Zum Thema ‘Lehren’

Evaluation von Hochschullehre und Feedback



HochschullehrerInnen orientieren sich heute deutlich stärker als frühere Generationen an Bedürfnissen der Studierenden, wobei sich Lehrende vor allem dann in qualifizierter Lehre engagieren, wenn sie einen wertschätzenden Umgang bei den Studierenden vermuten. In einer Untersuchung von Kluge & Schüler (2013) beurteilten Studierende die Lehre in standardisierten Evaluationsbögen, wobei zusätzlich festgehalten wurde, wie diese Urteile auf die Lehrenden wirken. Dabei zeigte sich, dass negatives Feedback nicht zu einer erhöhten Anstrengungsbereitschaft führt, vielmehr gab es jede Form von Beziehung zwischen Beurteilung und Konsequenzen: Jemand mit negativem Feedback strengt sich weniger an, jemand mit positivem Feedback strengt sich weniger an, jemand mit positivem Feedback strengt sich mehr an, und jemand mit negativem Feedback strengt sich mehr an – oder alle strengen sich genauso an wie bisher … Studentische Veranstaltungsbeurteilungen sollten vor allem eine Grundlage für eine eventuell erforderliche Beratung von Lehrenden bilden, wobei folgende Aspekte relevant erschienen:

  • Die Studierenden-Fragebögen sollen theoretisch haltbar und psychometrisch überprüft sein.
  • Der Studierenden-Fragebogen sollte mit einem analogen Dozenten-Fragebogen korreliert werden, um die Fremd- und Selbsteinschätzungen vergleichen zu können.
  • Zusätzliche Informationsquellen, z.B. Videobeobachtung, können hilfreich sein.
  • Nicht selten verfügen Lehrende über ungünstige Einschätzungen ihrer Lehrkompetenz. Hier bietet es sich an, ungünstige Ursachenerklärungen durch motivationsförderliche Erklärungen zu ersetzen und aufzuzeigen, mit welchen Maßnahmen diese Faktoren entwickelt werden können.
  • Als effektiv hat es sich erwiesen, wenn einige wenige Aspekte der Lehre ausgewählt werden und sich die Dozenten dafür Verbesserungsziele setzen.
  •  Zusätzlich zur Expertenberatung sind Diskussionsmöglichkeiten in einer Gruppe von Lehrenden sinnvoll.

Siehe dazu auch Feedbackmöglichkeiten in universitären Lehrveranstaltungen.

Literatur
Kluge, A. & Schüler, K. (Hrsg.). Qualitätssicherung und Entwicklung in der Hochschule: Methoden und Ergebnisse. Pabst.



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Attention getter – Aufmerksamkeit bei Referaten



Attention getter sind gezielt eingesetzte rhetorische Elemente, mit denen es fast immer gelingt, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen oder falls diese sich bereits langweilen, diese wiederzugewinnen. Attention getter können überall verwendet werden, vielleicht schon in der Einleitung aber auch im Hauptteil. Attention getter sollten aber sparsam eingesetzt werden, denn sie sind wie Gewürze beim Kochen: ein Zuviel kann ein ganzes Gericht verderben, ein Zuwenig aber auch.

Eigene Lebensgeschichte
Fordern Sie Ihre Zuhörer auf, sich an wichtige Stationen der eigenen Lebensgeschichte zu erinnern. Mit etwas Geschick lassen sich fast immer und zu fast jedem Thema Anlässe finden: Erinnern Sie sich doch bitte einmal an Ihren ersten Computer! Wie war es damals, als Sie Ihre erste Wohnung bezogen haben? Können Sie sich noch daran erinnern als Sie Ihren ersten Vortrag gehalten haben? Zuhörer schätzen in der Regel eine solche Erinnerungspause, denn was gibt es Interessanteres als die eigene Person!

