Zum Thema ‘Definitionen’

Subkultur



Subkultur kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet eine kulturelle Gruppierung bzw. eine Untergruppierung mit jeweils eigenen Merkmalen, Eigenschaften, Interessen, ein eigenes gemeinsames Ziel das die Gruppenmitglieder verfolgen. Dazu zählen zum Beispiel Sekten oder Religionsgemeinschaften.

1. Definition
Subkultur besteht aus einem Kollektiv mit gemeinsam übernommenen Werten sowie gleichem Lebensstil und stellt quasi den interpersonellen Rahmen dar, in den die Wertvorstellungen und Lebensweisen ihrer Mitglieder einzuordnen sind. Sekten, Religionsgemeinschaften und gesellschaftliche Minoritäten sind hier zu nennen, die zum Teil auch zum Überleben eigene und gegenüber der Restgesellschaft konträre Wert- und Verhaltensmuster aufbauen (vgl. Henning Haase & Walter Molt 1981, S.133).
2. Definition
Wenn der Mensch erst durch ein sozial-kulturelles Kräftesystem festgestellt und in Form gebracht wird, dann ist die jeweilige Verfassung dieses Systems von grundlegender Bedeutung für die Formung der Menschen. Freilich: Nie ist der einzelne unmittelbar allen Wirkstrahlen, allen Wirkekräften eines sozial-kulturellen Gesamtsystems ausgesetzt. Diese Wirkstrahlen werden, bevor sie den einzelnen treffen, durch die Medien der Subkulturen gebrochen, auch wird der einzelne durch die Subkulturen, denen er angehört, abgeschirmt. Familie, Landerziehungsheime, kulturell betonte Bünde, Lebenskreise, Sekten, Kirchen, usf. können als derart abschirmende Subkulturen betrachtet werden. Diese Abschirmung kann sehr bewusst erfolgen. Die Mitglieder werden aus den außerfamiliären, außerkonfessionellen Verknüpfungen herausgezogen und für die sich abschließende Gruppe reklamiert (vgl. Werner Ziegenfuss 1956, S. 882).
3. Definition
Jedes soziale System hat eine Kultur, ihre Ausprägungsform ist allerdings abhängig von dem Niveau der gesellschaftlichen Entwicklung. Anders als die Kulturantrophologen verstehen die Soziologen die Kultur nicht als eine Einheit, sondern als ein differenziertes Gefüge von Subkulturen. Die Kultur einer komplexen Gesellschaft etwa die entwickelten Industriegesellschaftern, stellt daher die Gesamtheit der Subkultur der einzelnen nach Lebenssituation und Bewusstseinslage unterscheidbare Gruppen in der Gesellschaft dar, die durch bestimmte Institutionen und Symbole auf gesellschaftlicher Ebene integriert werden. Kein Mensch nimmt direkt am Gesamt der nationalen Kultur teil, sondern über Vermittlung von Gruppen und deren eigene Denk- und Verhaltensmuster sowie die spezifischen Merkmale des höchstpersönlichen Milieus. Manchmal wird der Begriff Subkultur auch als Kultur einer sozial schwächeren Gruppe im Vergleich zur dominanten Kultur der sozial stärkeren Gruppe verstanden (vgl. Alfred Klose & Wolfgang Mantl & Valentin Zsifkovits 1980, S. 588).
4. Definition
Subkultur (lat.) bezeichnet eine besondere Kulturgruppierung innerhalb eines übergeordneten Kulturbereiches (vgl. Günther Drosdowski & Wolfgang Müller & Werner Scholze-Stubenrecht & Matthias Wermke 1996, „Subkultur“, S. 720).
5. Definition
Der Begriff der Subkultur („Unterkultur“) ist ein seit den 1940er Jahren in der Soziologie verwendeter Terminus, mit dem eine bestimmte Untergruppe (Teilmenge) der sozialen Akteure einer Kultur beschrieben wird, die sich im Hinblick auf zentrale Normen deutlich von der „herrschenden“ Kultur abgrenzen. Eine völlige Abgrenzung, also eine den herrschenden Normen diametral gegenübergestellte soziale Gruppe wurde von Soziologen (v.a. seit den Protestbewegungen der 1960er Jahre) häufig als „Gegenkultur“ (counterculture) bezeichnet. Umgangssprachlich werden beide Begriffe häufig synonym verwendet. Seit Ende der 1960er Jahre wurde der Begriff auch umgangssprachlich verwendet, zunächst von Angehörigen der „Gegenkulturen“, später u. a. auch von der Schwulenszene (vgl. Rolf Schwendter 1993).

