Zum Thema ‘Lehrer sein’

Projekt Lernen ohne Lärm



Zu viel Lärm stört die Konzentration und kann der Gesundheit schaden, und gerade dort, wo man sich besonders konzentrieren sollte, ist es aber oft zu laut, etwa in Klassenzimmern. Andauernder Umgebungslärm schadet Kindern und Jugendlichen, sodass sich die SchülerInnen schlechter konzentrieren können und dass dadurch ihre Leistungen nicht so gut sind, wie sie sein könnten. Auch langfristige Schäden sind durch den Lärm im Klassenzimmer möglich. Lärm ist in auch vielen Schulen, Kindergärten und anderen Bildungseinrichtungen zu einer großen Gesundheitsbelastung geworden, sowohl für jene, die dort lehren, genauso wie für die Lernenden. Im Rahmen des Projekts “Lernen ohne Lärm” sollen Kinder und Jugendliche, PädagogInnen, weiteres Schulpersonal, SchulärztInnen und ArchitektInnen für die Lärmproblematik sensibilisiert werden, und es sollen Beispiele ausgearbeitet werden, wie belastendes Lärmaufkommen in Schulen und Kindergärten durch raumakustische, organisatorische und soziale Optimierungsmaßnahmen verringert werden kann.

Kinder und Jugendliche forschen in diesem Projekt mit Unterstützung ihrer PädagogInnen und ExpertInnen zu Ursachen und Wirkungen von Lärm, wobei im Rahmen dieser Forschung die SchülerInnen mit Lehrpersonen und der Schulleitung und unterstützt durch das Projektteam maßgeschneiderte Maßnahmen zur Verringerung der Lärmbelastung in der eigenen Schule entwickeln und diese um setzensollen. So sollen einerseits Gesundheit und Wohlbefinden der Kinder und Erwachsenen in den Projektschulen gesteigert werden, andererseits sollen Schlüsse gezogen werden, wie Sensibilisierungsmaßnahmen, organisatorische, soziale und raumakustische Maßnahmen dazu beitragen, allgemein den Alltag in Bildungsinstitutionen leiser zu gestalten. Auch soll ein Informationsnetzwerk zur Sensibilisierung bezüglich Lärm in Österreich aufgebaut werden, um Bemühungen im Umwelt-, Gesundheits- und Bildungsbereich stärker zu bündeln. Um eine breiten Öffentlichkeit zu erreichen, ist es erforderlich, dass auch die Schulen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Öffentlichkeitsarbeit machen und eine Abschlussveranstaltung an ihrer Schule organisieren.

Link: https://www.lernenohnelaerm.at/



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Unterrichtseinstieg Redekette



Die Lehrerin bzw. der Lehrer stellt eine Frage, die sehr viele Möglichkeiten der Beantwortung lässt oder einen entsprechenden Impuls. Die Frage bzw. Aufgabenstellung sollte offen sein, damit alle SchülerInnen den Sinn des Gesprächs verstehen, denn nur so wird gewährleistet, dass sich die ganze Klasse beteiligen kann und das Unterrichtsgespräch nicht nach wenigen Beiträgen endet.

Ein Schüler bzw. eine Schülerin beginnt mit der Beantwortung der Frage und nimmt einen anderen Schüler bzw. eine andere Schülerin dazu mit. Es entsteht so eine Kette von Beiträgen, die von der Lehrerin bzw. vom Lehrer nicht unterbrochen wird, sondern diese greifen nur ein, wenn die Regeln missachtet werden. Die Lehrerin bzw. der Lehrer kann nach Beendigung auf einzelne Äußerungen eingehen oder eine Zusammenfassung des Gesagten geben.

Diese Methode eignet sich gut als Einstieg in ein Thema, zu dem sich die SchülerInnen frei äußern können, ohne dass es falsche Antwortmöglichkeiten gibt. Sie kann ebenfalls in Unterrichtsphasen eingesetzt werden, die dem Erfahrungs- oder Meinungsaustausch, der Sammlung von Ideen usw. dienen sollen.

Die SchülerInnen haben dabei die Möglichkeit, mehr miteinander zu sprechen als nur mit der Lehrerin bzw. dem Lehrer, die sich auf das Zuhören konzentrieren kann.

Für diese Methode muss es möglich sein, dass die SchülerInnen Blickkontakt zueinander haben, d. h., die Sitzordnung sollte so angepasst werden, dass sich alle anschauen können. Damit auch alle SchülerInnen an die Reihe kommen, müssen eventuell Regeln aufgestellt werden, etwa dass Mädchen und Buben abwechselnd an die Reihe kommen müssen. Man kann sich auch am Alphabet orientieren.

Literatur

Mattes, Wolfgang (2002). Methoden für den Unterricht. 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn: Schöningh.



