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Moderne Lehrerbildung: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Die Frage, wie angehende Lehrkräfte am besten lernen, guten Unterricht zu gestalten, ist angesichts ständiger Reformen im Bildungswesen von zentraler Bedeutung. Überraschenderweise zeigt ein genauerer Blick auf die Bildungslandschaft, dass es zwar unzählige theoretische Programme und Konzepte gibt, es jedoch an fundierter, langfristiger Forschung fehlt, die die tatsächliche Wirkung der Ausbildung misst. Häufig verlässt man sich auf bloße Befragungen von Studierenden und Lehrenden anstelle von handfesten Kompetenzmessungen. Um die Lehrerausbildung gezielt zu verbessern, braucht es jedoch ein klares Bild von den realen Anforderungen des Berufs und Modelle darüber, wie pädagogische… Weiterlesen »Moderne Lehrerbildung: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Margarethe Meyer-Schurz und ihr Kindergarten in den USA

Die Geschichte der frühkindlichen Bildung in den USA wurde maßgeblich von einer deutschen Auswanderin geprägt, die vor fast 170 Jahren den Grundstein für ein völlig neues pädagogisches Denken legte. Als Margarethe Meyer-Schurz im Jahr 1856 in Watertown, Wisconsin, den ersten Kindergarten Amerikas ins Leben rief, revolutionierte sie die bis dahin starren Vorstellungen von kindlicher Erziehung (Vecchiotti, 2001). Meyer-Schurz, die in Deutschland direkte Schülerin des Kindergarten-Begründers Friedrich Fröbel gewesen war, brachte dessen ganzheitlichen Ansatz mit über den Atlantik. Statt Kinder als bloße Objekte disziplinierender Verwahrung oder rein akademischen Drills zu sehen,… Weiterlesen »Margarethe Meyer-Schurz und ihr Kindergarten in den USA

Die psychologische Mechanismen des Schriftspracherwerbs

Der Erwerb der deutschen Rechtschreibung in der Primarstufe basiert im Wesentlichen auf zwei aufeinanderfolgenden Kernstrategien: Zunächst erlernen Schreibanfänger die lautgetreue Phonemorientierung, bei der gesprochene Laute Schritt für Schritt in Buchstaben übersetzt werden. Im weiteren Verlauf verschiebt sich der Fokus hin zu wort- und morphembezogenen Schreibungen, bei denen auch grammatikalische Verwandtschaften und orthographische Besonderheiten berücksichtigt werden. Während in der Praxis und der einschlägigen Fachliteratur dieser Übergang oft als harmonischer, aufeinander aufbauender Lernprozess verstanden wird, existiert in der Wissenschaft eine tiefe Uneinigkeit darüber, wie sich diese beiden Phasen strukturell und zeitlich zueinander… Weiterlesen »Die psychologische Mechanismen des Schriftspracherwerbs

Erziehungs- und Entwicklungsmythen

Die Entstehung und Verbreitung von Entwicklungs- und Erziehungsmythen stellt in der heutigen Elternschaft eine erhebliche psychologische Belastung dar, obwohl für viele dieser Annahmen jegliche wissenschaftliche Evidenz fehlt. Im Rahmen einer groß angelegten Onlineumfrage im deutschsprachigen Raum von Tobias Schuwerk wurden über 8.000 solcher Mythen von mehr als 4.000 Eltern zusammengetragen. Diese Mythen äußern sich als pauschale, einseitige und oft wissenschaftlich unhaltbare Pseudoerklärungen darüber, wie sich Säuglinge und Kleinkinder entwickeln sollten, welche Fähigkeiten sie in bestimmten Altersstufen besitzen müssten und welche Erziehungsmethoden adäquat seien. Inhaltlich lassen sich diese Fehlannahmen in verschiedene… Weiterlesen »Erziehungs- und Entwicklungsmythen

Wirksame Mobbingintervention erfordert eine entschlossene Konfrontation der Täterinnen und Täter

Mobbing an Schulen ist kein vorübergehendes Phänomen unreifen Sozialverhaltens, sondern eine dynamische Form von psychischer und physischer Gewalt, die durch ein extremes Machtasymmetrieverhältnis gekennzeichnet ist. Während in den vergangenen Jahrzehnten die pädagogische Debatte stark von präventiven, mediativen und opferzentrierten Ansätzen dominiert wurde, zeigt die Praxis im Schulalltag oft schmerzhafte Grenzen dieser Methoden auf. Wenn Lehrkräfte und Eltern versuchen, Mobbingprozesse ausschließlich durch harmonisierende Konfliktgespräche oder Appelle an das Mitgefühl der Täter zu lösen, verkennen sie die Kernstruktur des Problems: Mobbing basiert auf dem bewussten und strategischen Missbrauch von Macht zur Erlangung… Weiterlesen »Wirksame Mobbingintervention erfordert eine entschlossene Konfrontation der Täterinnen und Täter

Wie die Gefühle von Lehrerinnen und Lehrern den schulischen Erfolg steuern

Eine Untersuchung von Pfeifer et al. (2026) belegt eindrücklich, dass Lehren nicht bloß eine intellektuelle, sondern in hohem Maße eine emotionale Tätigkeit ist, bei der die Gefühle von Lehrkräften einen fundamentalen Einfluss auf die Lernmotivation, die Unterrichtsqualität und letztlich den gesamten Lernerfolg von Schülern und Schülerinnen ausüben. Im Rahmen der internationalen „Global Teaching InSights“-Studie wurden Daten von 679 Mathematiklehrkräften und über 17.500 etwa 15-jährigen Lernenden aus acht kulturell, ökonomisch und sprachlich völlig unterschiedlichen Ländern – namentlich Chile, China, Kolumbien, Deutschland, Japan, Mexiko, Spanien und Großbritannien – analysiert, um die Dynamiken… Weiterlesen »Wie die Gefühle von Lehrerinnen und Lehrern den schulischen Erfolg steuern

