Fair und gerecht prüfen

Mündliche Prüfungen lassen sich optimal in der Struktur eines Entscheidungsorienten Gesprächs durchführen. Ein reflektiertes Vorgehen kann der Fairness, Ergebnisqualität und Zeitökonomie zugute kommen. Karl Westhoff et al. (TU Dresden) beschreiben die Vorgehensweise in einem detaillierten, präzis umsetzbaren Regelwerk.
Grundvoraussetzung ist: Der Kandidat muss vorab wissen, welche Arten von Fragen gestellt werden können und wie der Prüfer zu fragen gewohnt ist. Der Prüfer kann dem Kandidaten gestatten, einen Ausgangspunkt zu wählen; dies hat meist den Vorteil, dass der Start besser gelingt und der Prüfling ermutigt wird, die nachfolgenden Fragen zu bewältigen.
Zweckmäßig ist „die Staffelung der Fragen nach aufsteigender Schwierigkeit, was Vorteile für den Verlauf und eine möglichst zutreffende Kompetenzeinschätzung hat.“ Halten sich Prüfer und sachkundiger Beisitzer an die Regeln des Entscheidungsorientierten Gesprächs, kommen sie zu einem annähernd objektiven Urteil. „In über zwei Jahrzehnten haben wir unsere weit über tausend Prüfungsgespräche nach diesem Vorgehen geführt – und Beurteilerübereinstimmungen zwischen .90 bis .99 erzielt. Bittet man die Kandidaten nach der Prüfung, die eigene Leistung zu beurteilen, stimmt das Urteil mit der erreichten Note relativ gut überein (.78). Dies ist deshalb bemerkenswert, weil das Ziel des Kandidaten in der Prüfung naturgemäß primär in einer möglichst guten Beantwortung der Fragen besteht – und nicht in der Selbstbeobachtung.




Post a Comment (moderated)

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu