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Eine Erziehung, die von permanenter Überwachung, extremer Fürsorglichkeit und einem übersteigerten Beschützerinstinkt geprägt ist, birgt trotz guter Absichten erhebliche Risiken für die kindliche Entwicklung. Zwar resultiert dieses Verhalten oft daraus, dass Kinder heute einen höheren Stellenwert innerhalb der Familie genießen und als gleichberechtigte Mitglieder wahrgenommen werden, jedoch führt die ständige elterliche Präsenz im Alltag zu neuen Problemen. Ein zentrales Defizit liegt in der Überforderung des Kindes durch zu viel Mitspracherecht, denn werden Heranwachsende in weitreichende Entscheidungen eingebunden, deren Tragweite sie noch gar nicht überblicken können, besteht das Risiko einer unzulässigen moralischen Schuldumkehr. Wenn Entscheidungen scheitern, wird die Verantwortung fälschlicherweise auf das Kind abgewälzt, weil es den Verlauf vermeintlich selbst gewählt hat. Die finale Verantwortung muss jedoch stets bei den Erwachsenen verbleiben, da sich sonst das Erziehungsgefüge umkehrt und die elterliche Autorität geschwächt wird.
Zudem blockiert ein übertriebener Schutzschirm essenzielle Lernprozesse, d. h., aus Angst vor Verletzungen oder negativen Erlebnissen werden Kindern wichtige motorische und soziale Erfahrungen vorenthalten. Nur durch das eigenständige Bewältigen von Herausforderungen und auch durch das Erleben von Frustration und Widerständen können Kinder Resilienz und Selbstwirksamkeit entwickeln. Das Streben nach Autonomie und Selbstkontrolle wird durch übermäßige Einschränkungen im Keim erstickt. Ein Mangel an körperlicher Aktivität im Freien und eine gleichzeitige, zu frühe Medialisierung des Alltags verstärken diese Defizite zusätzlich. Gleichzeitig neigen viele verunsicherte Eltern dazu, vor dem Setzen klarer Grenzen zurückzuschrecken. Wenn sich der gesamte Alltag ausschließlich nach den Wünschen des Kindes richtet, fehlt ihm die notwendige Orientierung. Ein liebevolles, aber konsequentes Setzen von Grenzen schadet der kindlichen Freiheit nicht, sondern bietet den notwendigen Halt in einer komplexen Welt.
Für eine gesunde Entwicklung ist es daher unerlässlich, Kindern altersgerechte Aufgaben zuzumuten und ihnen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu signalisieren. Eine ausgewogene Erziehung verknüpft verlässliche Fürsorge mit dem Mut, das Kind eigene Erfahrungen machen zu lassen, um es optimal auf die Herausforderungen des Lebens vorzubereiten.
Literatur
Stangl, W. (2018, 28. Mai). Helicopter-Parenting. Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik.
https://l exikon.stangl.eu/16869/helicopter-parenting.
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