Wie soll ich meinem Kind Grenzen setzen?

Obwohl sich viele Eltern der Notwendigkeit des Grenzensetzens in der Erziehung bewusst sind, haben sie damit Probleme. Auch wenn eigene Erfahrungen immer wieder deutlich machen, wie sich das ganze Familienleben negativ entwickeln kann, wenn Eltern den Kindern gegenüber keinen klaren und einheitlichen Erziehungsstil mit nachvollziehbaren Grenzen praktizieren, besteht eine gewisse Hilflosigkeit, wie das bewerkstelligt werden kann. In einem Newsletter heißt es dazu „Gewisse Grundregeln und klare Aussagen schränken Kinder nicht ein, sondern helfen ihnen, ihre Rolle in der Familie zu finden.“

Grenzen müssen in der Erziehung immer eingebettet sein in liebevolle Beziehungen, in verantwortliches erwachsenes Handeln. Grenzen aufzeigen heißt, verantwortlich Orientierung geben, wohlüberlegt Einhalt gebieten und Kindern Werte und Regeln des Zusammenlebens vorleben und vorgeben mit dem Bewusstsein, dass Grenzen Halt und Sicherheit geben.

Eine klassische Falle, in die Eltern gehen können, ist etwa das Formulieren einer Grenze als Frage, als Bitte oder gar als Betteln. Viele Eltern wollen nicht autoritär zu erschienen und hoffen insgeheim, dass die Kinder ihnen dann irgendwann zustimmen, und wollen dadurch einen möglichen Konflikt vermeiden. Aufforderungen aus dem Hintergrund, während die Kinder mit irgendetwas beschäftigt sind (spielen, basteln, fernsehen, streiten…), kommt man der verständlichen Tendenz der Kinder, unangenehme Dinge zu überhören und zu ignorieren, sehr entgegen. Auch Warum-Fragen dienen nicht tatsächlich der Ursachenforschung, sondern dienen eigentlich dazu, dass Kinder Schuldgeständnisse ablegen und Fehlverhalten zugeben. Sie fühlen sich dadurch häufig in die Ecke gedrängt und versuchen mit Ausflüchten („Weiß ich nicht“), die Situation zu überstehen, manövrieren sich aber oft in weitere aussichtslose Positionen: („Wieso weißt Du das nicht?“). Das Ganze endet für Eltern und Kinder unbefriedigend. Solche Konflikte sind aber nicht nur für die Kommunikation Eltern-Kind typisch, sondern finden sich in abgewandelter Form auch bei Partnern und Eheleuten. Siehe dazu Schlechtes Streiten in der Partnerschaft.

Für das Grenzensetzen werden in dem schon genannten Newsletter vier Schritte vorgeschlagen:

1. Seien Sie klar!
Schwammige Aussagen wie „Wenn du zu lange fernsiehst, bekommst du Ärger!“ programmieren Streit vor. Was ist „zu lang“? Besser wäre: „Du darfst noch 15 Minuten fernsehen, dann wird ausgemacht.“ Prüfen Sie daher bei jeder Grenze, ob der Rahmen klar und deutlich für Ihr Kind ist.

2. Seien Sie hartnäckig!
Das Wort Grenze bedeutet, dass es einen bestimmten Punkt gibt, an dem es nicht mehr weitergeht. Dieser Punkt muss einem Kind deutlich gemacht werden und darf sich nicht ständig verändern, so dass er nicht mehr nachvollziehbar ist. Zu einer Grenze gehören auch Sanktionen, wenn sie überschritten wird. Folgt auf eine Grenzüberschreitung keine Strafe, so kann die Grenze vom Kind nur schwer erkannt werden. Die Strafe sollte einen Bezug zur Grenzüberschreitung haben. Wird der Computer beispielsweise ohne Erlaubnis oder länger als vereinbart benutzt, kann die Bildschirmzeit für eine bestimmte Zeit reduziert werden.

3. Kündigen Sie Konsequenzen vorher an!
Bevor Sie Ihr Kind bestrafen, müssen Sie die Sanktionen ankündigen. Es nützt niemandem, wenn gewisse Erwartungen der Familie unausgesprochen existieren. Machen Sie die Grenze deutlich und sagen Sie unmissverständlich, was passieren wird, wenn Ihr Kind sie nicht einhält. Hält Ihr Kind sich nicht an die Vereinbarung, dann muss es spüren, dass es etwas Verbotenes getan hat. Ziel ist, Ihrem Kind klar zu machen, dass es für Fehler Verantwortung übernehmen muss und zur Wiedergutmachung aufgefordert ist.

4. Nicht heute Hüh und morgen Hott!
Grenzen lassen sich im Erziehungsalltag nicht durchsetzen, wenn sie ständig nach Lust und Laune verändert werden. Sie können Ihrem Kind nicht erst etwas verbieten, zum Beispiel lange fernsehen, und die Grenze dann aus Bequemlichkeit doch nicht einfordern. So machen Sie sich unglaubwürdig, und Ihr Kind wird immer seltener auf Sie hören.

