Zum Thema ‘Populärwissenschaftliches’

Nachhilfe



Nach neueren Untersuchungen bekommt in der BRD jeder siebte Grundschüler Nachhilfe in Deutsch, und im Alter von 17 Jahren hatte etwa jeder vierte Jugendliche im Laufe seiner Schulkarriere mindestens einmal bezahlte Nachhilfe bekommen. Vor allem in Bundesländern mit dreigliedrigem Schulsystem und vierjähriger Grundschulzeit entscheiden sich besonders viele Eltern für frühe private Nachhilfe, um den Sprung ihrer Kinder auf die gewünschte weiterführende Schule zu sichern. Experten interpretieren die Nachfrage nach privatem Ergänzungsunterricht als Ausdruck dafür, dass Eltern mit dem Schulsystem unzufrieden sind, denn sie haben den Eindruck, dass ihre Kinder im Schulunterricht nicht bestmöglich gefördert werden und versuchen dies mit Nachhilfe auszugleichen.
Bisherige Studien bestätigen die Wirksamkeit von Nachhilfeunterricht, denn Nachhilfelehrer können die Stärken und Schwächen ihrer SchülerInnen besser einschätzen können als FachlehrerInnen. Beinahe zwei Drittel der befragten Schüler in einer Bielefelder Studie sagt, dass sich ihr Interesse am betreffenden Lernfach durch die Nachhilfe gesteigert oder überhaupt erst entwickelt hat. Die Arbeit mit dem Nachhilfelehrer stärkt darüber hinaus auch das allgemeine Selbstvertrauen und trägt zum Abbau von Leistungsangst bei. Nachhilfeunterricht sollte aber nicht zur Dauereinrichtung werden und ist nur dazu da, um Lücken zu schließen.

Feriennachhilfe?

Nach Ansicht von Experten können in den Ferien intensiven Nachhilfekurse etwas bringen, damit die Schülerin bzw. der Schüler dann das Gefühl hat, den versäumten Stoff auch wirklich verinnerlicht zu haben. Andererseits ist es auch wichtig, dass die Schülerin bzw. der Schüler während der Ferien komplett abschalten kann und das schulische Lernen dann eben keine Rolle spielt, denn Kinder brauchen Ferien. Man muss wirklich gemeinsam mit SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen überlegen, ob Ferien-Nachhilfe für das jeweilige Kind sinnvoll ist.

Siehe dazu Nachhilfe – Ja oder Nein?

Quelle: http://www.focus.de/schule/lernen/nachhilfe/nachhilfe-studie-schulen-foerdern-nicht-genug_aid_475006.html (10-02-04)



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Die Rolle des Vaters für die Entwicklung eines Kindes



Die Rolle des Vaters für die Entwicklung ihrer Kinder ist unbestritten und wandelt sich mit dem Alter des Kindes, d. h., Väter übernehmen mehrere Rollen. Anfangs sollen sie vor allem die Mutter entlasten, später geht es mehr darum, dem Kind zu helfen, die Regeln des sozialen Zusammenlebens zu lernen, also dem Kind etwa zu vermitteln, zu warten, zu teilen, seine Impulse zu kontrollieren.
Manche Männer entwickeln auch Angst vor dem Vaterwerden, weil sich vor allem junge Männer nicht fest binden wollen und den Verlust ihrer Autonomie und Freiheit fürchten, andererseits weil sie sich Sorgen machen, ihrer Vaterrolle nicht gerecht werden zu können. Hier gilt es den Männern Mut zu machen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.
Vatergefühle entwickeln sich bei den meisten Männern erst während der Schwangerschaft, manchmal erst nach der Geburt, wobei das auch davon abhängt, ob ihn die Mutter dabei unterstützt. Wenn eine Mutter dem Vater das Gefühl gibt, dass er nur stört und alles falsch macht, vertreibt sie ihn eher aus seiner Vaterrolle, d. h., Männer sind letztlich darauf angewiesen, dass die Mütter ihnen erlauben, Vater zu sein.
Vor allem in den ersten zwei Lebensjahren des Kindes sollten Väter durchaus aus mütterliche Seiten zeigen, also geduldig, zärtlich, verständnisvoll und voll Einfühlungsvermögen sein. Etwa ab dem dritten Lebensjahr sollten Väter ihre Kinder dabei unterstützen, die Welt kennenzulernen, ihnen also helfen,  die Welt zu erobern, also die eher klassische männliche Rolle von Vätern ins Spiel bringen
Probleme für Kinder entstehen übrigens weniger dadurch, dass ein Vater fehlt oder abwesend ist, sondern wenn das Ansehen des Vaters etwa durch die Mutter beschädigt wird. Vor allem Patchwork-Väter brauchen Fingerspitzengefühl und sollten vor allem nicht mit Wucht in die neue Familie eindringen und vorschnell Vertrauen einfordern, sondern allen Beteiligten Zeit lassen, damit Vertrauen wachsen kann. Wichtig ist außerdem, dass sie sich gegenüber dem leiblichen Vater respektvoll verhalten.

Quelle: Joachim Bauer in einem Interview mit den OÖN vom 31. März 2017



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Fünfer im Semesterzeugnis: Was tun?



Andreas Girzikovsky, Leiter der Schulpsychologie am Landesschulrat Oberösterreich sagt, dass ein Fünfer im Semesterzeugnis kein Drama ist: „Man sollte einen Fünfer in der Schulnachricht als das nehmen, was er ist: Eine Rückmeldung, dass man nach derzeitigem Stand das Jahresziel nicht erreichen würde. Ein Fünfer ist kein Drama.“ Dabei sind Schimpfen oder Strafen die falschen Reaktionen, denn ein Fünfer löst beim Schüler ohnehin ein schlechtes Gefühl aus. Man sollte die negative Note zwar ernst zu nehmen, aber die Gründe sachlich zanalysieren und dann gemeinsam Strategien überlegen, was besser gemacht werden kann. Dazu ist es hilfreich, den Lehrer oder andere Außenstehende zu kontaktieren, denn oft hilft der Blick von außen, um ein System zu ändern. Wenig hilfreich ist es, in den Ferien zusätzliche Lernstunden einzuplanen, denn dadurch fühlt sich das Kind benachteiligt und versetzt sich in eine Opferrolle. Die Ferienwoche sollten alle Schüler zum Durchschnaufen verwenden, egal wie das Zeugnis ausfiel, denn Pausen sind wichtig, um Energie zu tanken und auf andere Gedanken zu kommen. Danach geht es neu motiviert weiter.

Quelle: OÖN vom 18. Februar 2017



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