Literatur

BookCrossing – die wandernde Literatur

Ein neuer weltweiter Trend schwappt nach Österreich über: BookCrossing. Jeder wird dabei ermutigt, Bücher in freier Wildbahn „auszusetzen“. Der Finder des Buches darf es mitnehmen und lesen, um es dann wieder der Wildnis zu übergeben, wo es einen neuen Leser findet. Der ursprüngliche Besitzer des Buches kann dabei jederzeit nachvollziehen, wo sich das Buch gerade befindet. Durch diese Idee wird die ganze Welt zu einer riesigen Bibliothek. Machen Sie mit!

So funktioniert es: Die Mitglieder von Bookcrossing registrieren Bücher auf der Webseite www.bookcrossing.com. Jedes Buch bekommt eine eigene BCID (BookCrossingIDentnumber), anhand derer man seinen Weg nachvollziehen kann. Dann werden die Bücher freigelassen: Man legt sie in ein Ärztewartezimmer, läßt sie „versehentlich“ in der U-Bahn liegen oder verschenkt sie. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der Finder eines Buches tippt die BCID auf der Webseite ein und kann in einem Journal angeben, wo er das Buch gefunden hat, als auch seine Meinung dazu kundtun. Dann läßt er es wieder frei…




Was ist ein Plagiat?

Die Universität Klagenfurt definiert für die an ihr vertretenen Wissenschaften den Begriff Plagiat wie folgt: Plagiat ist die unrechtmäßige Aneignung von geistigem Eigentum oder Erkenntnissen anderer und ihre Verwendung zum eigenen Vorteil.

Die häufigsten Formen des Plagiats in wissenschaftlichen Arbeiten sind:

  • Die wörtliche Übernahme einer oder mehrerer Textpassagen ohne entsprechende Quellenangabe (Textplagiat).
  • Die Wiedergabe bzw. Paraphrasierung eines Gedankengangs, wobei Wörter und der Satzbau des Originals so verändert werden, dass der Ursprung des Gedankens verwischt wird (Ideenplagiat).
  • Die Übersetzung von Ideen und Textpassagen aus einem fremdsprachigen Werk, wiederum ohne Quellenangabe.
  • Die Übernahme von Metaphern, Idiomen oder eleganten sprachlichen Schöpfungen ohne Quellenangabe.
  • Die Verwendung von Zitaten, die man in einem Werk der Sekundärliteratur angetroffen hat, zur Stützung eines eigenen Arguments, wobei zwar die Zitate selbst dokumentiert werden, nicht aber die verwendete Sekundärliteratur (Zitatsplagiat).

Debora Weber-Wulff hat 2011 in einer Untersuchung gezeigt, dass selbst die besten Computerprogramme zur Plagiaterkennung nur wenig brauchbar sind. Jedes System wurde mit 42 kurzen Essays getestet, und auch die Benutzerfreundlichkeit der Systeme und die Professionalität der Unternehmen wurden bewertet. Nur fünf Programme erhielten die Bewertung „teilweise nützlich“, die übrigen wurden als „kaum brauchbar“ und „nutzlos“ eingestuf. Viele Programme können nur exakte Kopien finden und auch die besten Systeme sind nur befriedigend in der Effektivität. Die teilweise nützlichen Systeme werden auch dann eingesetzt werden, wenn erste Plagiatsindizien bereits aufgetaucht sind, eine Lehrkraft die Quellen aber nicht rasch per Suchmaschine finden kann, wobei drei bis fünf längere Wörter aus einem verdächtigen Absatz schon genügen, um über eine Suchmaschine die Quellen online zu finden. Plagiatserkennungssysteme sollten nach Meinung von Debora Weber-Wulff nur bei konkretem Verdacht verwendet werden, statt die Studierenden unter Generalverdacht zu stellen. Außerdem sollte der Fokus stärker auf der Aufklärung liegen, denn den Studierenden sollte klargemacht werden, was ein Plagiat ist, warum nicht plagiiert werden darf und wie man richtig arbeitet.