Literatur
Haase, H. & Molt, W. (1981). Handbuch der angewandten Psychologie. Verlag Moderne Industrie
Ziegenfuss, W. (1956). Handbuch der Soziologie. Stuttgart: Ferdinand Enke Verlag
Klose, A. & Mantl, W. & Zsifkovits, V. (1980). Katholisches Soziallexikon.Verlag Tyrolia/Innsbruck/Wien/München, Verlag Styria/Graz/Wien/Köln
Drosdowski, G. & Müller, W. & Scholze-Stubenrecht, W. & Wermke, M. (1996). Duden 21. Auflage. Mannheim: Dudenverlag
Schwendter, R. (1993). Theorie der Subkultur. Hamburg: Europäische Verlagsanstalt


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Sozialisation



Sozialisation bezeichnet man den Lernprozess und die Entwicklung, die ein Mensch in Auseinandersetzung mit seiner Umwelt (Familie, Freunde, Gesellschaft, Kultur) durchläuft. Sozialisation in der Psychologie bezeichnet den komplexen Prozess, in dem sich das Kleinkind als noch asoziales, unangepasstes, egozentrisches Wesen zum reifen Erwachsenen entwickelt, der einen angepassten gesellschaftlichen Umgang hat, der die Normen und Regeln der Gesellschaft vertritt und Verantwortung und Gestaltungsbereitschaft für diese Gesellschaft zeigt. Während dieses Prozesses werden gebilligte Verhaltensweisen und Normen erworben und nicht erwünschte, tabuisierte Verhaltensweisen abgelegt. Diese Entwicklung des Menschen findet in allen Kulturen statt, natürlich in anderen Ausformungen, aber jede Kultur schafft es, ihren sozialisierten Menschen hervorzubringen.

1.Definiton
Sozialisation nennt man den lebenslangen Prozeß der Entstehung individueller Verhaltensmuster, Werte, Maßstäbe, Fähigkeiten und Motive in der Auseinandersetzung mit den entsprechenden Maßstäben einer bestimmten Gesellschaft (Zimbardo 1995, S.80).

2.Definition
Die verbreitete Definition ist: Sozialisation bezeichnet den Prozess der Entwicklung eines Menschen in Auseinandersetzung mit der sozialen und materiellen Umwelt („äußere Realität“) und den natürlichen Anlagen und der körperlichen und psychischen Konstitution („innere Realität“) (Rost 2001, S.669)

3.Definiton
Sozialisation bezeichnet meist die Gesamtheit all jener durch die Gesellschaft vermittelten Lernprozesse (u.a. das Benehmen), in denen das Individuum in einer bestimmten Gesellschaft (Übertragung von Bräuchen etc.) und ihrer Kultur sozial handlungsfähig wird – also am sozialen Leben teilhaben und an dessen Entwicklung mitwirken kann. Sozialisation ist somit ein lebenslanger Prozess. Gruppen, Personen und Institutionen, welche die sozialen Lernprozesse des Individuums steuern und beeinflussen, bezeichnet man als Sozialisationsinstanzen. (Ohne Autor (2007). Sozialisation. WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialisation (2007-10-23).

