Emotionen und Wohlbefinden in der Schule

Im Bereich der pädagogisch-psychologischen Forschung ist vor allem von Emotionen, Gefühlen, Wohlbefinden, manchmal auch von Affekten und Stimmungen, ebenso von Schul- oder Lernfreude die Rede. Die Grundlage für Emotionen bilden Wertmaßstäbe, die durch Kultur und Gesellschaft vermittelt und geprägt werden. Zufriedenheit in der Schule, Spaß am Lernen, Schul- und Lernfreude sind Teilkomponenten von Emotionen. In der Schulforschung werden sie aber damit gleichgesetzt, dass Kinder und Jugendliche gerne zur Schule gehen und gerne lernen. Die Idee dazu ist, dass angenehme Gefühle ein Ausdruck der positiven Haltung gegenüber der Schule sind. Ein gravierendes Problem der schulischen Emotionsforschung liegt in der mangelnden Schärfung von Definition der Begriffe Emotionen bzw. Wohlbefinden sowie in der unzureichenden Berücksichtigung der Mehrdimensionalität dieser Phänomene. Die Qualität schulischer Emotionsforschung ließe sich steigern, wenn wissenschaftliche Beiträge diese beiden Mankos künftig überwinden würden (vgl. Hascher & Edlinger, 2009, S. 106f). Tatsache ist, dass die Freude an der Schule bereits im Laufe der ersten Schuljahre abnimmt und die positiven Gefühle der Schüler zurückgehen. Zu den Hauptproblemen der Emotionsforschung gehört die Frage einer angemessenen methodischen Erfassung von emotionalen Zuständen. Man unterscheidet hier in Gegenstandsbestimmung, Zielbestimmung und Ursachenbestimmung (vgl. Hascher & Edlinger, 2009, S. 107ff).

Phänomenologie subjektiven Emotionserlebens in Schule und Unterricht
Die empirischen Arbeiten dieses Forschungsbereichs beschäftigten sich mit folgenden Fragen:
– Welche Gefühle erleben Kinder und Jugendliche im Kontext der Schule?
– Welche Emotionen charakterisieren spezifische Lernsituationen? (vgl. Hascher & Edlinger, 2009, S. 109f).

Korrelate, Quellen und Bedingungen positiver Emotionen in der Schule
Es geht darum einen Überblick über die Entstehungsbedingungen positiver Emotionen in der Schule zu geben. Folgende Fragen lassen sich dafür zuordnen:
– Durch welche Faktoren können positive Emotionen erklärt werden?
– Lassen sich durch bestimmte Unterrichtsarrangements positive Gefühle fördern?
– Worin sehen Schüler selbst die Quellen ihrer Emotionen? (vgl. Hascher & Edlinger, 2009, S. 113f).

Das bisherige Bild der Schule präsentiert sich eher negativ. Die Schule trägt aktiv dazu bei, dass sich die positiven Gefühle der Kinder verschlechtern. Dies kann nicht im Interesse der Schule sein. Daher sollte man sich die Frage stellen, wie der Schulalltag gestaltet werden kann, damit Langeweile, Frustration und Aversion gegenüber der Schule reduziert wird (vgl. Hascher & Edlinger, 2009, S. 119).

Literatur
Hascher, T. & Edlinger, H. (2009). Positive Emotionen und Wohlbefinden in der Schule – ein Überblick über Forschungszugänge und Erkenntnisse.  Psychologie in Erziehung und Unterricht, 56, 105 – 122.








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