Unterrichtsmaterialien zum Thema Web 2.0



Mit den Begriffen „Web 2.0“ bzw. „Mitmach-Internet“ wird seit einigen Jahren die aktive und gemeinschaftliche Nutzung des Internet betont. Saferinternet.at, eine österreichweite Initiative, die InternetnutzerInnen bei der sicheren Verwendung des Internets unterstützt, hat eine Broschüre mit praxisnahen Unterrichtsmaterialien zum Thema „Web 2.0 – Das Mitmach-Internet sicher und verantwortungsvoll nutzen“ erstellt. Grundlage dafür ist ein von der Telekom Austria TA AG und dem bm:ukk angeregtes Pilotprojekt „Web 2.0 Klasse“. Web 2.0 Anwendungen wie z.B. Blogs (öffentliche Tagebücher im Internet) und Wikis (Websites, die nicht nur gelesen, sondern auch gemeinsam bearbeitet werden können) sind vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt. Da diese sich aber oft der Risiken nicht bewusst sind bzw. die rechtlichen Bestimmungen nicht kennen, wird es immer wichtiger, dass sich auch PädagogInnen mit der veränderten Nutzung des Internets auseinandersetzen. Der neue kostenlose Unterrichtsbehelf unterstützt Lehrende bei der Behandlung des Themas sichere und verantwortungsvolle Web 2.0 Nutzung. Gefördert wurde der Unterrichtsbehelf vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Telekom Austria und dem „Saferinternet plus Programm“ der EU-Kommission.

http://www.saferinternet.at/unterrichtsmaterialien

Gesamtes Unterrichtspaket (PDF-Datei, 1,5 MB)



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Behandlungskonzept für Rechenschwäche



Rechenschwäche bei Vor- und Grundschul-Kindern: ein neues erfolgreiches Behandlungskonzept

So unterschiedlich die Ursachen einer Rechenschwäche sind, so differenziert muss das Unterrichts- und Therapiekonzept sein. Dr. Hendrik Simon (Universität Köln) hat ein solches entwickelt und über mehrere Jahre erprobt. Er repetiert mit den leistungsschwachen Kindern nicht den obligaten Stoff, sondern verbessert ihre Ressourcen. Das Konzept und dessen Anwendung beschreibt Simon in seinem Paperback „Interventionen bei Störungen des Erwerbs arithmetischer Konzepte“.  Eine wichtige Rolle spielen für den Pädagogen u.a. Lernhilfsspiele. Sie eignen sich v.a. zur Motivation: „Kinder lassen sich besonders gut mit Aufgaben motivieren, in denen sie – für sich selbst erkennbar – bereits deutliche Fortschritte gemacht haben. Oft sind dies Aufgaben, die Handlungskonzepte ansprechen und die den Kindern am Anfang der Therapie nicht gut gelungen sind. Durch weitergehende Ideen kann man diese Übungen sinnvoll ausbauen, so dass die (ehemals schwach ausgeprägten) Handlungskonzepte weiter gestärkt werden.
Eine zusätzliche starke Motivation ergibt sich daraus, wenn man mit dem Kind über den Schulstoff hinausgeht. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Ausweitung der Konzeptlandschaft des Kindes:“ Zu einem noch nicht behandelten mathematischen wird ein situationsspezifisches Konzept aufgebaut; dafür eignet sich v.a. materialgestütztes Rechnen in einem höheren Zahlenraum oder handlungsgestütztes Dividieren bereits in der zweiten Klasse.
Für den Erfolg sind auch die Eltern mitverantwortlich, postuliert Simon. Wenn er z.B. Lernhilfsspiele neu einführt, werden die Eltern angelernt, die Lehrerrolle zu übernehmen. „Gegebenenfalls muss der Elternteil instruiert werden, welche Elemente der zu entdeckenden Strategie innerhalb des Spiels gegenüber dem Kind auf gar keinen Fall erwähnt werden sollen. Die Einschätzung der Zuverlässigkeit der Eltern ist eine wichtige Fähigkeit der Lehrperson …“

