Zum Thema ‘Populärwissenschaftliches’

Nachprüfung und Prüfungsangst



Hans Morschitzky, Linzer Psychologe und Autor zahlreicher Bücher zur Thematik Angst, sprach in einem Interview mit den OÖN im August 2016 über Symptome und Erfolgsstrategien, wie man mit Prüfungsangst gut umgeht. Die Nachprüfungen stehen kurz bevor und viele SchülerInnen können sich vor lauter Angst nicht mehr auf das Lernen konzentrieren, andere haben Schlafstörungen oder keinen Appetit. Nach Morschitzky leiden acht Prozent der Volksschüler unter Prüfungsangst leiden, und je älter Schüler werden, umso häufiger werden die Ängste, wobei unter den höheren Schülern und Studierenden es sogar 15 bis 20 Prozent sind.

Die echte Angst unterscheidet sich von der normalen Aufregung vor einer Prüfung dadurch, dass man nicht mehr schlafen kann, nicht essen, vor lauter Angst nicht mehr lernen kann, man sich nicht konzentrieren kann, also die Lebensqualität leidet. Nicht nur ängstliche Menschen haben dabei Prüfungsangst, sondern diese kann alleine dastehen, manchmal tritt sie gemeinsam mit sozialen Phobien auf, also der generellen Angst vor kritischer Beurteilung, was viel mit dem Selbstwert zu tun hat. Wenn dieser einseitig abhängig ist von der eigenen Leistung, sieht man sich immer aus der Perspektive des Beurteilers, des Lehrers, des Publikums. Körperliche Symptome der Prüfungsangst sind Schwitzen, Schwindel, Durchfall, Appetitlosigkeit, Übelkeit, es wird einem heiß oder kalt, man ist kurzatmig. In vielen Fällen treten Konzentrationsstörungen auf, Panikattacken und Schlaflosigkeit.

Allerdings muss die Angst vor einer Prüfung nicht unbedingt zum Versagen führen, d. h., man darf Angst haben, wobei die Anspannung sogar hilfreich sein kann, denn diese zeigt, dass einem die Nachprüfung nicht egal ist. Allerdings kommt es aber darauf an, wie man mit seiner Angst umgeht, d. h., es ist wichtig, alles zu tun, damit die Prüfung gut geht, etwa indem man sich die eigenen Fähigkeiten vergegenwärtigt und nicht nur die Defizite. Man sollte sich vor allem darauf besinnen, was man gelernt hat, und sich darauf konzentrieren, sein Wissen gut zu präsentieren. Wenn man nämlich gegen die Angst ankämpft und glaubt, man muss zuerst ruhig werden, um Erfolg haben zu können, verbraucht man zu viel Energie, die einem dann beim Lernen oder der Prüfung fehlt. Entspannungsübungen und pflanzliche Mittel können nach Ansicht von Morschitzky zwar für den einen oder anderen hilfreich sein, aber es geht bei Prüfungsangst nicht darum, keine Angst zu haben, sondern darum, erfolgreich zu sein.

Es gibt drei Arten von Prüfungsangst: Die Angst tage- und wochenlang vor der Prüfung, wenn man den Termin auch ständig hinausschiebt, die Panik während der Prüfung (Blackout) und die Furcht danach: Was wird jetzt von mir erwartet, nach diesem (guten) Ergebnis?

Quelle
OÖN vom 30. August 2016



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Ist Gedichte auswendig zu lernen unmodern?