Zum Abschluß gibt die Erziehungsexpertin noch den Rat: „Legen Sie Grenzen mit Augenmaß fest! Zu viele und zu enge Grenzen (Mach dich beim Spielen nicht schmutzig!) können das ganze Konzept scheitern lassen! Lieber eine leicht einzuhaltende Grenze und diese dann auch konsequent einfordern als eine zu hohe Hürde.“

Wann müssen Eltern autoritativ eingreifen?

Vor allem in eskalierenden Erziehungs- und Krisensituationen benötigen Kinder eine eine klare und kompromisslose Haltung der Eltern, d.h., hier ist eher eine strenge Führung angezeigt, geht es eher um die Entwicklung von Einstellungen oder langfristige Verhaltensweisen, ist das gemeinsame, partnerschaftliche Erarbeiten der Vorgehensweise eher zielführend.
Ein autoritäres Eingreifen ist dann sinnvoll, wenn es gilt, eine Situation zunächst einmal zu entschärfen, wenn das Kind für ein verständnisvolles Gespräch in dieser Situation noch zu jung ist und die Folgen seines Handelns nicht überschauen kann. Klar ist ein sofortiges Eingreifen der Eltern, wenn sich das Kind in einer gefährlichen Situation befindet, aus der es auch gegen seinen Willen herausgeholt werden muss. Oft ist ein Kind auch emotional überfordert, wenn es aktuell es sehr wütend oder enttäuscht ist und sich nicht selber kontrollieren kann, z.B. wenn es etwas unbedingt haben möchte. Wer einmal an der Supermarktkasse nachgegeben hat, züchtet sich zukünftige ähnliche Konflikte!

Quellen: http://www.elternwissen.com/ Newsletter 04.09.08
Klaus Fischer Grenzen setzen in der Erziehung.
WWW: http://www.familienhandbuch.de/cms/Erziehungsfragen_Grenzen.pdf




10 Gedanken zu „Wie soll ich meinem Kind Grenzen setzen?

  1. „Grenzen setzten“ ist nicht das Demonstrieren der eigenen Macht! „Grenzen setzen“ ist ein Hinweisen auf Werte und Bedürfnisse. Und ein Begleiten in einem schmerzlichen Prozess.(Auch gemeinsame Regeln,ergeben sich aus Werten und Bedürfnissen). Kinder brauchen einen, dem Kind angepassten, Rahmen zum aufwachsen. Diesen Rahmen zu geben erfordert viel Liebe, Aufmerksamkeit, Zeit, und eben auch die Kenntniss der eigenen Werte und Bedürfnisse. Bewegt man sich beim „Grenzen setzen“ bereits in Machtspielchen oder gegenseitigen Manipulationen, so wird die schmerzliche Erfahrung des Kindes, mit seinem Verhalten an eine Grenze gestoßen zu sein, überschattet durch Beziehungsverwicklungen und Schuldfragen. Diese schmerzliche Grenzerfahrung, die sich zum Beispiel aus dem Aufeinendaderprallen von unterschiedlichen Bedürfnissen ergibt, ist jedoch für die Entwicklung sehr förderlich. Es bedarf keinem weiteren Zutun seitens der Erwachsenen, als dem ehrlichen menschlichen Ausdruck. Keine Komentare(kein Geschwalle), keine Erziehungsziele im Hinterkopf und kein Dramtisieren .

    Genausowenig sollte man sich aber als Erwachsener vor Grenzziehungen scheuen, nur weil man das Kind vor diesem Schmerz bewahren will. Denn wenn man die Verantwortung annimmt, und ehrlich und selbstsicher und mitfühlend für natürliche Grenzen eintritt, so macht man sich vielleicht erstmal nicht beliebt. Aber womöglich wird einem bereits nach 5 Minuten seitens der Kinder so etwas wie Autorität verliehen. Und diese Autorität ist keine, die man sich durch Machtmissbrauch (wie Schläge) erkäpft hat, sondern es ist der Respekt für Denjenigen, der die „Gruppe“ vor Unheil bewahrt. Und auch wenn einem diesen Respekt keiner zollt – was soll´s – so kann man sich immerhin mit Recht als wahrhaftig, stark oder erwachsen fühlen.

  2. @jenny

    Erklärst du ihm auch wieso er das nicht darf? Denke das ist wichtig, ihm zum Beispiel zu erklären, dass das weh tut (vielleicht beißt du auch einmal in ein Stofftier und „lässt“ es dann weinen zur Veranschaulichung)
    Wichtig ist, dass dein Kleiner versteht, wieso er etwas nicht darf und dass es nicht einfach nur so Verbote hagelt.
    LG
    Aurelia

  3. kann meinen kind keine grenzen setzen da alle konsiquenzen egal sind er haut beist schreit ein kleinen tyrann zimmer sperren schreien erklären bitten all fernsehverpot alleine schlafen gehn al das ist ihm dan egal wenn ich es ihm verpiete!! wer hat einen tipp

  4. Also ganz ehrlich gesagt hast du sie auch nicht mehr alle janny. Wenn du ein Kind nicht ohne Schläge erziehen kannst dann zweifel mal an deiner eigenen Kompetenz. Schlagen tut man nur aus Verzweifelung oder weil man es halt selbst nicht besser kennt. Wahrscheinlich hast du als Kind selbst genug Schläge bekommen und musst das jetzt weiter geben. Das ist einfach nur traurig und so Menschen wie du sind für mich die dümmsten überhaupt!!! Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich und wenn ich so eine Scheiße höre wie du sie sagst dann geht mir die Hutschnur hoch!