Embodied cognition als Hilfe bei Dyskalkulie

In der Grundlagenforschung zur numerischen Kognition gilt als belegt, dass Zahlen entlang eines räumlich orientierten mentalen Zahlenstrahls repräsentiert werden. Diese Zahlenstrahlrepräsentation ist für komplexere Rechenprozesse von eminenter Bedeutung, da sie eine Basisvoraussetzung für Zahlenverständnis darstellt. Aufgrund der räumlichen Orientierung des mentalen Zahlenstrahls kann dieser durch die Perzeption numerisch-räumlicher Information aktiviert werden. Zusätzlich zeigen zahlreiche jüngere Studien, dass bei seiner Entwicklung auch senso-motorische Erfahrungen im Sinne einer verkörperlichten Kognition (embodied cognition) eine bedeutende Rolle spielen. Dennoch wurden körperliche Erfahrungen zur Förderung verkörperlichter Kognition bislang kaum für systematische Trainings- und Interventionsstudien eingesetzt. Im Rahmen des Projekts „Analyse und Förderung effektiver Lehr-Lern-Prozesse“ versucht man den Einsatz verkörperlichter Kognitionen im Individualtraining im Zusammenhang mit einem Transfer in die Praxis des schulischen Förderunterrichts.
Dabei wird in einem Projekt (Cress et al., 2010) die mentale Zahlenstrahlrepräsentation mithilfe einer digitalen Tanzmatte trainiert, die eine ganzkörperliche Erfahrung von Zahlengröße ermöglichen soll, um Kindern dabei zu unterstützen, eine robuste Zahlenstrahlrepräsentation aufzubauen. Die digitale Tanzmatte ist ein Eingabegerät, das ursprünglich für die PlayStation auf den Markt kam und auch für Computer verfügbar ist. Diese Matte besteht aus neun Feldern und war für ursprünglich Tanzspiele konzipiert, wobei die Eingabe mit dem ganzen Körper durch Hüpfen auf unterschiedliche Felder erfolgt.
In der ersten Projektphase wurden zunächst in einer Laborstudie die Einflüsse visuell-räumlicher Präsentationen und körperlich-räumlicher Eingabebewegungen untersucht, um die Wirkmechanismen für verkörperlichte Trainings zu identifizieren und zu isolieren. Darauf aufbauend wurden diese spezifischen Wirkmechanismen bereits in Interventionsstudien umgesetzt, in denen nicht nur der Zahlenraum junger Kinder erfolgreich erweitert werden konnte, sondern den Kindern auch ein Verständnis für die Integration von Zehner- und Einerstelle bei mehrstelligen Zahlen vermittelt wurde. Ein numerisches Training, in dem die Kinder sich auf der Tanzmatte bewegten, zeigte besonders bei einfachen Aufgaben wie dem Vergleich der Größe zweier Zahlen oder einstelliger Addition einen erhöhten Lernerfolg gegenüber einem Training derselben Aufgaben an einem Computer. Besonders Kinder mit Rechenschwäche können von solchen Trainings profitieren, da sie oft schon Probleme mit einfachen Aufgaben haben. Bewegte numerische Trainings verbessern zudem nicht nur das Zahlenverständnis von Kindern mit Rechenschwäche, sondern eröffnen ihnen darüber hinaus in einem spielerischen Ansatz einen positiven Zugang zum oft eher ungeliebten Unterrichtsfach Mathematik.Dies ist besonders bedeutsam, weil numerische Kenntnisse nicht nur zu den Schlüsselkompetenzen für den Schulerfolg, sondern auch im Alltags- und Berufsleben von zentraler Bedeutung sind.

In einer aktuellen zweiten Projektphase wird ein weiterer Schritt in Richtung Praxistransfer angestrebt, um die Wirkfaktoren der Trainingsbei der Entwicklung verkörperlichter Zahlenrepräsentationen herauszufinden, wobei in Interventionsstudien die Wirksamkeit verkörperlichter Trainings optimiert und ein Einsatz im Förderunterricht der Grundschule erprobt wird.

