Lehrer besitzen geringen Tätigkeitsspielraum und erhalten wenig Anerkennung

LehrerInnen sind größeren beruflichen Belastungen ausgesetzt als ErzieherInnen, bestätigte eine Studie von Scheuch und Seibt (TU Dresden). Einzelne Burnout-Symptome geben 58% der Lehrer und 9% der Erzieher an. Doch das Vollbild eines „Burnout“ (Erschöpfung, Zynismus, reduzierte Leistungsfähigkeit) ließ sich bei keinem Studienteilnehmer diagnostizieren. Offensichtlich sind wesentlich weniger Pädagogen ausgebrannt als häufig unterstellt wird. Lehrer weisen ungünstigere arbeitsplatzbezogene Faktoren auf: Im Vergleich zu Erziehern ist bei ihnen die Arbeitsintensität signifikant höher, aber der Tätigkeitsspielraum geringer, und für sie ergibt sich ein ungünstigeres Verhältnis von arbeitsbedingtem Aufwand und“ Anerkennung. Bei Erziehern ist allerdings die körperliche Belastung höher. Die Wissenschaftler warnen vor einer unkritischen Burnout-Diagnose: Die Entstehungsursachen des Ausbrennens seien nicht ausreichend geklärt, es mangele oft an methodischer Transparenz. Zu berücksichtigen sei auch die in der Belastungsforschung aktuell diskutierte „reversed causality“, d.h. der Einfluss von Burnout-Merkmalen auf die Bewertung der Arbeitstätigkeit, die selbst u.U. gar nicht zu diesen Symptomen führt.
Wissenschaftliche Studien insbesondere zu Langzeiteffekten von Burnout sind notwendig, insbesondere im Hinblick auf die Bedeutung einer rechtzeitigen Prävention: Die Risikoforschung hat nur eine Chance, wirksame Modelle zu entwickeln, wenn sie sich sowohl auf Risiken als auch Ressourcen, sowohl auf Verhalten als auch Verhältnisse, sowohl auf Prävention als auch Gesundheitsförderung konzentriert.

Berufbelastung bei Erziehern und ErzieherInnen

In einer Studie in Deutschland zu den Berufsbelastungen von Erzieherinnen zeigte sich, dass viele Erzieherinnen und Erzieher extrem Burnout-gefährdet sind, wobei die Stressquelle Nummer eins der Berufsbelastungen die mangelhafte Personalausstattung in den Einrichtungen darstellt: Zu große Gruppen, ein unzureichender Betreuungsschlüssel, Zeitdruck und Mehrarbeit wegen erkrankter Kolleginnen. Die Daten stammen aus der Bestandserhebung Gesundheitsförderung in Kitas der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, einer repräsentativen Stichprobe von 3000 Kitas.
Auch der Geräuschpegel in den Gruppenräumen und die umfangreichen Dokumentationspflichten belasten die ErzieherInnen, wobei Kinder mit deutlichen Disziplinproblemen, einem zusätzlichen Betreuungs- und Förderbedarf und Verhaltensauffälligkeiten eine starke Belastungen darstellen. Viele der befragten Erzieherinnen beklagten auch die überhöhten Ansprüche mancher Eltern oder deren Neigung, Erziehungs- und Bildungsaufgaben an sie zu delegieren. Je höher die Berufsbelastungen der Erzieherinnen und Erzieher sind, desto stärker sind ihre gesundheitlichen Beschwerden. Bei ihnen liegen die Werte für die Verdachtsdiagnose Burnout deutlich über dem Normwert, wobei fast ein Fünftel der befragten Personen (18,9 Prozent)  unter sehr starken beruflichen Stressbelastungen leidet und  damit als Hochrisiko-Gruppe für Burnout gilt. Beinahe 15 Prozent der ErzieherInnen gaben an, unter deutlichen bis starken psychosomatischen und psychischen Beschwerden zu leiden, wodurch bei hoher Stressbelastung auch die Betreuungsqualität leidet.






Eine Reaktion zu “Lehrer besitzen geringen Tätigkeitsspielraum und erhalten wenig Anerkennung”

  1. Vivian H

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