Populärwissenschaftliches

Mimik und Gestik im Unterricht

Das Anheben des Mundwinkels: Zynismus, Arroganz oder überlegenheit werden damit ausgedrückt.
Das Öffnen des Mundes stellt Erstaunen dar.
Das Zusammenpressen der Lippen deutet auf verhaltenen Zorn bzw. Starrsinn hin.
Das Hochziehen der Unterlippe kann überlegenheit oder Nachdenklichkeit bedeuten.
Das Verschränken der Arme vor der Brust gibt Auskunft über Abwarten, Ablehnung, der Suche nach Geborgenheit oder dem Sich-unter-Kontrolle-halten.
Das Falten der Hände vor der Brust deutet auf Verkrampftheit und Unsicherheit hin.
Weite Armbewegungen spiegeln Sicherheit im Ausdruck.
Kurze, enge, andeutende Hand- und Armbewegungen stellen Unsicherheit dar.
Das Formen eines Spitzdaches mit den Händen in Richtung des Gesprächspartners verweist auf ein Sich-Wehren gegen jeden Einwand, ein Spitzdach nach oben symbolisiert Nachdenklichkeit.
Ein schnelles Händereiben kann Schadenfreude, ein langsames Zufriedenheit und Freude ausdrücken.
Das Spielen an einem Bleistift zeigt Nervosität.
Das Verkrampfen der Fäuste deutet auf Zorn hin.
Das Zuhalten des Mundes nach dem Sprechen weist auf eine mögliche Intention hin, das Gesagte wieder zurücknehmen zu wollen. Wird die Hand während des Sprechens vor den Mund genommen, so wird Unsicherheit ausgedrückt.
Das Stemmen der Hände in die Hüfte stellt Imponiergehabe, Überlegenheitsgefühl und Entrüstung dar.
Die Hände in die Hosentaschen zu stecken, deutet auf Arroganz oder auch Entspannung hin.
Das Halten der Arme und Hände unter dem Tisch verweist auf Unsicherheit. Die Lage der Hände vor der Brust zeigt eine Beteuerungsgeste auf.
Gekreuzte Hände vor der Brust symbolisieren Ergebenheit und Demut.
Hände am Rücken symbolisieren Befangenheit, Arroganz oder eine Autoritätshaltung.
Das Zusammenkrampfen der Hände deutet auf Nervosität und Aggressionen hin.
Ein Verschränken der Hände im Nacken zeugt von Wohlbefinden und Entspannung.
Das Aneinanderpressen der Fingerkuppen einer Hand unterstreicht eine Aussage und deutet darauf hin, dass der Kommunikator überzeugt ist.
Das Zeigen mit dem Finger stellt Entrüstung oder Aggression dar.
Das Heben des Zeigefingers wirkt belehrend und tadelnd.
Das kurze Platzieren des Fingers am Mund weist auf Verlegenheit hin, dauert dies länger an, so wird Nachdenklichkeit ausgedrückt.
Das Trommeln mit den Fingern stellt Ungeduld und Nervosität dar.
Das mehrmalige Schnipsen der Finger deutet auf einen Versuch hin, eine Lösung zu finden.
Das Pochen des Zeigefingers auf den Tisch drückt Entschlossenheit und Nachdruck aus.

Literatur
Heidemann, R. (2012). Körpersprache im Unterricht. Wiebelsheim: Quelle und Meyer.




Wichtige Informationen an den Anfang und ans Ende

Will man anderen Menschen wichtige Informationen vermitteln, dann muss man diese an den Anfang und das Ende seiner Erklärungen stellen, denn die Informationen, die man bei einer Argumentation zuerst oder zuletzt hört, merkt man sich am ehesten und machen den größten Eindruck. Diese Erkenntnis kommt aus der Lernpsychologie und nennt sich primacy-Effekt bzw. recency-Effekt. Beim primacy-effect handelt es sich um ein psychologisches Gedächtnisphänomen, das besagt, dass Menschen sich an früher eingehende Information besser erinnern als später eingehende Informationen. Der recency-effect besagt, das die jüngsten Informationen in einer Reihe von Informationen am besten erinnert werden, und steht damit dem primacy-effect gegenüber.

Das ist übrigens ein Grund, warum beim Verfassen von Werbetexten besonders auf deren Anfang und Ende geachtet wird. Daher sollte man etwa auch bei Kindern, denen man etwas erklärt, die wichtigsten Botschaften konsequent an den Anfang und Schluss stellen. Diesen Effekt kann man übrigens auch zum Beeinflussen von Entscheidungen nutzen, denn Studien zeigen, dass die am Anfang und Ende genannten Argumente auf Entscheidungen den größten Einfluss besitzen. Daher sollte man sich genau überlegen, in welcher Reihenfolge man seine Argumente vorträgt.

Quellen

Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
http://lexikon.stangl.eu/4882/primacy-effect-effekt/
http://lexikon.stangl.eu/4884/recency-effect/




Nainas Twitter-Kurzschluss

Auf ihrem Twitter-Account hat die 17-jährige Naina am 10. Januar um 13.49 Uhr ins World Wide Web geschrieben: „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“ Binnen weniger Stunden lesen Tausende diesen Tweet im Netz und binnen kurzer Zeit wurde der fast 12 000-mal geteilt und rund 21 500-mal favorisiert. Darüber hinaus hat Nainas Beitrag eine Diskussion darüber ausgelöst, inwiefern es überhaupt Aufgabe einer Bildungseinrichtung sein kann und muss, auf derlei Alltagsprobleme vorzubereiten. Wie weit geht der Aufgabenbereich der Schule, wann kommen die Eltern ins Spiel und wo fängt die Eigenverantwortung an?

Aus pädagogischer Sicht liegt hier ein großes Missverständnis in bezug auf schulische Ausbildung vor, denn eine Jugendliche, die in der Lage ist eine Gedichtanalyse in vier Sprachen zu schreiben, ist sicherlich in der Lage, sich das Wissen zu Steuern, Miete oder Versicherungen in kurzer Zeit anzueignen bzw. die notwendigen Informationen zu finden, am leichtesten vermutlich mit Hilfe des Internet. Hingegen ist es äußerst unwahrscheinlich, dass eine an Steuern, Miete oder Versicherungen ausgebildete Schülerin dazu fähig ist, eine Gedichtanalyse in vier Sprachen zu schreiben.

Siehe dazu Das exemplarische Lernen – das Wesen der genetischen Didaktik.