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Eine Untersuchung von Pfeifer et al. (2026) belegt eindrücklich, dass Lehren nicht bloß eine intellektuelle, sondern in hohem Maße eine emotionale Tätigkeit ist, bei der die Gefühle von Lehrkräften einen fundamentalen Einfluss auf die Lernmotivation, die Unterrichtsqualität und letztlich den gesamten Lernerfolg von Schülern und Schülerinnen ausüben.
Im Rahmen der internationalen „Global Teaching InSights“-Studie wurden Daten von 679 Mathematiklehrkräften und über 17.500 etwa 15-jährigen Lernenden aus acht kulturell, ökonomisch und sprachlich völlig unterschiedlichen Ländern – namentlich Chile, China, Kolumbien, Deutschland, Japan, Mexiko, Spanien und Großbritannien – analysiert, um die Dynamiken zwischen Lehreremotionen, der wahrgenommenen Unterrichtsqualität und den Schülerleistungen bei einer standardisierten Einführung in quadratische Gleichungen zu untersuchen. Mittels mathematischer Strukturgleichungsmodelle und der „Teacher Emotions Scale“ konzentrierte man sich auf die Kernemotionen Freude und Ärger, da diese sich in Vorstudien als die prägnantesten psychologischen Treiber im Schulalltag erwiesen haben.
Die Ergebnisse zeigten, dass Lehrkräfte, die während des Unterrichts primär Freude empfinden, eine signifikant höhere Unterrichtsqualität erbringen, was sich konkret in einer effektiveren Klassenführung, dem Aufbau tiefgehender, unterstützender Lehrer-Schüler-Beziehungen sowie der Anwendung kognitiv anregender Unterrichtsstrategien äußert. Diese qualitativen Indikatoren fungieren als direkte Vermittler, die das akademische Selbstvertrauen der Jugendlichen stärken, ihr fachliches Interesse wecken und zu nachweisbar besseren Ergebnissen in Leistungstests führen.
Im Gegensatz dazu bewirkt die Frustration und der Ärger von Lehrenden das genaue Gegenteil, d. h., verärgerte Lehrkräfte zeigten in allen Dimensionen der Unterrichtsgestaltung schlechtere Werte, was unmittelbar mit Defiziten im Klassenmanagement sowie einer reduzierten kognitiven Aktivierung korreliert und messbar schlechtere Schülerleistungen nach sich zog. Aus diesen emotionalen Mustern entwickeln sich leicht psychologische, selbstverstärkende Kreisläufe, bei denen fröhliche Lehrkräfte durch den Erfolg ihrer Klassen in eine Aufwärtsspirale aus Stolz und Zufriedenheit geraten, während verärgerte Lehrende oft in einem destruktiven Teufelskreis versinken, in dem mangelndes Klassenmanagement zu schlechteren Schülerleistungen führt, was wiederum die Frustration der Lehrkraft weiter steigert.
Eine wichtige Erkenntnis dieser globalen Erhebung liegt in der universellen kulturübergreifenden Konstanz dieser Mechanismen, die trotz aller gesellschaftlichen Unterschiede weltweit bemerkenswert identisch ablaufen. Daraus folgert man, dass die emotionale Gesundheit und das Wohlbefinden von Lehrkräften kein optionaler Luxus oder bloßes Wohlfühlthema sind, sondern eine grundlegende Säule für ein Bildungssystem darstellen, sodass politische Entscheidungsträger und Schulen der Stressreduktion sowie der emotionalen Unterstützung von Lehrkräften sowohl in der Ausbildung als auch im Berufsalltag höchste Priorität einräumen sollten.
Literatur
Pfeifer, M. E., Lüdtke, O., Klusmann, U., & Frenzel, A. C. (2026). Linking teacher emotions, teaching quality indicators, and student outcomes in mathematics: Results from the Global Teaching InSights study. Journal of Educational Psychology, doi:10.1037/edu0001036.
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