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Eine Studie von Albrecht et al. (2026) befasste sich mit den Auswirkungen eines flexiblen Unterrichtsbeginns auf Schülerinnen und Schüler der Oberstufe in einem Kanton der Schweiz. Im Rahmen eines Schulversuchs wurde das traditionelle starre Zeitmodell durch ein flexibles System ersetzt, bei dem die erste Unterrichtsstunde freiwillig ist und der obligatorische Teil erst um 8:30 Uhr beginnt.
Die Ergebnisse dieser longitudinalen Studie verdeutlichen, dass ein späterer Schulstart ein wirksames Mittel gegen den chronischen Schlafmangel bei Jugendlichen darstellt. Da die Probanden – im Durchschnitt 14 Jahre alt – trotz des späteren Aufstehens ihre abendlichen Zubettgehzeiten beibehielten, verlängerte sich ihre tatsächliche Schlafdauer an Schultagen im Durchschnitt um etwa 45 Minuten. Die Akzeptanz des Modells war dabei außerordentlich hoch, da 95 Prozent der Lernenden die Option des späteren Beginns aktiv nutzten.
Über die bloße Schlafdauer hinaus ließen sich signifikante Verbesserungen im Bereich der Gesundheit und des Wohlbefindens feststellen: Die Jugendlichen berichteten seltener von Einschlafproblemen und wiesen eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität auf. Besonders bemerkenswert ist zudem der positive Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit, da sich in standardisierten kantonalen Tests objektive Leistungssteigerungen in den Kernfächern Mathematik und Englisch zeigten. Daher kommt man zu dem Schluss, dass flexible Schulanfangszeiten nicht nur die schulischen Ergebnisse verbessern, sondern auch einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Mental-Health-Krise bei jungen Menschen leisten können, indem sie biologischen Bedürfnissen besser gerecht werden.
Literatur
Albrecht, J. N., Risch, A., Huber, R., & Jenni, O. G. (2026). The power of flexible school start times: Longitudinal associations with sleep, health, and academic performance. Journal of Adolescent Health, 1–8.
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