Prävention gegen Bullying

    Nach Olweus (2005, S. 289) gibt es drei Ebenen der Aggressionsverminderung bei Bullying, wobei es nicht unbedingt erforderlich ist, alle Schritte auf einmal umzusetzen. Untersuchungen zeigten, dass auch bei teilweise unterschiedlichen Schwerpunkten eine Aggressionsverminderung festzustellen war. Wichtig hingegen ist, dass gemeinsam gehandelt und einsystemisches Projekt realisiert wird. Die Aufgaben der Schulleitung sind dabei die Unterstützung der LehrerInnen in allen Belangen und mit der/dem KlassenlehrerIn Konsequenzen für neuerliche Mobbing-Vorfälle festlegen. Wichtig ist in jedem Fall, die Kinder ernst zu nehmen, erzählen zu lassen und aktiv zuzuhören und nachzufragen. In jedem Fall sollte man den Ausdruck von Gefühlen zulassen, in keinem Fall banalisieren („Ist ja wohl nicht so schlimm …“), moralisieren („Da musst du dich halt wehren …“) oder Phrasen („Das habe ich auch schon erlebt, wird schon wieder …“) verwenden.
    Die weitere Schritte wie z.B. Gespräch in der Klasse mit dem/der Betroffenen vorher absprechen und vor einem Gespräch in der Klasse dem gemobbten Kind den Rücken stärken, d. h., es muss sich sicher sein, dass es bei seinem Problem Rückhalt hat, wobei der darin bestehen kann, während der Pausen oder nach der Schule zur Verfügung zu stehen bzw. auch einen telefonischen oder Email-Kontakt ermöglichen.

    Auf Schulebene

    Problembewusstsein schaffen
    Verbindliche Regeln
    Schulhofgestaltung
    Regelungen für kritische Situationen
    Lehrer – Eltern – Treffen
    Lehrergruppen zur Entwicklung des Schulklimas
    Elternkreise, Arbeits- und Diskussionsgruppen

    Auf Klassenebene

    Klassengespräche über Vorfälle und Verhaltensregeln
    Klarstellung von Normen, positive und negative Sanktionen
    Regelmäßige Klassengespräche
    Lehrer – Eltern – Schüler-Treffen
    Gemeinsame positive Aktivitäten
    Anleitung der Zuschauer zur Hilfeleistung
    Trainingsprogramme (Rollenspiele)
    Aggression und Bullying als Unterrichtsthema
    Literatur, Filme

    Auf Individualebene

    Akutes Stoppen aggressiver Handlungen
    Gespräche mit Tätern, Opfern, Eltern
    Rückendeckung und Schutz für Opfer
    Anleitung für Stärkung der Opfer
    Imaginationsübungen mit Schülern
    Hilfe von neutralen SchülerInnen
    Elternbroschüre mit Ratschlägen
    Diskussionsgruppen mit Eltern von Tätern und Opfern
    Anreize für positives Verhalten
    Negative Konsequenzen tragen lassen
    Wechsel der Klasse, der Schule

    Siehe dazu auch Bullying – Aggression unter Schülern

    Literatur

    Nolting, H.-P. (2005). Lernfall Aggression: wie sie entsteht – wie sie zu vermindern ist. Reinbek: Rowohlt.

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