4.Definiton
Zentraler Begriff der Verhaltens- und Sozialwissenschaften zur Beschreibung der »soziokulturelle Geburt« (R. König) des Menschen, d.h. des Prozesses des Hineinwachsens des Menschen in gesellschaftl. Struktur- und Interaktionszusammenhänge (z. B. In Familien, Gruppen, Schichten) und dessen Ergebnisses, seine »Konstituierung« als soziale, gesellschaftlich handlungsfähige Persönlichkeit (BrockHaus 2006, S.606).

5.Definiton
Die Gesamtheit sozialer Lernprozesse, die ein Mensch durchläuft, nennt man Sozialisation; als Sozialisation wird oft auch das Ergebnis dieser Lernprozesse bezeichnet (Schönpflug/Schönpflug 1983, S.373).

Literatur

Zimbardo, Philip G. (1995). Psychologie. Berlin, Heidelberg, New York. Springer-Verlag
Rost (Hrsg.), Detlef H. (2001). Handwörterbuch Pädagogische Psychologie. Weinheim. Psychologie VerlagsUnion, Verlagsgruppe Beltz
http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialisation
Brockhaus GmbH (2006) Brockhaus – Enzyklopädie in 30 Bänden: Bd.25 Sele-Sp . Mannheim: © Brockhaus GmbH
Schönpflug/Schönpflug, Wolfgang/Ute. (1983) Psychologie. München-Wien-Baltimore. Urban&Schwarzenberg


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Schulreife



1. Definition: Der körperl. – geistig-seel. Entwicklungsstand, der ein Kind befähigt, ´den Anforderungen der Grundschule nachzukommen. Die Sch. wird in der Regel durch Schu.untersuchungen und -tests vor der Einschulung festgestellt. Bei der Überprüfung stehen drei Kriterie im Vordergrund: 1.Die körperl. Sch. Liegt dann vor, wenn der allgemeine Entwicklungs- und Gesundheitsstand erwarten lassen, dass der Schulanfänger den körperl. Anstrengungen der Schule gewachsen ist. 2. Die geistige (kognitive) Sch. beinhaltet die Fähigkeit zu gegliederter Wahrnehmung und teilinhaltl. Auffassung, zur Erfassung von Mengen, zum Symbolverständnis und zur willentl. Aufmerksamkeit. 3. Die persönlichkeitsbezogene (emotionale und soziale) Sch. Ist eine dem Alter des Schulanfängers entsprechende Selbstständigkeit, sein Eingliederungsvermögen in die soziale Ordnung einer Schulklasse sowie die Fähigkeit, altersangemessene Aufgaben zu übernehmen und erfolgreich abzuschließen. – Sch.untersuchungen und -tests liefern keinen absolut gültigen Maßstab für die tatsächl. Sch. eines Kindes. Zurückstellungen vom Schulbesuch haben sich als ebenso problemat. erwiesen wie Einschulungen trotz fehlender Schulreife. Im Schulkindergarten kann häufig die Entwicklung des Kindes so gefördert werden, dass es in relativ kurzer Zeit den Anschluss an das für das Einschulungsalter vorausgesetzte Entwicklungsniveau erreicht (vgl. Kemmler 1975, S. 313).