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Die Sprache der Mathematik



Fortschrittliche Schulen haben die Prügelstrafe durch Mengenlehre ersetzt.
Wolfram Weidner

Viele mathematische Aufgaben bestehen aus zum Teil ziemlich auf Grund einer notwendigen Exaktheit aus kompliziert formulierten kleinen oder längeren Texten. Diese Textaufgaben erfordern natürlich auch die Fähigkeit, die Aufgabenstellung sprachlich sehr genau zu verstehen, wobei verbal formulierte Verhältnisse, Beziehungen und Kausalitäten erfasst und dann erst in ein mathematisches Problem umgewandelt werden müssen. Ein Schüler oder eine Schülerin, die in der Sprache wenig geübt ist, hat bei einer solchen Aufgabe, besonders unter dem Druck einer Prüfung, ein ziemliches Problem. Viele Kinder scheitern deshalb an Mathematik, weil sie die dabei verwendete Sprache nicht so gut beherrschen, obwohl sie durchaus mathematisch begabt sind.

Zahlreiche Probleme im Mathematikunterricht resultieren auch daraus, dass viele Begriffe und Aussagen im Alltag eine andere Bedeutung besitzen als in der Mathematik, etwa die Begriffe Menge oder Lösung. Doch nicht nur unterschiedliche Verwendungen solcher Begriffe bereiten SchülerInnen Probleme, sondern auch im Alltag selten verwendete Wörter, denn viele Aufgabenstellungen in Mathematik beginnen mit „Löse … !“, „Berechne … !“, „Vereinfache … !“ Diese Begriffe kommen in der Umgangssprache praktisch in dieser Form nicht vor.

Weitere Herausforderungen im Mathematikunterricht erleben SchülerInnen bei der Lösung von Sachaufgaben, denn die Szenarien sind häufig nicht der Erlebenswelt der Kinder entnommen, sondern gehören zur Erwachsenenwelt (Ratenzahlungen, Vertrag). Man sollte beim Mathematikunterricht daher die Alltagssprache immer wieder in die Mathematiksprache übersetzen und umgekehrt, d. h., welche mathematische Operation muss durchgeführt werden, wenn etwas hinzukommt, wegkommt, mehr wird, weniger wird usw. Zusätzlich enthalten Schulbücher häufig Texte, die SchülerInnen sowohl von der Begriffsverwendung als auch von der Grammatik überfordern.

Der Mathematiker Günter M. Ziegler legte 2016 in einem WIRED-Interview dar, dass wir in einer mathematisierten Welt leben, denn für Zugfahrpläne, Big Data, Verschlüsselung, sichere Kommunikation mit der Bank ist Mathematik nötig. Allerdings hat das, was man in der Schule an und über Mathematik lernt, fast nichts damit zu tun. Das Bild, das viele Menschen von Mathematik haben, aber auch das Bild, das Lehrer und Lehrerinnen in der Schule vermitteln, passt eher ins 19. Jahrhundert, und die Vielfalt dessen, was Mathematik heute ist, die Vielfalt der Teildisziplinen, die Vielfalt der Fragestellungen, der Forschungsrichtungen, der Anwendungsmöglichkeiten, wird in der Schule gar nicht vermittelt. Die Mathematik in der Schule beschränkt sich zu einem viel zu großen Teil auf das, was auch erklärt werden kann, also wie man lineare Gleichungssysteme von zwei Gleichungen und zwei Unbekannten auflöst, das kann zwar mit der Zeit jeder verstehen und das wird dann auch erklärt und gerechnet. Allerdings sollte aber auch vermittelt werden, wie Mathematik in das Leben eingreift, wie etwa ein Wetterbericht berechnet wird, eben nicht durch Gleichungen mit zwei Unbekannten, sondern 50.000 Unbekannte wie die Temperatur, die Windrichtung und die Windgeschwindigkeit an den Messstationen. Auch ist der Anteil an der großen Wissenschaft Mathematik, der in der Schule bearbeitet wird, dass man ihn versteht, nur ein winziger Ausschnitt eines riesigen Wissengebietes.

Fazit: Einerseits besteht in der Öffentlichkeit eine hauptsächlich durch die Bildungsinstitutionen vermittelte Abwehr gegenüber der Mathematik, andererseits kommt der Mathematik zum Verständnis der uns umgebenden Welt eine wachsende Bedeutung zu, und stellt darüber hinaus auch eine Schlüsselkompetenz für weiterführende Studien im berufsbildenden und universitären Sektor dar. Kaum eine Berufsausbildung oder eine Studienrichtung kommt heute ohne elementare mathematische Kenntnisse aus, dennoch stellt der aktuelle Mathematikunterricht weltweit immer noch eine entscheidende Bildungshürde für viele Kinder und Jugendliche dar. Daher werden zur kontinuierlichen Entwicklung des Lehrens und Lernens von Mathematik zahlreiche innovative Konzepte entwickelt, die auf die Verbesserung des Mathematikunterrichts abzielen, wie etwa interdisziplinärer und projektartiger Unterricht oder die Integration von Unterrichtsbeispielen mit Bezügen zu Alltag und Wissenschaft.


