganisation. Im Mittelpunkt steht die Frage wie gelernt wird – nicht was. Viele Schülerinnen und Schüler erleben im Schulalltag Stress, Überforderung oder mangelnde Motivation. Lerncoaching setzt genau hier an: Es hilft, innere Blockaden zu erkennen, Prüfungsängste zu mindern und persönliche Stärken sichtbar zu machen. Durch Gespräche, praktische… Weiterlesen »Lerncoaching – Mit Vertrauen und Motivation den eigenen Lernweg gestalten

Das kleine Einmaleins neu denken – Warum Reihenlernen allein nicht reicht

Das kleine Einmaleins gehört zu den wichtigsten Grundlagen des Rechnens. Fast jedes Kind übt es irgendwann – meist in Reihen: 1×7, 2×7, 3×7 und so weiter. Diese Methode ist hilfreich, um das Prinzip der Multiplikation zu verstehen und erste Erfolgserlebnisse zu schaffen. Doch wer dauerhaft nur in Reihen lernt, stößt bald auf eine unsichtbare Hürde. Beim sogenannten Verkettungseffekt verknüpft unser Gehirn Aufgaben, die nah beieinanderliegen. Auf 6×7=42 folgt automatisch 7×7=49, und diese Abfolge speichert sich als fester Pfad im Gedächtnis ab. Wird später eine einzelne Aufgabe abgefragt, läuft das Gehirn… Weiterlesen »Das kleine Einmaleins neu denken – Warum Reihenlernen allein nicht reicht

Wie Lehrerinnen und Lehrer Mobbing wirksam begegnen können

Untersuchungen verdeutlichen das Ausmaß von Mobbing unter Jugendlichen, denn fast die Hälfte der Befragten hat bereits Erfahrungen als Opfer gemacht, und die Schule ist mit großem Abstand der häufigste Tatort. Besonders alarmierend ist, dass rund 80 Prozent der betroffenen Jugendlichen über ihre Erlebnisse kaum oder gar nicht sprechen – meist aus Angst, Scham oder dem Gefühl, ohnehin nichts ändern zu können. Für Lehrerinnen und Lehrer ist Mobbing damit ein schwieriges, oft unsichtbares Problem, das viel Sensibilität und klares Handeln erfordert. Mobbing unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Konflikt durch bestimmte Merkmale.… Weiterlesen »Wie Lehrerinnen und Lehrer Mobbing wirksam begegnen können

Lehrerausbildung in der Krise: Viele fühlen sich kaum auf den Schulalltag vorbereitet

Laut einer internationalen Studie fühlen sich weniger als die Hälfte der neu ausgebildeten Lehrkräfte in Österreich ausreichend auf den Unterricht vorbereitet, deutlich weniger als noch vor einigen Jahren und unter dem internationalen Durchschnitt. Während viele die Qualität ihrer Ausbildung grundsätzlich positiv bewerten, zeigt sich besonders bei den Jüngeren eine abnehmende Zufriedenheit. Verbesserungen gab es zwar in der Vermittlung von Fachwissen und Didaktik, doch bleibt der Praxisbezug gering, insbesondere im Umgang mit digitalen Werkzeugen und mehrsprachigen Klassen. Nur ein Viertel der Lehrkräfte sieht sich gut auf den Unterricht in kulturell und… Weiterlesen »Lehrerausbildung in der Krise: Viele fühlen sich kaum auf den Schulalltag vorbereitet