Wenn Kinder träumen …

Nebenbei Lernen mit Lernpostern! Lernposter

Viele Kinder, die Schwierigkeiten haben, sich zu fokussieren, kämpfen mit Problemen im Unterricht, bei den Hausaufgaben oder beim Anziehen, denn sie driften schnell in Tagträume ab und kommen bei den von ihnen geforderten Tätigkeiten nicht weiter. Diese Kinder lassen sich von ihrer Innenwelt ablenken. Problemtisch wird es meist dann, wenn die Kinder in die Schule kommen, denn im Unterricht schweifen sie schnell ab und sitzen stundenlang vor Hausaufgaben, die in 30 Minuten gelöst sein sollten. Sich konzentrieren zu können, wird in der Schule hingegen oft vorausgesetzt, wobei es auch etwas ist, was man lernen muss. Wenn solche verträumte Kinder deshalb ermahnt werden, ist das meist weder zielführend noch unterstützend, sondern bewirkt oft das Gegenteil. Unter Druck ziehen sich verträumte Kinder noch stärker in ihre Innenwelt zurück und werden dadurch langsamer, woraus ein Teufelskreis entstehen kann. Zudem entsteht bei ihnen der Eindruck, nicht zu genügen, und diese Kritik verunsichert sie., denn sie merken, dass sie etwas falsch machen.

Zur Kindheit gehören eine ausgeprägte Fantasie und in gewissen Massen auch Tagträume, was mit der Entwicklung des Gehirns zu tun hat. Um die Aufmerksamkeit, die Gedanken und das Handeln willentlich lenken zu können, muss das Gehirn die exekutive Kontrolle aktivieren, deren Gegenspieler das Ruhenetzwerk bzw. Grundzustandsnetzwerk ist, das im Gehirn übernimmt, sobald die Gedanken abschweifen. Dieses Netzwerk muss das Gehirn aber aktiv unterdrücken, wenn es auf eine bestimmte Aufgabe fokussieren will, also immer dann, wenn es die exekutive Kontrolle übernehmen sollte.

Einige Punkte sind sehr wesentlich, wie man verträumten Kindern dabei helfen kann, die exekutive Kontrolle über die Gedanken zu übernehmen:

  • Kritik am Tagträumen unterlassen. Unter Druck zieht sich das Kind noch stärker in seine Traumwelt zurück und wird langsamer. Hilfreich ist hingegen, das Kind zu loben, wenn es fokussiert eine Aufgabe erledigt hat. Das fördert seine Selbstwirksamkeit und es spürt, wie sich Konzentration anfühlt.
  • Die Fantasie des Kindes nutzen und spielerisch an Aufgaben herangehen – etwa mit Rollenspielen. Wenn es schnell gehen muss, kann beispielsweise die Rolle der Feuerwehrfrau oder des Feuerwehrmannes helfen. Alles muss schnell zusammengepackt werden, um ins Löschfahrzeug zu steigen.
  • Zeit fürs freie Spiel einräumen. Das heißt auch, den Kalender entschlacken, denn viele Menschen oder Aktivitäten können das Kind überfordern. Zum Beispiel am Wochenende einen Tag einplanen, an dem kein Programm und keine Verabredung vorgesehen ist. An diesem «Ruhetag» sollte dann auch nichts vom Kind erwartet werden.
  • Die Zeit für die Hausaufgaben begrenzen und unterteilen – zum Beispiel mit einer Stoppuhr oder einem Timer. Das Kind zehn Minuten lang die Hausaufgabe lösen lassen, danach eine kurze Pause einlegen, in der es etwas Wasser trinken oder aus dem Fenster schauen kann. Danach dieselben Lernphasen inklusive Pausen nochmals zwei Mal wiederholen. Die Konzentrationsspanne des Kindes wird nicht besser, wenn es lange an einer Aufgabe sitzen muss.
  • Einen Kleiderparcours auf dem Weg ins Badezimmer oder eine Wäscheleine im Zimmer mit den Kleidungsstücken für den Tag helfen, das Anziehen am Morgen etwas zu beschleunigen. Für ein verträumtes Kind ist es eine große Herausforderung, die Kleider selber zusammenzusuchen.

Literatur

Bangerter, A. (2021). Verträumte Kinder: Mit diesen Tricks können Eltern helfen.
WWW: https://www.aargauerzeitung.ch/leben/kopf-in-den-wolken-ld.2171106 (21-08-10)

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