Die Initiative Transparente Wissenschaft ist eine Web-Plattform und beschäftigt sich mit dem oft fragwürdigen Umgang mit Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, insbesondere des Plagiarismus und der Datenfälschung, in Österreich. Sie möchte zudem über Österreich hinaus eine internationale Debatte über die Nutzung kollaborativer Web-Plattformen bei der Behandlung von Fragen möglichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens stimulieren (Stichwort „Wikileaks für die Wissenschaft“).
Link: http://de.antiplagaustria.wikia.com/wiki/Initiative_Transparente_Wissenschaft_Wiki (11-03-12)

Die Erklärung als rechtliche Absicherung

Durch die rasante Verbreitung des Internet und die damit vereinfachte Beschaffung von Fachtexten oder ganzen Hausarbeiten werden in den letzten Jahren von den Lehrenden an Universitäten und Fachhochschulen vermehrt Hausarbeiten abgegeben, die zum Teil aus anderen Haus- oder Seminararbeiten kopiert oder sogar komplett übernommen wurden. Um StudenteInnen für solche Täuschungsversuche zu sensibilisieren, verlangen immer mehr Universitäten und Fachhochschulen die Abgabe einer Erklärung, in der die StudentInnen versichern müssen, die Arbeit eigenständig verfasst zu haben. Darüber hinaus sollte  jeder Studentin und jedem Studenten klar sein, dass Abschreiben einen Verstoß gegen die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens darstellt und auch Diebstahl des geistigen Eigentums Anderer darstellt. Kann der Lehrveranstaltungsleiter nachweisen, dass einzelne Bestandteile der Hausarbeit aus anderen Werken ohne Quellenangabe abgeschrieben wurden, drohen aufgrund des Täuschungsversuchs Konsequenzen, die von einer als ungenügend benoteten Hausarbeit bis hin zum Ausschluss von der Bildungseinrichtung reichen können. Dies gilt vor allem dann, wenn man eine solche Erklärung abgegeben hat.

Siehe dazu auch: Hinweise zum wissenschaftlichen Schreiben

Quellen
http://www.uni-klu.ac.at/main/inhalt/843.htm (07-01-02)
http://www.uni-hannover.de/imperia/md/content/pruefungsamt/formulare/magister/02_plagiat.pdf (07-01-02)
http://www.tripple.net/contator/webwizard/news.asp?nnr=48853 (11-01-15)




Frühförderung mindert Risiken beim Erlernen von Lesen und Schreiben

Eine Forschergruppe um Claudia Mähler (Universität Hildesheim) befasst sich seit vielen Jahren mit der Verschiedenheit von Kindern vor Schuleintritt und untersucht in einer Langzeitstudie die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe von Kindern. Sie zeigten, dass zahlreiche Kompetenzen in der frühen Kindheit für spätere Schulleistungen entscheidend sind und dass vor der Einschulung Entwicklungsrückstände erkannt und reduziert werden sollten. Vor allem beim Lesen und Schreiben lernen verlieren manche Kinder ohne gezielte Unterstützung den Anschluss an ihre Klassenkameraden. 33% der untersuchten Kinder zeigten im Lesen oder Schreiben unterdurchschnittliche Leistungen verglichen mit anderen Schülern ihrer Klassenstufe. Sie tragen dabei ein hohes Risiko, dauerhaft im Lesen und Schreiben hinter ihren Klassenkameraden zurück zu bleiben. Diese Kinder erleben wiederkehrend Misserfolge – und die Eltern müssen später die Rückstände mit kostspieliger Nachhilfe und Lerntherapie bekämpfen. Die auffälligen Kinder wurden dann während der Unterrichtszeit zwei Stunden pro Woche in einer Kleingruppe von professionellen Lerntherapeuten gefördert, sodass die Belastung für Eltern und Kind durch einen zusätzlichen Termin am Nachmittag entfällt. Über zwei Jahre wurden die Kinder bis zum Ende des vierten Schuljahres begleitet und deren Fortschritte im Lesen und Schreiben überprüft: 62 % der Kinder, die über die gesamten zwei Jahre an der Förderung teilnahmen, konnten ihre Schwächen überwinden, d. h., ihre Leistungen im Lesen bzw. Schreiben haben sich an die ihrer Mitschüler angeglichen und sind nun im durchschnittlichen Bereich. Frühe Lernförderung in Schulen ist nach den Studienergebnissen eine sehr gute Möglichkeit, Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben zu unterstützen und ihnen beim Überwinden ihrer Schwächen zu helfen.