Die Immersionsmethode beim Fremdsprachenerwerb

Die bei weitem effektivste Methode des Spracherwerbs ist die Immersionsmethode. Immersion ist das Eintauchen in eine Sprache. Bei dieser Methode ist die neue Sprache die Arbeits- und Umgangssprache, wobei nach dem Prinzip „Eine Person – eine Sprache“ ein Lehrender nur Deutsch spricht, der andere z.B. nur Englisch oder Französisch. Alles, was die fremdsprachliche Lehrkraft sagt, verstärkt sie allein durch Mimik, Gestik oder Zeigen aber nicht durch Übersetzung.
Das Kind erschließt sich damit die Sprache eigenständig Stück für Stück aus dem Zusammenhang der Situation. Dies bildet die natürlichste Art nach, wie Kinder Sprachen lernen, gleichgültig, ob als erste oder zweite Sprache. Immersion verfährt daher kindgerechter als jede andere Methode, denn sie motiviert und kommt ohne Zwang und ohne Leistungsdruck aus. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass sich mit der Immersion ein beträchtlich höheres Niveau in der Fremdsprache erreichen lässt als mit herkömmlichem Unterricht. Dabei entwickeln sich Muttersprache und Sachinhalte genauso gut oder besser als bei einsprachigen Kindern.

Zwei- bzw. Dreisprachigkeit
Mittels der Immersionsmethode wird bereits ab der 2. Klasse eine zweite Fremdsprache einbezogen werden. Dies stellt nachweislich keine Überforderung dar. Im Gegenteil – Kinder, die sehr früh den Zugang zur Mehrsprachigkeit haben, sind längerfristig kognitiv leistungsfähiger und fremden Kulturen gegenüber toleranter.

Positive Motivationseffekte durch immersiven Sprachunterricht

Motivationsverluste beim Sprachenlernen sind bereits in der Grundschule zu verzeichnen, denn anfangs ist die wahnsinnig hohe Motivationsausprägung der Motor für das Engagement der Kinderm, aber diese haben eine unrealistisch hohe Einschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten, und im Laufe der Grundschulzeit reduzieren sich dann sehr schnell Interesse und Selbstkonzept. In einer Untersuchung an 621 schleswig-holsteinischen und Hamburger Grundschulkindern, von denen die Hälfte einen immersiven Sprachunterricht erfahren hatte, zeigte sich , dass diese Motivationsverluste nicht zwangsläufig sein müssen. Das Sprachbad besitzt offenbar positive Effekte nicht nur auf das Interesse der Kinder an der Fremdsprache, sondern auch an der Erstsprache und an Mathematik. Leistungsmäßig waren zwar keine Unterschiede in diesen Fächern feststellbar, aber die Motivationskurve in den genannten Fächern ging immerhin nicht nach unten.


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