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Was versteht man unter Inquiry-Based Learning?


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Inquiry-Based Learning definiert den Lernprozess als einen aktiven Konstruktionsvorgang, der tief in den Theorien von Piaget, Bruner und Wygotski verwurzelt ist und die traditionelle Rolle der Wissensvermittlung grundlegend transformiert. Anstatt Fakten auswendig zu lernen, durchlaufen die Lernenden einen vollständigen Forschungszyklus, der von der Problemstellung über die Datenerhebung bis zur finalen Schlussfolgerung reicht.

Diese Methode lässt sich in verschiedene Abstufungen unterteilen, die von einer strukturierten Anleitung durch die Lehrkraft bis hin zur völlig autonomen „offenen Inquiry“ reichen, wobei die Praxisbeispiele vom physikalischen Experimentieren im Sachunterricht bis zur Quellenkritik im Geschichtsstudium variieren. Damit dieser Ansatz erfolgreich ist und nicht in einer kognitiven Überlastung endet, ist ein gezieltes „Scaffolding“ – also stützende Hilfestellungen wie Leitfäden oder Beobachtungsraster – von entscheidender Bedeutung.

Trotz des oft kritisierten hohen Zeitaufwands im Vergleich zur direkten Instruktion belegen pädagogische Studien, dass gut strukturiertes forschendes Lernen die intrinsische Motivation und die Problemlösefähigkeit signifikant steigert, da das selbst erarbeitete Wissen tiefer verankert bleibt und eine höhere persönliche Relevanz für die Lernenden besitzt.

Literatur

Furtak, E. M., Seidel, T., Iverson, H., & Briggs, D. C. (2012). Experimental and quasi-experimental studies of inquiry-based science teaching: A meta-analysis. Review of Educational Research, 82(3), 300–329.
Kirschner, P. A., Sweller, J., & Clark, R. E. (2006). Why minimal guidance during instruction does not work: An analysis of the failure of constructivist, discovery, problem-based, experiential, and inquiry-based teaching. Educational Psychologist, 41(2), 75–86.
Lazonder, A. W., & Harmsen, R. (2016). Meta-analysis of inquiry-based learning: Effects of guidance. Review of Educational Research, 86(3), 681–718.


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