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Die schriftliche Division sollte nicht in der Grundschule unterrichtet werden

Es gibt zahlreiche sehr gute didaktische und entwicklungspsychologische Gründe, warum die schriftliche Division in der Grundschule (wenn überhaupt) erst sehr spät oder oft gar nicht unterrichtet wird, sondern erst in der Sekundarstufe systematisch eingeführt wird. Das ist keine Willkür. 1. Die schriftliche Division ist kognitiv sehr komplex Im Vergleich zu Addition, Subtraktion und sogar Multiplikation ist die schriftliche Division ein Mehrschrittverfahren, bei dem Kinder mehrere Denkprozesse gleichzeitig koordinieren müssen: Stellenwertverständnis (Zehner, Hunderter …) Abschätzen („Wie oft passt…?“) Multiplikation und Subtraktion im selben Schritt Restverständnis Rückbezug auf vorherige Zwischenergebnisse 👉 Für… Weiterlesen »Die schriftliche Division sollte nicht in der Grundschule unterrichtet werden

Die Pubertät als Chance im schulischen Kontext

Die Phase der Pubertät stellt für das Bildungssystem eine besondere Herausforderung dar, da sie durch eine tiefgreifende Reorganisation der jugendlichen Persönlichkeit geprägt ist. In diesem Lebensabschnitt durchlaufen Lernende einen massiven Umbruch, der Körper, Gehirn und Psyche gleichermaßen betrifft und häufig zu einer vorübergehenden Orientierungslosigkeit führt, da kindliche Sicherheiten zugunsten einer angestrebten Autonomie aufgegeben werden. Ein zentrales Merkmal dieser Entwicklung ist die Herausbildung der Fähigkeit zum formal-abstrakten Denken und zur Selbstreflexion, wobei diese kognitive Reifung zwar enorme pädagogische Chancen bietet, jedoch oft mit einer noch instabilen emotionalen Steuerung und einer geringen… Weiterlesen »Die Pubertät als Chance im schulischen Kontext

Was leistet die Lernpsychologie für die Pädagogik?

Die Lernpsychologie liefert zentrale theoretische Grundlagen zur Analyse, Erklärung und Gestaltung von Lernprozessen (Edelmann & Wittmann, 2019). Für Praxisanleitende und Lehrende ergibt sich daraus die Aufgabe, Lernende unter Berücksichtigung ihrer individuellen Voraussetzungen, Vorerfahrungen und Kompetenzstände zu begleiten. Eine solche lernprozessbegleitende Diagnostik ermöglicht es, Lernangebote adaptiv zu planen und an den jeweiligen Entwicklungsstand anzupassen (Helmke, 2022). Lernumgebungen sollten so gestaltet sein, dass sie Motivation, Selbstwirksamkeit und aktive Beteiligung der Lernenden fördern. Forschungsergebnisse zeigen, dass insbesondere die wahrgenommene Selbstwirksamkeit einen bedeutsamen Einfluss auf Lernbereitschaft, Ausdauer und Leistung hat (Bandura, 1997). Lernprozesse verlaufen… Weiterlesen »Was leistet die Lernpsychologie für die Pädagogik?

Selbstregulation als Leitprinzip des Unterrichts

Selbstregulation gilt in einer von digitalen Ablenkungen geprägten Lernumwelt als Schlüsselkompetenz, da sie Lernende befähigt, ihr Vorgehen beim Lernen eigenständig zu planen, umzusetzen und zu reflektieren. Viele Schulen versuchen zwar, diese Fähigkeit zu fördern, greifen aber oft auf isolierte Maßnahmen zurück, die von der Forschung als wenig nachhaltig bewertet werden (Wild & Möller, 2020). Zentrale Empfehlungen von Expertinnen und Experten unterstreichen, dass Selbstregulation systematisch und über Fächer hinweg im Unterricht verankert sein muss, damit Lernende Strategien nicht nur kennenlernen, sondern auch anwenden und verinnerlichen. Die Fähigkeit, das eigene Lernen bewusst… Weiterlesen »Selbstregulation als Leitprinzip des Unterrichts

Die Rotter-Methode in der Theaterpädagogik

In der Theaterpädagogik bezeichnet die „Rotter-Methode“ einen spezifischen theaterpädagogischen Ansatz, der von der österreichischen Theaterpädagogin und Regisseurin Sylvia Rotter im Rahmen des *Wiener Kindertheaters* entwickelt wurde. Diese Methode verbindet theaterspielerische Elemente mit pädagogischen und entwicklungsorientierten Zielsetzungen, indem sie professionelles Theaterspiel mit Lern- und Entwicklungsprozessen von Kindern und Jugendlichen verknüpft. Sie geht damit über rein ästhetische oder künstlerische Theaterarbeit hinaus und nutzt das Theaterspiel als Mittel für ganzheitliches Lernen, Persönlichkeitsentwicklung, Sozialkompetenz und Lebenskompetenzen. Die Rotter-Methode wird vor allem im schulischen Kontext und in außerschulischen Bildungsprojekten eingesetzt, wo Kinder in Gruppen von… Weiterlesen »Die Rotter-Methode in der Theaterpädagogik

Warum Eltern nicht immer wie ihre eigenen Eltern erziehen

Elternschaft verläuft seltener nach dem Muster der eigenen Kindheit, als viele befürchten, denn eine umfangreiche Analyse von Daten aus mehr als 12.000 Familien zeigte, dass der Erziehungsstil nur schwach von dem geprägt wird, was Mütter und Väter selbst erlebt haben. Zwar können fehlende Zuwendung oder negative Erfahrungen Schwierigkeiten in der eigenen Erziehung begünstigen, doch sie legen das Verhalten keineswegs fest. d. h., viele Eltern handeln bewusst anders. Die Studie untersuchte vier Bereiche der Erziehung: Liebe und Akzeptanz, Förderung von Eigenständigkeit, das Setzen von Strukturen und den Umgang mit Fehlverhalten. Über… Weiterlesen »Warum Eltern nicht immer wie ihre eigenen Eltern erziehen