Prävention und Resilienz im Schulalltag verankern

Zunehmende Spannungen im Schulalltag fordern uns heraus, pädagogisch neue Wege zu gehen. Statt Krisen erst im Nachhinein zu managen, sollten wir den Fokus auf eine vorausschauende Pädagogik legen. Aggressives Verhalten spiegelt oft den Druck wider, unter dem Jugendliche stehen – ob durch familiäre Belastungen, soziale Ungleichheit oder digitale Reizüberflutung. Fehlen zu Hause stabile Bezugspersonen, entladen sich Ohnmachtsgefühle im Klassenzimmer. Auch Schulstrukturen selbst können Druck erzeugen – etwa durch öffentliche Leistungskontrollen oder ungeschickte Hilfsangebote, die als beschämend empfunden werden. Eine zukunftsfähige Strategie stärkt daher die Resilienz und Selbstregulation der Schüler. Schon… Weiterlesen »Prävention und Resilienz im Schulalltag verankern

Wandel der Erziehungsstile führt oft zu generationsübergreifenden Konflikten

Der Paradigmenwechsel in der Kindererziehung In der modernen Erziehung vollzieht sich ein grundlegender Wandel weg von historisch tief verwurzelten, autoritären Strukturen hin zu einem bindungs- und bedürfnisorientierten Ansatz. Im Zentrum dieser zeitgemäßen Herangehensweise steht die Überzeugung, dass Kinder eine enge, verlässliche und von emotionaler Wärme geprägte Beziehung zu ihren Bezugspersonen benötigen. Erziehung wird nicht mehr als Kontrolle von oben herab verstanden, sondern als Interaktion auf Augenhöhe, die auf Empathie, Respekt und offener Kommunikation basiert. Besonders im Säuglings- und Kleinkindalter äußert sich dies durch prompte Reaktionen auf die Signale des Kindes… Weiterlesen »Wandel der Erziehungsstile führt oft zu generationsübergreifenden Konflikten

Die Rolle des Vaters für die Entwicklung eines Kindes

Die Rolle des Vaters für die Entwicklung ihrer Kinder ist unbestritten und wandelt sich mit dem Alter des Kindes, d. h., Väter übernehmen mehrere Rollen. Anfangs sollen sie vor allem die Mutter entlasten, später geht es mehr darum, dem Kind zu helfen, die Regeln des sozialen Zusammenlebens zu lernen, also dem Kind etwa zu vermitteln, zu warten, zu teilen, seine Impulse zu kontrollieren. Während der Schwangerschaft einer Frau verändern sich nicht nur ihr Körper und Gehirn, sondern auch das Gehirn des werdenden Vaters erfährt Anpassungen. Bei Männern sinkt der Testosteronspiegel,… Weiterlesen »Die Rolle des Vaters für die Entwicklung eines Kindes

Vom Einser-Schüler zum Mittelfeld: Wie Eltern den „Notenknick“ beim Gymnasialstart psychologisch richtig begleiten

Der Wechsel von der Grundschule auf das Gymnasium ist für Kinder eine der größten biografischen Umstellungen ihrer frühen Schullaufbahn. Wenn ein Kind, das bisher mühelos nur Bestnoten nach Hause gebracht hat, plötzlich mit Vierern oder Fünfern konfrontiert wird, löst das oft bei der ganzen Familie Krisenstimmung aus. Aus psychologischer Sicht ist dieser Leistungseinbruch – der sogenannte „Notenknick“ – jedoch kein Zeichen von plötzlichem Staatsversagen oder mangelnder Intelligenz. Er ist das Resultat einer massiven Systemumstellung. Wie Sie als Eltern reagieren, entscheidet maßgeblich darüber, ob Ihr Kind an dieser Phase wächst oder… Weiterlesen »Vom Einser-Schüler zum Mittelfeld: Wie Eltern den „Notenknick“ beim Gymnasialstart psychologisch richtig begleiten

Überfürsorge: Zwischen Schutz und Entwicklungsblockade

Eine Erziehung, die von permanenter Überwachung, extremer Fürsorglichkeit und einem übersteigerten Beschützerinstinkt geprägt ist, birgt trotz guter Absichten erhebliche Risiken für die kindliche Entwicklung. Zwar resultiert dieses Verhalten oft daraus, dass Kinder heute einen höheren Stellenwert innerhalb der Familie genießen und als gleichberechtigte Mitglieder wahrgenommen werden, jedoch führt die ständige elterliche Präsenz im Alltag zu neuen Problemen. Ein zentrales Defizit liegt in der Überforderung des Kindes durch zu viel Mitspracherecht, denn werden Heranwachsende in weitreichende Entscheidungen eingebunden, deren Tragweite sie noch gar nicht überblicken können, besteht das Risiko einer unzulässigen… Weiterlesen »Überfürsorge: Zwischen Schutz und Entwicklungsblockade

Lesehäufigkeit und Lesefreude von Kindern

Von Volksschülern der zweiten Klasse werden die Lesefreude und die Lesehäufigkeit im Zusammenhang auf unterschiedliche äußere Einflüsse untersucht. Ins besonders werden das geschlechtsspezifische Leseverhalten, der Einfluss der Freunde, die Sprache und der Einfluss eines Bibliotheksbesuchs auf das Lese(freizeit)verhalten erläutert.