Konflikttraining nach Gordon

Nach Gordon (1999) ist das Ziel des kooperativen Gesprächs, dass die Streitparteien auf einen Sieg zugunsten eines Kompromisses verzichten, sodass keiner eine Niederlag“ einstecken muss bzw. sein „Gesicht verliert. Geschult wird dabei das Argumentations- und Denkvermögen, während gleichzeitig der Abbau von Feindseligkeiten gefördert wird. Gordon empfiehlt bei der Vorgehensweise sechs Schritte:

  • den Konflikt identifizieren,
  • mögliche Alternativlösungen entwickeln,
  • die Alternativlösungen kritisch bewerten,
  • sich für die beste annehmbare Lösung entscheiden,
  • Wege zur Ausführung der Lösung ausarbeiten,
  • spätere Überprüfung der Lösung.

Gordon  betont dabei die Vorzüge von Ich-Botschaften, die für das Gegenüber weniger bedrohlich wirken, und in der Folge zu mehr Offenheit und Ehrlichkeit führen, sowie Vertrauen und die Bereitschaft fördern, sich zu ändern. Eine zentrale Rolle im Konflikttraining nach Gordon spielt das aktive Zuhören, das hilft, über Konflikte nachzudenken, sich auszusprechen und mit damit verbundenen negativen Gefühlen fertig zu werden. Man lernt dabei, dass man keine Angst vor eigenen Gefühlen haben muss, und dass mit Phantasie und Kreativität beim Aussprechen und Durchdenken der Probleme Lösungen von Konflikten gefunden werden können. Darüber hinaus werden Empathiefähigkeit sowie Beziehungen im Allgemeinen verbessert. Dieses Programm ist nach Ansicht von Gordon zwar keine Lösung für jedes Problem, aber ein geeigneter Ansatz in der Gewaltprävention und eine Möglichkeit zur Verbesserung von Kommunikations- und Interaktionsstrukturen.

Literatur
Gordon, T. (1999). Lehrer-Schüler-Konferenz. Wie man Konflikte in der Schule löst. München: Heyne.
Hanke, Ottmar (2004). Gewaltprävention in der Schule. Zentrale Fragestellungen und Umsetzung in der Klasse. Die Deutsche Schule, 96, 68-84.
Stangl, W. (1998). Erfolgreiches Lehrerverhalten.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LEHREN/Erfolgreiches-Lehrerverhalten.shtml (98-07-04)






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