Wie kann man Konflikte zwischen Kleinkindern lösen?

Kinder in diesem Alter sind noch nicht empathiefähig, denn sie entwickeln die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen erst im Laufe der nächsten Jahre. Solange die Möglichkeit zur klaren sprachlichen Artikulation noch weitgehend fehlt, führt der Weg, Emotionen und Wünsche auszudrücken, noch über körperliche Aktionen und die Stimme, etwa durch Weinen oder Kreischen. Kinder lernen den Umgang mit Konflikten vor allen über das Vorbild der Erwachsenen, d. h., ein Erziehender oder eine Erzieherin, die ein Kleinkind gegen dessen Willen von Ort A nach B trägt, anstatt sich die Mühe zu machen, es auf andere Art zum Mitkommen zu bewegen, vermittelt zunächst, dass der Einsatz körperlicher Gewalt und Überlegenheit in Ordnung ist. Bei der Kommunikation mit dem Kind in einer Konfliktsituation gilt die Null-Toleranz-Regel, d. h., wendet ein Kind körperliche Mittel an, reagiert man sofort und unterbricht diese Aktion, wobei man das ruhig und freundlich tun soll, denn das Kind tut nichts Böses, denn es kann noch nicht anders handeln und muss erst lernen, wie es anders mit der Situation umgehen kann. Eine Intervention im Krisenfall sollte in zwei Schritten erfolgen, indem man mit einer deutlichen Geste körpersprachlich die Aktion unterbricht und danach die Kind eranspricht, denn nur dann kann man sich auch der Aufmerksamkeit der Kinder sicher sein. Wichtig ist, eine Handlungsanweisung zu geben, nicht nur ein Verbot auszusprechen, denn der kindliche Verstand kann Verneinungen oft nicht richtig verarbeiten, sondern führt zu einer Überforderung. Eine klare, freundliche Anleitung bringt das Kind viel schneller ans Ziel, wobei es nicht angebracht ist, in Tonfall und Wortwahl einen Tadel auszusprechen. Es geht in einer solchen Situation nicht darum, bei einem Kleinkind ein Verhalten, das entwicklungsbedingt noch unfertig ist, zu bestrafen, sondern dem Kind zu zeigen, was nicht geht und wie es richtig geht. Nur so kann es für die Zukunft lernen und man vermeidet dabei, Kinder zu Opfern und Tätern zu machen. Kann ein Kind in diesem Alter noch keinen selbstständigen Satz formulieren, muss man nachfragen und dem Kind bei der Artikulation seines Problems helfen und es weiter bei der Klärung unterstützen. Oft hat ein Kind während der Intervention schon das Interesse verloren, dennoch ist die Kontrolle danach wichtig, denn das gibt den Kindern für die Zukunft Sicherheit. Bei kleineren Kindern sollte man stets auch Lösungen anbieten, für die Kinder sich entscheiden können, um Kinder an konstruktive Konfliktlösungen heranzuführen.

Siehe dazu Wie soll ich meinem Kind Grenzen setzen?






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