Gedichte auswendig zu lernen stellt für Schülerinnen und Schüler eine große Herausforderung dar. Aus diesem Grund wird es daher heute in der Schule oft vernachlässigt. Viele SchülerInnen verzweifeln an diesem Problem, denn beim Auswendiglernen eines Gedichtes müssen sie sich häufig mit antiquierten Wörtern und Inhalten auseinandersetzen. Dabei haben die meisten Schülerinnen und Schüler keine Probleme, sich auch komplizierte und lange Songtexte sogar in einer Fremdsprache zu merken.
Die meisten klassischen Gedichte waren für den lauten Vortrag vorgesehen, sodass es daher wichtig ist, dass man Gedichte laut liest, wobei der Aufbau der Reime sowie die Versmaße einen Rhythmus vorgeben, der das Lernen erleichtert. Ein guter Einstieg ist, das Gedicht einmal mit der Hand abzuschreiben uns dieses anschließend von dieser eigenen Vorlage laut zu lesen. Den Inhalt eines Gedichten verinnerlicht man am leichtesten, wenn man diesen in eigenen Worten zusammenfasst, um mit der Aussage des Gedichtes vertraut zu werden. Es hilft auch, sich ein Gedicht als eine Geschichte vorzustellen, die man jemandem erzählen will. Unbekannte und nicht geläufige Wörter oder wenig geläufige Bilder sollte man nachschlagen, um den Inhalt des Gedichtes auch zu verstehen. Ein besonderes Augenmerk sollten man auf den Rhythmus legen, denn dieser erleichtert das Auswendiglernen, wobei auch die Struktur der Reime hilfreich ist, um den roten Faden zu behalten. Es hilft auch, bestimmte Stellen im Gedicht als eine Wegweiser hervorzuheben, die durch den lauten Vortrag leiten können. Siehe zum Thema auch



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Nachhilfe



Nach neueren Untersuchungen bekommt in der BRD jeder siebte Grundschüler Nachhilfe in Deutsch, und im Alter von 17 Jahren hatte etwa jeder vierte Jugendliche im Laufe seiner Schulkarriere mindestens einmal bezahlte Nachhilfe bekommen. Vor allem in Bundesländern mit dreigliedrigem Schulsystem und vierjähriger Grundschulzeit entscheiden sich besonders viele Eltern für frühe private Nachhilfe, um den Sprung ihrer Kinder auf die gewünschte weiterführende Schule zu sichern. Experten interpretieren die Nachfrage nach privatem Ergänzungsunterricht als Ausdruck dafür, dass Eltern mit dem Schulsystem unzufrieden sind, denn sie haben den Eindruck, dass ihre Kinder im Schulunterricht nicht bestmöglich gefördert werden und versuchen dies mit Nachhilfe auszugleichen.
Bisherige Studien bestätigen die Wirksamkeit von Nachhilfeunterricht, denn Nachhilfelehrer können die Stärken und Schwächen ihrer SchülerInnen besser einschätzen können als FachlehrerInnen. Beinahe zwei Drittel der befragten Schüler in einer Bielefelder Studie sagt, dass sich ihr Interesse am betreffenden Lernfach durch die Nachhilfe gesteigert oder überhaupt erst entwickelt hat. Die Arbeit mit dem Nachhilfelehrer stärkt darüber hinaus auch das allgemeine Selbstvertrauen und trägt zum Abbau von Leistungsangst bei. Nachhilfeunterricht sollte aber nicht zur Dauereinrichtung werden und ist nur dazu da, um Lücken zu schließen.

Feriennachhilfe?

Nach Ansicht von Experten können in den Ferien intensiven Nachhilfekurse etwas bringen, damit die Schülerin bzw. der Schüler dann das Gefühl hat, den versäumten Stoff auch wirklich verinnerlicht zu haben. Andererseits ist es auch wichtig, dass die Schülerin bzw. der Schüler während der Ferien komplett abschalten kann und das schulische Lernen dann eben keine Rolle spielt, denn Kinder brauchen Ferien. Man muss wirklich gemeinsam mit SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen überlegen, ob Ferien-Nachhilfe für das jeweilige Kind sinnvoll ist.

Siehe dazu Nachhilfe – Ja oder Nein?

Quelle: http://www.focus.de/schule/lernen/nachhilfe/nachhilfe-studie-schulen-foerdern-nicht-genug_aid_475006.html (10-02-04)



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