Maßnahmen zur Internationalisierung im Bildungsbereich

Bis in die 1990er Jahre fand Bildung hauptsächlich auf nationaler Ebene statt, jedoch wurden bereits in den 70er Jahren Debatten über eine Umgestaltung im Bildungsbereich und eine damit verbundene Anpassung an die rasch wachsende Globalisierungstendenz geführt. Ein erstes Aufkommen der Qualitätsentwicklung fand in den 80er Jahren auf Grund der Tatsache statt, dass Schulen gleicher Schulform stark abweichende Resultate lieferten und als wichtige Komponente dafür die unterschiedliche Schulkultur festgestellt wurde. Auf Grund neuer politscher Verhältnisse bedingt durch den Zusammenbruch des Ostblocks sowie dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 und dem damit verbunden freien Güter- und Dienstleistungsverkehr sowie der freien Arbeitsplatzwahl setzte eine Neuorientierung mit Einbeziehung der veränderten wirtschaftlichen und sozialen Situation ein. Als Ziel wurde ausgegeben, eine Qualitätsverbesserung zu erreichen, um die individuelle und regionale Chancengleichheit zu steigern (vgl. Dobart, 2009, S. 408ff).
Maßnahmen auf europäischer und nationaler Ebene
Seitens der Europäischen Union wurde im Zuge des Lissabon-Prozesses im Jahr 2002 ein Arbeitsprogramm mit dem Titel „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ gestartet in dem die europäischen BildungsministerInnen künftige Ziele im Bildungsbereich ausarbeiteten. Zu den bedeutsamsten Zielvorstellungen gehören die Steigerung von Qualität und Effizienz der bestehenden Bildungssysteme, die Sicherung von Bildung für jedermann und die Internationalisierung der Systeme. Bei Letzterem wurden bereits erste Schritte durch diverse Mobilitätsprogramme wie Erasmus Mundus im Hochschulbereich sowie Comenius und Leonardo da Vinci im Schulbereich gesetzt. Zur besseren Überprüfbarkeit der Zielerreichung sind europäische Referenzwerte festgelegt und weiters auf qualitativer Ebene Arbeitsgruppen gegründet worden (vgl. Dobart, 2009, S. 410ff).
Auch auf nationaler Ebene wurden auf Grund der europäischen Entwicklungen Programme wie „Qualität in der Berufsausbildung (QIBB“ oder „Qualität in der Schule (QIS)“ gestartet. Weiters fanden auch die Ergebnisse der internationalen Vergleichsstudien wie TIMMS oder PISA in den letzten Jahren Einzug in die öffentliche Debatte um den Bildungszustand in Österreich. Doch gerade die durch diese Studien hervorgebrachte Input-Outcome-Orientierung und der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union machten eine stärkere Ergebnis- und Zielorientierung im Österreichischen Bildungssystem erforderlich. Vor 1995 orientierte sich der Bildungsbereich in Österreich hauptsächlich im nationalen Vergleich und unterlag weiters einer höheren staatlichen Einflussnahme (vgl. Dobart, 2009, S. 412f).
Individualisierung als zukünftiges Primärziel

Im Rahmen der europäischen Bildungsprozesse wird neben der bestmöglichen Erlangung der Beschäftigungsfähigkeit auch eine Erhöhung der Kreativitäts- und Innovationsfähigkeit angestrebt um zukünftig ökonomische und soziale Schwierigkeiten besser meistern zu können. Der Erwerb dieser für die Gesellschaft wesentlichen Schlüsselkompetenzen soll vor allem durch eine stärkere individuelle Förderung des Einzelnen erreicht werden und damit der zunehmenden Heterogenität im Bildungsbereich Rechnung getragen werden. Bildung sollte daher in Zukunft stärker auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden damit deren individuelles Potenzial bestmöglich ausgeschöpft wird und nicht wie bisher markant vom sozialen Background abhängt. Laut Dobart kann diese Anpassung des Bildungssystems jedoch nur mittels Anreizen und entsprechender Unterstützung sowie durch Schaffungen der rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten erzielt werden (vgl. Dobart, 2009, S. 413ff).

Verwendete Literatur
Dobart, A. (2009). Internationalisierung im Bildungsbereich. Erziehung und Unterricht, 159, 408-418.






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