  5. @Mona

    Ich weiß ja nicht, was bei Deiner Erziehung schief gelaufen ist, aber mir ist Dein Schreibstil einfach zu wirr.

    Dieses Gutmenschen-Gelaber ist einfach nur krank. Ich stecke doch nicht meine eigenen Grenzen zurück, damit sich so ein paar ungezogene Gören austoben können, wie sie wollen. Ja, wo sind wir denn? Es schadet keinem Kind, akzeptieren zu müssen, daß man nicht die gleichen Rechte wie ein Erwachsener hat.

    Ich sehe es regelmäßig an der Erziehung meiner Nichten, Neffen und Freundeskinder. Da lassen sich Eltern schlagen, treten und bespucken und verzweifeln an ihren Bemühungen („dudu, das darfst du aber nicht“). Bei mir endet der erste Versuch dieser Art mit einer kräftigen Ohrfeige und dann ist für immer Ruhe. Kurz und schmerzvoll – aber wirksam und ohne ewiges Machtgerangel. Und bevor jetzt wieder alle empört aufschreien: Jahrtausende haben sich Ohrfeigen bewährt und ebensolange konnten die Menschen damit gut klarkommen. Und ich lasse die Wirksamkeit von Schlägen nicht von einer dahergelaufenen Gescheithaferl-Truppe zerreden und zur Norm erklären, nur weil diese meinen, alles Moderne sei auch immer besser. Wer diesem Modetrend hinterher läuft, soll es kräftigst büßen….

  6. Es gibt vermutlich immer einige Kinder, für die es keine Theorie gibt bzw. für die man eine eigene Theorie entwickeln muss – da ist also Kreativität erforderlich!

  7. hach ja grenzen setzte..
    meine tochter lässt sich sooo schwer nur grenzen setzen, ich habe aaaalles probiert. sogar eine familienhelferin, die zu uns nach hause kam, habe ich mir geholt. nichts null. es ist jeden tag ein kampf. ich war mit ihr in kindertherepeutischen einrichtungen um raus zufinden was mit dem kind ist (ads/adhs usw) sie hat nichts nur eine wahrnehmungsstörung. ich frage mich im ernst was mal aus ihr wird bzw wie die pubertät wird..
    meine anderen zwei sind nicht so..
    und wenn ich sowas lese dann hilft das nurmeinen anderen zwei kindern aber nicht meiner einen!

  8. Mona, das Grenzen setzen ist kein Widerspruch zum Akzeptieren! Erziehung ist nun einmal notwendig – im Interesse der Kinder. Erziehung ist nicht Selbstzweck!

  9. Jaaa ich weiisss ach ker man. … das problem ist doch nicht „das wissen darum“, sondern das UMSETZEN! … Ich bin doch auch nur schwach ker. Ich bin nunmal „so und so“ erzogen worden. – Nur >weil ich weissso< machen sollte-ist dies noch lang nicht die umsetzung! ach kack ker – .. Lasst die menschen doch wie sie sind. .. Müssen wir denn alle roboterhaft toll, alle gleich, brav, sozial angepasst sein? .. Wie wäre es denn, es einfach mal anders herum zu probieren- mit mehr AKZEPTANZ dem WAS IST gegenüber? … Ich (und tausend andere) ersticken an schuldgefühlen, nich-schaffbarem stress, fühlen sich „klein und schlecht“ weil sie grenzen/autorität nicht mögen, nicht umsetzen können was auch immer. DAS ist doch das zum kotzende. NIEMAND darf sich schlecht und scheisse fühlen, weil er IST WIE ER IST ! AKZEPTIERT unsere angeblichen „Tyrannen-Kinder“. IHR könnt euer Ego nicht zurückschrauben – nicht die KInder o. schwachen Eltern sind schuld. Ihr wurdet selbst unterdrückt, und könnt es nun nicht haben, dass andere ausleben dürfen, was ihr selbst unterdrückt habt, und was nun als herrliche Neurose in Euch schlummert. Nicht „die Kinder heutzutage“ sind a sozial – unser ganzes System ist ein zusammengeschusterter ego-scheiss, das früher oder später zusammenbrechen MUSS ! Man, an alle Eltern: Keine Angst vor Individualität. Akzeptanz ist, was wir alle lernen müssen – nicht wie man ein noch perfekterer Roboter wird.

  10. Ich denke auch, dass Kinder Grenzen gesetzt bekommen müssen, allerdings in gesunden Maßen und die Konzequenzen müssen durchgezogen werden.
    Viele Kinder wissen heut zu Tage gar nicht mehr waas es heißt Grenzen einzuhalten oder zu akzeptieren.

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