Online-Moderation

Diese ist insbesondere für große Gruppen und schlecht strukturierte oder komplexe Lernaufgaben zur Unterstützung des netzbasierten kooperativen Lernens wichtig, denn sie kann der virtuellen Gruppe helfen, Kommunikationsprozesse zu steuern, Koordinationsprobleme zu bewältigen sowie Prozesse des sozialen Aushandelns verschiedener Inhalte in Gang zu setzen und aufrechtzuerhalten. Auch soziale und emotionale Konflikte in der netzbasierten Lerngruppe benötigen in vielen Fällen zu deren Bewältigung einen Moderator. Viele Rituale und Prozeduren, die sich in face-to-face-Gruppen beiläufig einstellen, in netzbasierten Lerngruppen explizit angeregt werden. Im Wesentlichen gibt es vier Moderationsfunktionen:

    1. Die Organisations- und Administrationsfunktion bezieht sich darauf, für eine planvolle Gestaltung der Arbeitsabläufe zu sorgen.
    2. Die Motivationsfunktion zielt darauf ab, eine freundliche kommunikationsförderliche Atmosphäre zu schaffen.
    3. Die Vermittlungsfunktion stellt didaktische Verarbeitungshilfen bereit, z.B. Lernaufgaben, Zusammenfassungen oder Fragen.
    4. Die Expertenfunktion sichert die inhaltliche Qualität des netzbasierten Lernens.

    In einem einzelnen Moderationsbeitrag sind diese Funktionen unterschiedlich gegeben und teilweise stark miteinander verwoben. In der Praxi zeigte sich, dass ein „conversational style“ die Teilnehmer am deutlichsten zur Mitarbeit motivierte, d.h. viele kurze und anregende Eingaben mit geringerer Sachbezogenheit statt längerer förmlicher Beiträge mit Expertencharakter. Als Grundprinzip der Moderation solltedaher gelten, dass der Moderator im Hinblick auf das anzustrebende selbstgesteuerte Lernen eher die Funktion des Beraters im Rahmen selbstbestimmter Lernprozesse einnimmt, statt die Gruppenprozesse zu stark zu steuern. Leitend sollte die im Rahmen des situierten Lernansatzes betonte Funktion sein, sich entsprechend der Selbststeuerungsfähigkeit der netzbasierten Lerngruppe zunehmend aus der Unterstützungsfunktion zurückzuziehen.

    Quelle: Hesse, F.W., Garsoffky, B. & Hron, A. (2002). Netzbasiertes kooperatives Lernen. In L.J. Issing & P. Klimsa (Hrsg.), Information und Lernen mit Multimedia (S. 283-300). Weinheim: Beltz, Psychologie Verlags Union.




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