Lernen kann man mit Düften unterstützen

Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Darbietung von Geruchssignalen während des Lernens und selektiv während des Schlafs mit langsamen Gehirnwellen den Lernerfolg erhöht. Kornmeier (2020) hat nun in einer aktuellen Studie die bisherige Forschung erweitert, um die Optimierung und praktische Anwendbarkeit dieses Cueing-Effekts zu prüfen. In einer Feldstudie zum Vokabellernen in einer regulären Schulumgebung stimulierte man den Schlaf während der ganzen Nacht ohne Schlafmonitoring mit Geruchssignalen, und wandte den Geruch zusätzlich als Abrufsignal in einem anschließenden Test an. Dabei fand man einen Geruchs-Cueing-Effekt mit vergleichbaren Effektgrößen wie Studien mit Schlafmonitoring und selektivem Cueing. Darüber hinaus fand man einige Hinweise auf einen weiteren Leistungsvorteil mit zusätzlichem Cueing während des Recall-Tests. Offenbar funktioniert der Geruchseffekt auch außerhalb des Labors, wobei ein kontinuierliches Cueing in der Nacht ähnliche Effektgrößen erzeugt wie in einer Studie mit selektivem Cueing in bestimmten Schlafstadien. Offenbar funktioniert der unterstützende Effekt von Duftstoffen im Alltag sehr zuverlässig und kann gezielt genutzt werden, denn die Schülerinnen und Schüler zeigten einen deutlich größeren Lernerfolg, wenn die Duftstäbchen sowohl während der Lern- als auch der Schlafphase zum Einsatz kamen. Auch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass der zusätzliche Einsatz der Duftstäbchen beim Vokabeltest der Erinnerung auf die Sprünge hilft.

Literatur

Kornmeier, Jürgen (2020). How odor cues help to optimize learning during sleep in a real life-setting. Scientific Reports, 10, doi:10.1038/s41598-020-57613-7.






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