Was macht erfolgreichen Unterricht aus?

Rainer Dollase (Universität Bielefeld) hat den Alltag in deutschen Schulklassen betrachtet und Vorschläge für erfolgreichen Unterricht entwickelt.

  • Weniger Konferenzen: Lehrer heute werden in einen unsinnigen Konferenz-Zirkus eingebunden. Dieser stehle ihnen Zeit für die gründliche Unterrichtsvorbereitung, für das Erstellen von Förderplänen sowie für die Beratung von Eltern und Schülern.
  • Vorsicht, Schwätzer: Zensuren für mündliche Mitarbeit benachteilige stille Schüler und führe zu einer „Schwätzerkultur“. Ein Beitrag zu einer Diskussion sagt nur in seltenen Fällen etwas über die individuelle Leistungsfähigkeit aus.
  • Gutes Klassenklima: Viele Schüler finden, dass ein guter Lehrer neugierig auf die Sicht- und Denkweisen von Kindern bzw. Jugendlichen sein sollte. Ganz wichtig: Er sollte Außenseiter integrieren können und eine „neutrale Stellung“ in der Klassengemeinschaft haben. Gerechtigkeit und Durchsetzungsvermögen gelten vielen Schülern als wichtig: Bevorzugung von einzelnen Schülern schaden der Klassengemeinschaft.
  • Kleinere Klassen: Je kleiner die Gruppen, desto besser der Lernerfolg“. Einen wirklichen Qualitätsfortschritt gebe es unterhalb einer Gruppengröße von etwa 17 Schülern. Selbst in einer Zweiergruppe lerne man durchschnittlich langsamer und weniger als in einer Einergruppe.
  • Ausbildung der Lehrer: Die Lehrerausbildung sei dringend reformbedürftig. Ausbilder, die ihren Referendaren den optimalen Unterricht vormachen können, werden dafür benötigt.
  • Qualität: Im pädagogischen System dürfen nur solche Personen aufsteigen, die nachgewiesenermaßen hervorragende Lehrer sind; das heißt, die auch schwierigen Klassen etwas beibringen können.
  • Rolle der Eltern: Eltern sollten ihre Kinder besser auf die Schule vorbereiten, sie können das schulische Regelsystem unterstützen. Gute Eltern geben ihren Kindern nicht die Botschaft mit: ,Ich, Ich, Ich, Ich`, sondern teilen ihnen mit, dass die individuelle Selbstverwirklichung in Gruppen wie den Schulklassen an Grenzen stößt und dass diese Grenzen eingehalten werden müssen.

Quelle: Mindener Tageblatt vom 05.11.2007




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