Wenn Lernen steckenbleibt

Viele Eltern berichten, dass ihr Kind trotz guter Fähigkeiten einfach keinen „Zugang“ zum Lernen findet. Sie sehen, wie es sich anstrengt – und trotzdem bleibt wenig hängen. Das sorgt schnell für Frust, bei Kindern wie Erwachsenen. Wichtig ist: Das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Manchmal scheitern auch die besten Lerntechniken und das Wissen findet einfach keinen Weg in den Kopf des Kindes. Dabei ist das keine Frage der Intelligenz. Betroffene Kinder scheinen nur irgendwie blockiert zu sein, wenn es ans Lernen geht. So oder so ähnlich berichten es mir… Weiterlesen »Wenn Lernen steckenbleibt

Warum zu viel Unterstützung bei Hausaufgaben den Kindern eher schadet

Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch 😉  In sozialen Medien wird darüber diskutiert, ob Eltern die Hausaufgaben ihrer Kinder korrigieren sollten. Während einige der Meinung sind, Fehler auszubessern und Inhalte zu erklären, betonen andere, dass Lehrerinnen und LehrernLehrerinnen und Lehrern den tatsächlichen Lernstand nur erkennen können, wenn Kinder ihre Aufgaben eigenständig erledigen. Expertinnen und Experten weisen darauf hin, dass Hausaufgaben der Übung dienen und so gestellt sein sollten, dass sie ohne fremde Hilfe lösbar sind. Zu viel elterliche Einmischung kann die Leistungsentwicklung sogar verschlechtern, Konflikte verstärken und verhindern, dass Lehrkräfte nachvollziehen können, was… Weiterlesen »Warum zu viel Unterstützung bei Hausaufgaben den Kindern eher schadet

Wie ein Elternabend gelingen kann

Elternabende sind ein zentrales Element schulischer Kommunikation und bilden einen wichtigen Raum, in dem Eltern und Lehrkräfte Informationen austauschen, Erwartungen klären und gemeinsame Ziele für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler formulieren können. Gleichzeitig besitzen sie eine eigene Dynamik, da unterschiedliche Perspektiven und Bedürfnisse aufeinandertreffen. Wie die Schulpsychologie zeigt, prallen an Elternabenden häufig zwei Welten aufeinander: Eltern, die sich um Förderung, Leistungsbewertung, individuelle Bedürfnisse oder das allgemeine Wohl ihres Kindes sorgen, und Lehrkräfte, die zwischen Informationsvermittlung, Gesprächsführung und manchmal auch Rechtfertigungsdruck stehen. Damit ein Elternabend konstruktiv verläuft, ist eine gute… Weiterlesen »Wie ein Elternabend gelingen kann

Finnische Pädagogik: Lernfreude aus Finnland

Die viel zitierte „Lernfreude aus Finnland“ beruht weniger auf einzelnen Methoden als auf einer Haltung, denn Lernen wird dort als natürlicher Teil des Lebens verstanden – nicht als Wettkampf, sondern als gemeinsamer Weg, auf dem Kinder wachsen dürfen. Finnische Schülerinnen und Schüler gelten nicht deshalb als erfolgreich, weil sie früher anfangen, mehr pauken oder stärker verglichen werden, sondern weil sie in einem Umfeld lernen, in dem Vertrauen, Neugier und realistische Erwartungen zusammenwirken. Dieses Grundgefühl lässt sich erstaunlich gut in den Familienalltag übertragen, wenn man bereit ist, kleine Routinen zu verändern… Weiterlesen »Finnische Pädagogik: Lernfreude aus Finnland

Frühes Fingerzählen stärkt die spätere Rechenkompetenz

Studien aus der Entwicklungspsychologie legen nahe, dass frühes Fingerzählen eine entscheidende Rolle für die langfristige Rechenentwicklung von Kindern spielt. Während das Zählen an den Fingern im frühen Schulalter oft als primitive Strategie gilt, zeigen die Befunde, dass es vielmehr als kognitives Sprungbrett dient: Kinder, die zwischen vier und etwa sechseinhalb Jahren ihre Finger aktiv zum Rechnen nutzten, aber die Strategie im Laufe des siebten Lebensjahres ablegten, erzielten bei arithmetischen Aufgaben später die besten Ergebnisse. Diese Kinder übertrafen sowohl Gleichaltrige, die nie Finger einsetzten, als auch solche, die weiterhin damit arbeiteten.… Weiterlesen »Frühes Fingerzählen stärkt die spätere Rechenkompetenz

Wege zu nachhaltigem Lernen

Effektives Lernen entsteht vor allem dann, wenn neue Informationen mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft werden. Das Gehirn sucht ständig nach vertrauten Mustern, vergleicht Eindrücke miteinander und prüft, wie Neues in bestehende Strukturen passt. Genau hier setzen Techniken an, die mit Beispielen, Metaphern oder Analogien arbeiten: Sie erleichtern den Zugang zu komplexen Inhalten, fördern eine tiefere gedankliche Verarbeitung und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Gelernte dauerhaft abrufbar bleibt. Selbst wenn solche Vergleiche später als ungenau erscheinen, zeigt ihre Hartnäckigkeit, wie stark diese Form der Verknüpfung wirkt. Neben diesen Bedeutungsbezügen bleibt Wiederholung… Weiterlesen »Wege zu nachhaltigem Lernen