2. Definition: Bez. für den Entwicklungsstand eines Kindes, der als Voraussetzung für das Erreichen der Unterrichtsziele im ersten Schulabschnitt des Primarschulbereichs erforderlich ist. Die Erkenntnis, dass Schulfähigkeit. weniger das Ergebnis biolog. Reifungsvorgänge als vielmehr das Ergebnis der Anregung durch die Familie und die gesamte vorschul. Umwelt darstellt und zudem in Beziehung auf die Unterrichtsziele definiert ist, führte dazu, dass statt von Schulreife zunehmend von Schulfähigkeit gesprochen wird. In Schulfähigkeitsuntersuchungen werden unterschiedl. Aspekte der Schulfähigkeit bestimmt: 1) Die körperliche Schulfähigkeit bezieht sich auf den körperl. Entwicklungs- und Gesundheitszustand des Schulanfängers und wird durch ärztl. Untersuchung festgestellt. 2) Bei der sozialen und emotionalen Schulfähigkeit geht es um die soziale Anpassungsbereitschaft, die Bildbarkeit in der Gruppe, das Verständnis von Regeln und Vorschriften und die altersangemessene Selbstständigkeit. Dieser Aspekt der Schulfähigkeit wird durch Befragung der Eltern, durch Beobachtung des Lernanfängers in Spiel- und Testsituationen ermittelt. 3) Die kognitive Schulfähigkeit bezieht sich auf Wahrnehmungsleistungen, auf feinmotor Koordination, auf Konzentration und Aufmerksamkeit, auf Intelligenz und altersentsprechendes Grundwissen. Zur Untersuchung dieser Aspekte werden Schulreifetests (Schulfähigkeitstests) eingesetzt. Die Frankfurter Schulreifetests, die Weilburger Westaufgaben sowie die Münchner Schulreifetest werden wegen ihrer ausschließlich kognitiven Orientierung (geometr. Figuren zeichnen, Bilder und Gegenstände ordnen und umordnen und ähnle. Aufgaben.) und wegen der Problematik des Schulreifebegriffs heute seltener verwendet; stattdessen finden “Schuleingangs-Assessments”, bei denen Spielsituationen unter Beobachtung wichtig sind, Verbreitung wie das Kieler Einschulungsverfahren (KEV, 1986); übe3r die kognitiven Fähigkeiten hinaus können damit Dimensionen wie Sozialverhalten, Emotionalität, Selbständigkeit getestet werden. Aufgrund der Testergebnisse werden die Getesteten üblicherweise als vollschulfähige Kinder, fraglich oder bedingt schulfähige Kinder sowie noch nicht schulfähige Kinder eingestuft. Letztere erfahren heute zunehmend spezif. Förderungen etwa im Rahmen von Schulkindergärten (vgl. BrockHaus,21, Band 24, S. 241).

3. Definition: Schulfähigkeit ist abhängig von der Lernvergangenheit des Kindes. Wir sagten schon, dass die Schulfähigkeit mitbestimmt wird durch die individuelle Ausschöpfung der potentiell angelegten Intelligenz, d.h. durch die Lernerfahrungen, die das Kind in den ersten Jahren seines Lebens machen konnte. Hierin gibt es sehr große schichtenspezifische Unterschiede, die durch die unterschiedliche Art der Sozialisation hervorgerufen werden und die Kinder der sozialen Unterschicht deutlich benachteiligen können, besonders durch die geringere sprachliche Kompetenz, die diese Kinder sich aneignen. Das Kind der Mittel- und Oberschicht ist hier im Vorteil. Gute sprachliche Förderungen in der Familie, Interesse an Büchern, das durch Vorlesen hervorgerufen wurde, haben seine sprachlichen Erfahrungen maximal entwickelt; Spielmaterial, auch solches, das Ausdauer fördert, Informationen über Zusammenhänge sowie Erlebnisse verschiedenster Art (Wanderungen, Tiergarten, Teilnahme an verschiedenen Aktivitäten) haben seinen Horizont erweitert und die Lernbereitschaft verstärkt. Ein Kind, dessen geistiges Potential im Vorschulalter durch entsprechende Lernmöglichkeiten und Herausforderungen entfaltet wurde, wird mit größerer Sicherheit schulfähig sein als ein Kind, das wenig Gelegenheit hatte, seine Sprache zu pflegen, Fertigkeiten zu entwickeln und Informationen zu gewinnen. Die Lernvergangenheit eines Kindes – das bedeutet das Maß an Anregung, Impulsen und Zuwendung, die es in den ersten Lebensjahren erfahren hat _ ist in hohem Grad verantwortlich für sein Vorwärtskommen in der Schule. Die Lernvergangenheit wird weitgehend auch durch die außerfamiliäre institutionelle Erziehung bestimmt, durch den Kindergarten (vgl. Schenk-Danzinger, S. 242).