Ungewöhnliches
Alles was aus dem Rahmen fällt erregt Aufmerksamkeit. Haydens Symphonie mit dem Paukenschlag ist ein Beispiel, wie der Konzertbesucher vom Träumen abgehalten werden. Nun arbeiten Sie bei einem Vortrag mit Worten und nicht mit Musik. Sie sollten also nach ungewöhnlichen und unerwarteten Aspekten Ihres Stoffes suchen. Ich habe lange Zeit z.B. Statistik unterrichtet. Dabei war es für mich immer wieder beeindruckend, wie stark den Teilnehmern meiner Kurse die Tatsache in Erinnerung blieb, dass der englische Ausdruck für Mittelwert “average” in einem engen Zusammenhang mit dem Wort “Havarie” steht. Ging in Zeiten der Segelschiffahrt bei einem Sturm ein Teil der Ladung verloren, so war es in der Regel die Decksladung. Die Ladung unter Deck war sicherer. Der Gerechtigkeit halber wurde nun der entstandene Schaden von allen Besitzern der Ladung – also auch denen, deren Ladung den Hafen sicher erreichte – getragen, der Schaden wurde also gemittelt.

Geld, Schatz, Vermögen
Alles was mit viel Geld und Vermögen zu tun hat beflügelt unsere Phantasie. Nutzen Sie diese Tatsache. Wenn Sie darauf hinweisen können, daß ein Softwarefehler der eigenen Firma einen Schaden von 3,6 Millionen DM beschert hat (was man dafür alles kaufen könnte!), so können Sie sich der Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer gewiss sein. Dieser Attention getter wirkt aber auch umgekehrt: Sie können sich der Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer sicher sein, wenn Sie Ihnen Wege zum Sparen aufzeigen.

Tod, Chaos, Unheil
Dem Schrecken durch Tod, Chaos und Unheil kann sich niemand entziehen. Hört man davon, so kann man kaum einschlafen. Ich erinnere mich gut an einen Vortrag eines Zahnmediziners, der über die Belastung des Amalgams durch Quecksilber sprach. Zum Beleg seiner Ausführungen zitierte er Messungen, die man an den Schornsteinen von Krematorien gemacht hatte. Das ist sicher makaber – gleichzeitig aber auch ein mächtiger Erinnerungsanker.

Beziehungen zwischen den Geschlechtern
Alles was mit der Beziehungen der beiden Geschlechter zu tun hat oder auch nur entsprechende Assoziationen zuläßt, lässt uns aufhorchen. Einem Soziologen, der einen Vortrag über die moderne Verwaltung hält, würde ich empfehlen, als Beispiel lieber das Standesamt als das Katasteramt oder das Finanzamt zu wählen.

Sex, Money and Crime als rhetorische Mittel?
Ja sicher – wenn man sich im Klaren darüber ist, dass man sparsam mit diesen Gewürzen umgehen sollte. Die Frage der Angemessenheit können nur Sie von Fall zu Fall beantworten.

Quelle
Gralki, H. (1998). Wie gestaltet man einen Vortrag?
WWW: http://paedpsych.jku.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/PRAESENTATIONORD/PRAESENTATIONLITERATUR/Gralki.html (02-12-12)



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Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien



I like L3TDas Lehrbuch für Lehren und Lernen mit Technologien ist mit 1.2.2011 frei zugänglich verfügbar , in dem 115 AutorInnen, über 80 GutachterInnen sowie viele weitere Personen das Themenfeld umfassend dargelegt haben. Ab Ende Mai 2011 gibt es das Buch auch als Printversion.

Dieses Buch soll freien Zugang (Open Access) zu seinen Inhalten, entsprechend der Grundannahme, dass die freie öffentliche Verfügbarkeit von Forschung einem weltweiten Wissensaustausch zugute kommt. Alle Kapitel werden frei zum Download angeboten werden. Gedruckte Exemplare werden über einen Verlag käuflich erwerbar sein. Sämtliche Inhalte des Webportals unterliegen der Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported License

Man kann dieses gemeinnützige Projekt unterstützen und nachhaltig sichern, wenn man einfach Pate eines Kapitels wird.

Link: http://l3t.tugraz.at/index.php/LehrbuchEbner10 (11-02-02)



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