Literatur
Cress, U., Fischer, U., Moeller, K., Sauter, C., & Nuerk H. C.(2010). The use of a digital dance mat for training kindergarten children in a magnitude comparison task. In K. Gomez, L. Lyons, & J. Radinsky (Eds.), Learning in the Disciplines: Proceedings of the 9th International Conference of the Learning Sciences (ICLS 2010) (Vol. 1, Full Papers, pp. 105-112). Chicago, IL: International Society of the Learning Sciences.Fischer, U., Moeller, K., Cress, U., & Nuerk, H.-C. (2013). Interventions supporting children’s mathematics school success: A meta-analytic review. European Psychologist, 18, 89-113.
Link, T., Moeller, K., Huber, S., Fischer, U., & Nuerk, H.-C. (2013). Walk the number line – An embodied training of numerical concepts. Trends in Neuroscience and Education, 2, 74-84.



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Lehrer nutzen das Internet vor allem zur Unterrichtsvorbereitung



Die MMB-Studie „Digitale Schule – wie Lehrer Angebote im Internet nutzen“ erfolgte anhand einer umfangreichen Analyse von insgesamt 36 Online-Angeboten für Lehrer und 30 Leitfadeninterviews mit Experten aus Schulen, Verlagen und Bildungs-Vertretern. Hinzu kam eine schriftliche Befragung von 186 LehrerInnen und lieferte thesenartig formuliert folgende Ergebnisse:

 

  • Allgemeinbildende und berufsbildende Schulen bieten ein großes Potenzial für die Nutzung von Online-Medien, das noch lange nicht ausgeschöpft wird. Die erforderliche Ausstattung ist sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern größtenteils vorhanden, aber die Nutzung könnte deutlich höher sein.
  • Die Nutzung von Online-Angeboten für Lehrer zur Unterrichtsvorbereitung ist für die meisten Lehrerinnen und Lehrer eine Selbstverständlichkeit geworden. Die Nutzung von Online-Angeboten im Unterricht ist hingegen eher die Ausnahme.
  • Es existiert ein großes und umfangreiches Online-Angebot für Lehrer. Die vorliegende Untersuchung ermittelt 36 schulspezifische Websites, die von Lehrern häufig genutzt werden. Hinzu kommen Angebote, die sich auch an andere Zielgruppen wenden.
  • Es kristallisieren sich vier Angebots-„Typen“ heraus:
    • Kostenlose Informationsangebote mit Verweisen auf Inhalte anderer Anbieter;
    • Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien speziell für Lehrer (z.T. kostenlos);
    • Spezialangebote für bestimmte Lehrer-Zielgruppen oder Themen;
    • Arbeitsumgebungen für die Zusammenarbeit von Lehrern, Schülern und anderen schulnahen Akteuren.
  • Bei den Angeboten und Funktionalitäten legen Lehrer vor allem Wert auf Datenbanken mit Lerninhalten sowie auf Links und aktuelle Informationen für Lehrer. Geringer ist die Präferenz für virtuelle Arbeitsumgebungen.
  • Hauptaufgabe einer Portalredaktion ist nach Ansicht der Lehrer die Erstellung von Contents im eigenen Hause. Experten (Schuldirektoren und Vertreter der Länder) befürworten hingegen den Aufbau eines Netzwerks von Lehrern, die die Inhalte für das Portal erstellen.
  • Eine Erweiterung der Zielgruppen von Web-Angeboten für Lehrer wird eher nicht gewünscht, wohl aber eine gezielte Öffnung für Referendare und Pädagogik-Studierende, also den Lehrer-Nachwuchs.
  • Weitgehend akzeptiert werden von Lehrern „klassische“ Online-Angebote im Sinne des „Web 1.0“, also von professionellen Autoren erstellte Texte und Grafiken, die keine weitere Bearbeitung mehr ermöglichen oder benötigen. Eine kleine Pioniergruppe von Lehrern und Experten begrüßt die neuen Formen des „Web 2.0“, in denen alle Nutzer an den Inhalten im Web mitarbeiten.
  • Von allen Finanzierungsarten ist Lehrern und Experten das Abonnement bzw. die „Flatrate“ am sympathischsten. Deutlich weniger beliebt ist „Pay per Download“.
  • Nach Meinung der befragten Lehrer sollte die Finanzierung von Lehrer-Angeboten bei den Bundesländern liegen. Auch Schulträger und Sponsoren werden als Finanzierungsquelle präferiert.

Quelle:
http://www.dlr.de/pt/PortalData/45/Resources/dokumente/
nmb/MMB_Veroeffentlichung_Lehrer_Online_20080505_final.pdf



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