4. Definition: Früher glaubte man, man müsse nur abwarten bis ein Kind reif für die Schule sei – daher der Begriff „Schulreife“. Heute weiß man, dass das Heranreifen eines Kindes nicht ausreicht, um die Kompetenzen zu erlangen, die es braucht, um die Anforderungen der Schule zu meistern. Der Begriff der „Schulreife“ hat sich umgangssprachlich erhalten, während in der Fachsprache der Begriff „Schulfähigkeit“, manchmal auch „Schulbereitschaft“ bevorzugt wird. Die Anforderungen der Schule für die das Kind „reif“ sein soll, sind nirgends explizit festgeschrieben. Es kommt auch immer wieder zu Veränderungen, sei es durch Lehrpläne und Richtlinien oder auch durch veränderte Rahmenbedingungen, die die personelle und materielle Ausstattung, die Klassengröße usw. betreffen. Hinzu kommen außerdem die speziellen Unterrichtsbedingungen in jeder einzelnen Klasse. Diese hängen zusammen mit dem Unterrichtsstil der Lehrerin und der pädagogischen Umsetzung der Lernanforderungen, speziell im Anfangsunterricht. Die Anforderungen verändern sich auch dadurch, dass sich das Wissen und Können der Mädchen und Jungen, die in die Schule kommen, erweitert hat. D.h., dass einiges, was vor einigen Jahren noch zum Schulunterricht gehörte, heute bereits vorausgesetzt wird. Es sind die geistigen und sozialen Anregungen und Förderungen, mit denen sich das Kind im Laufe seines bisherigen Lebens in der Familie und im Kindergarten auseinandersetzen konnte, die es schulfähig machen.“Schulfähigkeit“ soll aber nicht heißen, dass das Kind schon zu allem fähig ist, was in der Schule verlangt wird. Ein Schulkind wird das Kind in der Schule. Eltern und Erzieherinnen, für die sich die Frage nach der Schulreife eines Kinde stellt, sollten also der Frage nachgehen: „Ist das Kind fähig und bereit, ein Schulkind zu werden?“ Früher hat man sich sehr stark auf kognitive Aspekte konzentriert und versucht, diese mit Schuleingangstests zu erfassen. Die Ergebnisse waren so wenig zuverlässig, dass diese Tests heute nicht mehr auf breiter Basis eingesetzt werden. Heute weiß man, dass auch anderen Faktoren eine entscheidende Bedeutung für den Schulerfolg zukommt. Zu den Anforderungen der Schulfähigkeit gehören kognitive Leistungen, soziale Kompetenzen so wie die Kompetenzen der Arbeitshaltung und Motivation. Zur Beurteilung der Frage, ob z.B. Kinder, die frühzeitig eingeschult werden sollen, den Anforderungen des Unterrichts genügen können, hat das „Kieler Einschulungsverfahren“ einige Verbreitung gefunden. Es handelt sich um Unterrichtsspiel, bei dem Lehrkräfte das Verhalten von Kindern beobachten. Die individuellen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Übergang zum Schulkind und den längerfristigen Schulerfolg lassen sich in folgenden Bereichen skizzieren: 1. Körperlich-gesundheitliche Voraussetzungen Es bestehen Beziehungen zwischen der körperlichen Entwicklung sowie dem Gesundheitszustand und dem Schulerfolg. Damit ist nicht allein das körperliche Wachstum gemeint, sondern die Belastbarkeit im weiteren Sinne. Diese kann eingeschränkt sein, wenn ein Kind häufig erkrankt oder sehr leicht ermüdet. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Seh- und Hörvermögen zu schenken, da diese eng mit den Lese- und Schreibleistungen zusammenhängen. 2. Kognitive Voraussetzungen darunter werden jene Merkmale der Schulfähigkeit verstanden, die von den meisten traditionellen Schuleingangstests gemessen werden. Dazu gehören: Differenzierte visuelle und auditive Wahrnehmung, bestimmte Behaltensleitungen, die Fähigkeit zu konkret-logischen Denken und zur Begriffsbildung, insbesondere von zahl- und Mengenbegriffen. Denken und Sprechen sind eng miteinander verknüpft. Sowohl das passive Sprachverständnis und als auch die sprachliche Ausdrucksfähigkeit sind eine wichtige Voraussetzungen dafür, dass das Kind dem Unterricht folgen und sich selber einbringen kann. 3. Motivationale und soziale Voraussetzungen Dazu gehören Motivation und Anstrengungsbereitschaft, die Fähigkeit zur Selbststeuerung der Aufmerksamkeit und zur Hemmung störender Impulse bzw. Bedürfnisse, so dass die Aufmerksamkeit ausreichend lange aufrecht gehalten werden kann. Sein Selbstbewusstsein sollte dem Kind gestatten, angstfrei mit altersgemäßen sozialen Situationen umzugehen, sich sowohl als Gruppenmitglied als auch als Individuum einzufügen und zu behaupten. Seine Selbstständigkeit sollte soweit entwickelt sein, dass es von einer andauernden direkten Zuwendung durch Erwachsene unabhängig ist. Die Frage der Schulfähigkeit nur an den Kompetenzen des Kind zu diskutieren, greift allerdings zu kurz. Der Schulfähigkeit des Kindes steht die Beschulungsfähigkeit der Schule gegenüber. „Beide verlangen nach einer Passung wie Nut und Feder.“ (Nickel, 1990). Dieses Zusammenwirken beschäftigt Pädagogen, Bildungsforscher und Bildungspolitiker zunehmend. Ein Beispiel dafür ist das Projekt des Staatsinstituts für Frühpädagogik: „Konzeptionelle Neubestimmung von Bildungsqualität in Tageseinrichtungen für Kinder mit Blick auf den Übergang in die Grundschule“. Wie bereits erwähnt, ist das Kind nicht vom ersten Schultag an ein „fertiges“ Schulkind – ein Schulkind wird es in der Schule. Übergänge stellen hohe Anforderungen an die Bereitschaft und Fähigkeit zur Anpassung an die neuen Gegebenheiten, sie enthalten aber gleichzeitig wichtige Entwicklungsanreize und mobilisieren Kräfte zur Bewältigung der veränderten Situation. Forscher sprechen von „verdichteten Entwicklungsanforderungen“ auf die Kinder mit verstärkter Lernbereitschaft reagieren. Optimal ist es, wenn die neuen Anforderungen so gestaltet werden. dass sie den individuellen Kapazitäten entsprechen, um eine Überforderung aber auch eine Unterforderung zu vermeiden. Entscheidend für den langfristige Schulerfolg ist, dass sich das Kind in der Schule wohlfühlt, eine positive Grundstimmung und ein gutes Selbstkonzept entwickeln kann (vgl. Niesel, 2001).

