Fehlerkultur in der Schule

Die Fehlerkultur an unseren Schulen erzieht weniger zu größerer Sorgfalt als vielmehr zur Ängstlichkeit und Mutlosigkeit. Fehler werden meist ohne sorgfältige Analyse automatisch mit Unaufmerksamkeit, Versagen und Unfähigkeit gleichgesetzt. Meist werden sie auch noch durch schlechte Noten bestraft. Über kurz oder lang fördert diese permanente Bestrafung für Fehler lediglich das individuelle Absicherungs- und Abwehrverhalten. Jede Art von Verunsicherung, Angst und Druck erzeugt im Gehirn sich ausbreitende Unruhe und Erregung, die SchülerInnen am Lernen hindert. Unter einer solchen inneren Anspannung kann auch nichts Neues hinzugelernt und im Gehirn verankert werden. Viele SchülerInnen, die als unkonzentriert, als faul oder auch unbegabt eingestuft werden, sind bei näherem Hinsehen schlicht und einfach angstblockiert.
Dabei übersehen LehrerInnen, dass Fehler, die SchülerInnen machen, aber zu jedem Lernprozess dazugehören und letztlich bei einer adäquaten Fehlerkultur systematisch zur Optimierung der Leistungen beitragen, denn oft überraschende und ungewollte Antworten liefern oft mehr Aufschluss über das Denken als der oft nur sinnentleerte Automatismus der richtigen Antwort.




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