In einem Interview in der Badischen Zeitung vom 30. Juni 2018 erklärt Albrecht Beutelspacher, Leiter des Museums “Mathematikum”, warum Mathematik vielen Menschen so kompliziert erscheint. Nach seiner Ansicht ist diese für viele sehr abstrakt und weit weg von dem, was man so kennt. Dass viele Menschen Probleme mit Mathematik haben liegt an zwei Dingen: “Zum einen ist da die mathematische Sprache: Bruchstriche, Klammern, Pluszeichen… Das ist, als würde man eine neue Sprache mit ganz fremden Regeln lernen müssen. Zum anderen hat Mathematik viel mit Denken und Vorstellen zu tun, da muss man sich drauf einlassen.” Damit Mathematik mehr Spaß macht, sollte man erkennen, dass man durch eigenes Denken etwas herauszufinden kann. Dabei muss man also etwas verstehen wollen und bereit sein, ein bisschen dabei nachzudenken, denn man bekommt Lösungen nicht durch Probieren heraus, sondern muss irgendwann die richtige Idee haben. Wichtig sind dabei die mathematischen Begriffe, d. h., es ist sinnvoll, diese zu lernen und auch mit anderen drüber zu reden, gemeinsam zu überlegen und Ideen zu entwickeln. “Es hilft auch, sich draußen umzuschauen: Kreise, Linien, rechte Winkel, Parallelen – unsere Umwelt ist voller Mathematik. Wenn man das einmal im Kopf hat, sieht man auch mehr.(…) Mit ein paar guten Mathekenntnissen hat man einfach mehr vom Leben.”


In einem Internetartikel schwärmt ein Mathematikstudent von Primzahlen: “Primzahlen sind ein großer Teil unseres Alltags, sie sind wichtig für Verschlüsselung. Aber sie sind auch an sich so schön, so außergewöhnlich, sie sind einzigartig im Vergleich zu den anderen Zahlen, weil sie ja nur durch eins und sich selbst teilbar sind, das ist das besondere an Primzahlen.” Und dass es von denen unendlich viele gibt, kann er mal eben aus dem Stegreif beweisen: “Angenommen wir haben nur endlich viele Primzahlen, dann kann ich die alle miteinander multiplizieren und die Zahl die dabei raus kommt, ist durch jede der Primzahlen teilbar, weil ich habe sie ja alle miteinander multipliziert und wenn ich dieses Produkt plus eins rechne, ist die Zahl durch keine der Primzahlen mehr teilbar, von denen wir angenommen haben, dass es nur endlich viele gibt, das heißt sie ist selber schon wieder eine Primzahl.”


Lehrl et al. (2019) haben in einer Studie untersucht, wie sich das Aufwachsen von Kindern in einer Familie, in der sie schon früh zum Lernen angeregt werden, auswirkt. Im Detail wurde untersucht, wie bedeutsam die familiäre Lernumgebung in den frühen Lebensjahren für die Kompetenzentwicklung bis zur Pubertät ist. Dabei zeigte sich, dass Eltern, die ihre Kinder im Vorschulalter dazu anregen, schriftliche, sprachliche und mathematische Fähigkeiten zu entwickeln, etwa durch gemeinsames Würfelspielen oder Bilderbüchern anschauen, in weiterführenden Schulen bessere Lese- und Mathematikfähigkeiten zeigen. Das gilt auch für die Förderung in Kindergärten, denn frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass ErzieherInnen einen positiven Einfluss auf Kinder und deren mathematische und sprachliche Entwicklung haben, wenn diese gemeinsam mit ihnen lesen, alltägliche Situationen sprachlich begleiten oder auch Würfel- und Brettspiele spielen.


Literatur

Lehrl, Simone, Ebert, Susanne, Blaurock, Sabine, Rossbach, Hans-Günther, Weinert, Sabine (2019). Long-term and domain-specific relations between the early years home learning environment and students’ academic outcomes in secondary school. School Effectiveness and School Improvement, doi:10.1080/09243453.2019.1618346.
https://www.wired.de/collection/science/warum-wir-mehr-ahnung-von-mathe-brauchen-das-wired-interview (16-07-12)
https://www.uni-hamburg.de/presse/pressemitteilungen/2016/pm60.html (16-07-18)
http://www.badische-zeitung.de/neues-fuer-kinder/wie-eine-neue-sprache–154077608.html (18-06-30)
https://www.deutschlandfunk.de/faszination-fuer-mathematik-primzahlen-sind-ein-grosser.680.de.html?dram:article_id=443519 (19.03-16)



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