5. Definition: Unter Schulfähigkeit fasst man Voraussetzungen zum Zeitpunkt der Einschulung zusammen, die von der Schule als Voraussetzungen für den Unterricht gewünscht werden. Früher sprach man auch von Schulreife. Dieser Ausdruck wird jedoch in Fachkreisen inzwischen nicht mehr verwendet, da er suggeriert, dass die Kinder ohne äußeres Zutun, alleine durch das Älterwerden, zur Schulfähigkeit gelangen. Insbesondere geht es dabei um 1. Körperlich-gesundheitliche Voraussetzungen Besonders bekannt (und umstritten) ist die Aufgabe für das Kind, z.B. mit der rechten Hand über den Kopf das linke Ohr anfassen zu können. Ist das dem Kind noch nicht möglich, ist die körperliche Schulreife noch nicht gegeben. Ein formales Kriterium ist auch das Alter. In vielen deutschen Bundesländern ist etwa der 31. Juli eines Jahres der Stichtag. Wer bis dahin das 6. Lebensjahr abgeschlossen hat, muss nach den großen Ferien die erste Schulklasse besuchen. Für Kinder, die nach dem Stichtag geboren wurden, kann auf Antrag der Eltern ein Test durchgeführt werden, in dem untersucht wird, ob das Kind schulfähig ist oder noch vom Schulbesuch zurückgestellt werden kann. Waldorfschulen schulen erst nach der Vollendung des siebten Lebensjahres ein. 2. Kognitive Voraussetzungen Ein weiteres Kriterium sind z.B. die Sprachkenntnisse. Viele deutsche Bundesländer testen die Sprachfähigkeiten der Kinder, die im folgenden Schuljahr schulpflichtig werden. Falls Kinder nicht gut genug deutsch sprechen und verstehen oder wenn sie vom untersuchenden Psychologen als nicht reif genug eingestuft werden, müssen sie zunächst Förderklassen besuchen oder ein weiteres Jahr auf die Einschulung warten. 3. Motivationale und soziale Voraussetzungen damit ist z.B. die Motivation und Anstrengungsbereitschaft gemeint, die Fähigkeit die Aufmerksamkeit lange genug aufrecht zu halten. Die Fähigkeit angstfrei mit altersgemäßen sozialen Situationen umzugehen und Selbstständig genug zu sein um von der ständigen direkten Zuwendung durch Erwachsene unabhängig zu sein. Allerdings ist zu beachten: „Das Kind ist nicht vom ersten Schultag an ein „fertiges“ Schulkind – ein Schulkind wird es in der Schule (vgl. www.wikipedia.at).

