Sozialpsychologie des Schulalltags: Grundlagen und Anwendungen

Erziehung und Bildung in der Schule gelingen nur bei guter Zusammenarbeit von Lehrenden, Lernenden, Erziehungsberechtigten, Sozialarbeitern, Psychologen usw. Doch oft belasten Fremdheit und Konflikte die Atmosphäre. Dieses Buch von Gisela Steins führt in das Gebiet der Sozialpsychologie des Schulalltags ein und richtet sich schwerpunktmäßig an alle Personengruppen, die im schulischen Kontext arbeiten oder sich auf pädagogische Berufe vorbereiten.

Der erste Abschnitt lässt zum Einstieg Schülerinnen und Schüler ihre Alltags­probleme mit der Schule referieren, und verweist darauf aufbauend auf die Wirkung von Alltagstheorien, die man in ihrer reduktionistischen und stereotypisierenden Art kennen sollte. Daraus leitet sie in das wis­senschaftliche Denken über, denn gute Theorien liefern für komplexe Situationen eine Metaebene, die Distanz zu den Verwicklungen des Alltags bei den Beteiligten erzeugen kann. Steinverweist dabei auf die Notwendigkeit der empirischen und auch der idiographischen und qualitativen Methoden, zumal bei psychologischen Fragestellungen die varianten­reiche Subjektivität der Individuen einbezogen werden muss, um menschliche Handlungen zu verstehen.

Den nächste Abschnitt widmet sich den praktischen Theorien für die Schule, also Theorien, die für schulisches Zusammenleben für zentral sind, etwa die Per­sonenwahrnehmung, das Problem von Konformität und Macht, Attributionstheorien, die sozial-kognitive Lerntheorie, die Selbst­aufmerksamkeitstheorie, die Theorie der symbolischen Selbstergänzung, die Reaktanztheorie und die Emotions­theorien. Dabei werden  immer wieder Bezüge zum konkreten Schulalltag hergestellt und plausible Erklärungen und Lösungsvorschläge in der konkreten Praxis angebo­ten.

Ein weiterer Abschnitt des Buches setzt sich exemplarisch mit aktuellen Herausforderungen im Schulleben auseinan­der, wobei die im zweiten Teil referierten  Theorien jetzt auf dem Prüfstand hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit stehen. Das beginnt mit der Besprechung problematischen Schülerverhaltens wie Rauchen auf der Toilette, Mobbing, Beleidigungen von Lehrpersonen. Die normativen Vorgabe des gegenseitigen Respekts als Leitlinie des Zusammenlebens wird ebenso angesprochen wie die soziale Erziehung oder eine geschlechtergerechte Didaktik.




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