Förderung sozialer Kompetenzen im Unterricht

Stephanie Drössler, Matthias Jerusalem und Waldemar Mittag
Förderung sozialer Kompetenzen im Unterricht: Implementation eines Lehrerfortbildungsprojekts

Einleitung
Perspektivenübernahme und soziale Selbstwirksamkeit von Schülerinnen und Schülern haben einen erheblichen Einfluss auf das soziale Klima im Klassenverband. Dies kann wiederum förderlich oder hinderlich für soziale Erfahrungen und Möglichkeiten zur Entwicklung sozialer Kompetenzen sein. Als Förderstrategie gilt insbesondere das kooperative Lernen, bei dem die Lernenden in kleineren Gruppen arbeiten, um sich beim Lernen des Stoffs gegenseitig zu helfen (vgl. Drössler, Jerusalem & Mittag, 2007, S. 157).
Soziale Kompetenzen
Menschen, die eine hohe soziale Selbstwirksamkeit besitzen, bewerten erfolgreiches Verhalten als Beleg für die eigene Kompetenz und stellen sich schwierigen sozialen Anforderungen (vgl. Drössler, Jerusalem & Mittag, 2007, S. 158).
Soziales Klima
Ein günstiges Klassenklima findet man bei Schülern, die sich gegenseitig unterstützen bzw. bei denen die Hilfsbereitschaft angesichts von persönlichen Problemen hoch ausgeprägt ist. Das Klassenklima wird durch die sozialen Kompetenzen der Schüler beeinflusst und kann auch Motor für die soziale Entwicklung der Schüler sein (vgl. Drössler, Jerusalem & Mittag, 2007, S. 159).
Konzeption des Trainings
Dieses Projekt basiert auf Schüler- und Lehrerdaten aus acht Schulen, deren Lehrkräfte an einem zweitägigen Workshop zur Förderung kompetenten Sozialverhaltens teilgenommen haben. Der Fokus der Studie liegt auf der Vermittlung kooperativer Lernmethoden als Förderstrategie (vgl. Drössler, Jerusalem & Mittag, 2007, S. 160).
Hypothese
Bei dieser Studie hat eine Implementation stattgefunden d.h. die teilgenommen Lehrkräfte setzten nach dem Workshop mehr kooperative Lernformen im Unterricht ein als vorher (vgl. Drössler, Jerusalem & Mittag, 2007, S. 161).
Ergebnisse
Schülerinnen und Schüler mit einer größeren Veränderung im Einsatz kooperativer Lernformen weisen eine günstigere Ausprägung hinsichtlich der sozialen Selbstwirksamkeitserwartung und der Hilfsbereitschaft unter Mitschülern auf (vgl. Drössler, Jerusalem & Mittag, 2007, S. 164). „In Gymnasien finden sich günstigere Ausprägungen in allen Zielkriterien zum zweiten Messzeitpunkt als in Nicht-Gymnasien. Darüber hinaus fällt hinsichtlich der sozialen Selbstwirksamkeit der Effekt des Veränderungsausmaßes im Einsatz kooperativer Methoden in Gymnasien stärker aus als in Nicht-Gymnasien, was tendenziell auch für die Hilfsbereitschaft untereinander zu beobachten ist“ (Drössler, Jerusalem & Mittag, 2007, S. 164).
Diskussion
Die am Projekt teilgenommenen Lehrkräfte setzten während der neuen Monate nach dem Workshop die empfohlenen kooperativen Unterrichtsstrategien häufiger ein als vorher. Eine Implementation hat also tatsächlich stattgefunden. Kooperation unter Schülerinnen und Schülern fördert soziale Kompetenzen, unterstützt Erfahrungen von gleichberechtigter Teilhabe im Klassenverband, mindert egozentrisches Konkurrenzdenken und stärkt die Kooperations- und Hilfsbereitschaft (vgl. Drössler, Jerusalem & Mittag, 2007, S. 165).

Verwendete Literatur
Drössler, S., Jerusalem, M. & Mittag, W. (2007). Förderung sozialer Kompetenzen im Unterricht: Implementation eines Lehrerfortbildungsprojekts. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 21 (2), 157-168.






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