6. Definition: Mit Schulreife meint man, dass man bei einem Schulanfänger nachweisen will, ob er die für sein Alter entsprechenden Voraussetzungen hat, die Schule zu beginnen. Für das muss das Kind einiges an Tests bestehen. Zum einen ist das die geistige Reife: Welche Vorkenntnisse hat das Kind z.B. durch die Eltern erworben, kann es neue Inhalte aufnehmen und auch behalten. Zum anderen spielen auch die körperlichen Fähigkeiten eine große Rolle. Damit soll überprüft werden, ob der angehende Schüler schon mit den täglichen Strapazen der Schule umgehen kann (etwa Hausübung machen) und sein Körper mit Stress klarkommt. Beim dritten und letzten Punkt will man herausfinden, wie ein Anfänger allgemein mit der neuen Situation umgeht. Man will wissen ob er sich in eine wahrscheinlich fremde Gruppe eingliedern kann und teamfähig ist, aber im Gegenzug dazu ist es auch wichtig, dass er auch Aufgaben alleine ausarbeiten, also selbständig arbeiten kann.

Siehe auch http://lexikon.stangl.eu/1/schulreife/

Literatur
Kemmler, L. (1975). Erfolg und Versagen in der Grundschule. Verlag für Psychologie Hogrefe.
Broc Haus (2006). Enzyklopädie in 30 Bändern, 21 Auflage/Band 24: Verlag F.S. Brock Haus Leipzig GmbH und Brock Haus Mannheim AG.
Schenk-Danziger, L. (1993). Entwicklungspsychologie. Wien: Österreichischer Bundesverlag.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schulf%C3%A4higkeit (14-08-10)
Niesel, R. (2001). Schulreife oder Schulfähigkeit – was ist darunter zu verstehen?
WWW: http://www.familienhandbuch.de/kita/schule/uebergang/SchulreifeoderSchulfaehigkeit.php (14-08-10)



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