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Ganzheitliches Gehirntraining und mentale Fitness durch Brain Walking


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Ein effektives Gedächtnistraining geht weit über das bloße Lösen von Rätseln oder Auswendiglernen von Listen hinaus. Der Schlüssel liegt darin, dem Gehirn optimale Bedingungen zu schaffen, indem verschiedene Gedächtnisanker gleichzeitig aktiviert werden. Dies gelingt besonders gut, wenn mehrere Sinne – wie Sehen, Sprechen, Fühlen und Bewegen – in den Lernprozess einbezogen werden. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg ist dabei die emotionale Einstellung: Während Angst und der Druck, geistig abzubauen, Blockaden erzeugen, fördern Neugier und das Erleben von Selbstwirksamkeit die Lernfähigkeit.

Wissenschaftlich fundierte Techniken wie das aktive Abrufen (Retrieval Practice) und die zeitlich versetzte Wiederholung (Spaced Repetition) bilden das Fundament. Dabei speichert das Gehirn Informationen nicht primär durch bloße Wiederholung, sondern durch den Erfolg beim bewussten Abrufen der Gedächtnisspur. In einer Zeit der Informationsflut ist zudem die Fähigkeit zur Selektion entscheidend. Ein gesundes Gedächtnis bedeutet nicht, alles zu behalten, sondern bewusst zu entscheiden, was gespeichert wird und was extern – etwa in strukturierten Notizen oder Kalendern – ausgelagert werden kann. Monotasking und die gezielte Steuerung der Aufmerksamkeit helfen dabei, Störreize zu hemmen und die Konzentration zu schärfen.

Brain Walking

ist im Kern die dynamische Antwort auf das klassische Brainstorming, bei der die Ideenfindung nicht im starren Sitzen, sondern durch bewusste körperliche Bewegung stimuliert wird. Diese Methode basiert auf der physiologischen Erkenntnis, dass leichte körperliche Aktivität die Durchblutung des Gehirns verbessert und die Sauerstoffversorgung optimiert, was kognitive Blockaden deutlich effektiver löst als die Atmosphäre an einem herkömmlichen Konferenztisch. In der Praxis bedeutet das, dass Teilnehmer entweder im Freien spazieren gehen oder in einem Raum zwischen verschiedenen Stationen wandern, um ihre Gedanken zu spezifischen Fragestellungen festzuhalten. Dieser ständige Wechsel der Perspektive und die Aufnahme neuer visueller Reize verhindern den typischen Tunnelblick und fördern unkonventionelle neuronale Verknüpfungen. Schon die antiken Philosophen wussten, dass der Geist im Gehen freier schwingt, da die informelle Bewegung soziale Hierarchien aufbricht und den Stresspegel senkt, wodurch auch zurückhaltende Teammitglieder eher bereit sind, kreative Impulse zu teilen. Wer Brain Walking nutzt, verlässt also buchstäblich seine festgefahrenen Denkmuster und nutzt die Symbiose aus Motorik und Kreativität, um die Qualität und Quantität der Ergebnisse messbar zu steigern.

Praktische Brain-Walking-Übungen für den Alltag

Brain Walking kombiniert die körperliche Bewegung mit kognitiven Herausforderungen, was die Durchblutung des Gehirns fördert und die Vernetzung der Nervenzellen intensiviert. Hier sind konkrete Übungen, die Sie allein oder zu zweit beim Spazierengehen umsetzen können:

  • Rückwärts-Buchstabieren: Wählen Sie ein Wort aus Ihrer Umgebung (z. B. „Straßenschild“) und buchstabieren Sie es während des Gehens rückwärts. Wenn Sie zu zweit sind, kann eine Person das Wort rückwärts buchstabieren und die andere nennt das korrekte Wort.
  • Selektive Aufmerksamkeit (Farben-Suche): Legen Sie fest, während der nächsten fünf Minuten alle roten oder runden Gegenstände in Ihrer Umgebung bewusst wahrzunehmen und laut zu zählen. Dies schult den Reizfilter des Gehirns.
  • Assoziationsketten: Diese Übung eignet sich hervorragend für Paare. Eine Person nennt einen Begriff, die andere antwortet mit einer passenden Assoziation (z. B. Wald – Baum – Blatt – Grün). Ziel ist es, den Redefluss aufrechtzuerhalten, ohne sich zu wiederholen.
  • Zahlen-Jonglage: Zählen Sie in Dreier-Schritten von 100 rückwärts (100, 97, 94…), während Sie Ihr Gehtempo leicht erhöhen. Die Kombination aus Koordination und Kopfrechnen ist ein intensives Training für das Arbeitsgedächtnis.
  • 30-Sekunden-Review: Halten Sie kurz inne oder nutzen Sie die letzten Meter Ihres Weges, um das letzte Gespräch oder einen gelesenen Textabschnitt geistig zusammenzufassen. Fragen Sie sich: „Was waren die drei wichtigsten Punkte?“

Literatur

Stangl, W. (2016, 21. Februar). Brainwalking. [werner stangl]s arbeitsblätter.
https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PRAESENTATION/brainwalking.shtml


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