Die Bedeutung des Methodenlernens nach Klippert

Ausgehend sowohl von eigenen Beobachtungen, Schülerbefragungen und Lehrereinschätzungen als auch von der Kritik seitens der Wirtschaft konstatiert Klippert ein erhebliches Defizit an Techniken und Methoden, die jenseits reinen Fachwissens Schüler überhaupt erst befähigten, sinnvoll zu lernen bzw. Lernziele zu erreichen. Als Fazit seiner Befragung an verschiedenen Schulen in Rheinland- Pfalz stellt er fest, dass es der Mehrzahl der befragten Schüler und Schülerinnen (befragt wurden 800 Schüler und Schülerinnen) schwer fällt, Lernstoff längerfristig zu behalten, im Unterricht zielstrebig zu arbeiten, umfangreiche Materialien durchzuarbeiten und das Wesentliche daraus zu entnehmen, Unterrichtsinhalte zusammenzufassen, Berichte übersichtlich zu gliedern, Klassenarbeiten vorzubereiten, Lernstoff gezielt zu üben, einem längeren Lehrervortrag aufmerksam zu folgen etc.

  • Viele Schüler sind beim Lernen unsicher und/oder überfordert, weil ihnen die nötigen methodischen Klärungen und Routinen (Algorithmen) fehlen!
  • Die Lernmethoden im Unterricht sind in aller Regel Lehrer-Methoden; die Lehrer/innen bahnen den methodischen Weg für die Schüler. Kein Wunder also, daß viele Schüler recht hilflos sind, wenn die gewohnte Lehreranweisung fehlt!
  • Die gelegentliche Methodenbelehrung durch die Lehrer/innen bewirkt wenig, da sie mehr oder weniger appellativ und abstrakt bleiben muß. Methoden müssen experimentell gelernt und gefestigt werden, und sie können nur sehr begrenzt »gelehrt« werden!
  • Die einseitige Stofforientierung der Lehrpläne, der Schulbücher und der Lehrerausbildung verleitet dazu, das Methodenlernen der Schüler über Gebühr zu vernachlässigen!
  • Andererseits: Führende Bildungsexperten sind sich darin einig, daß die Methoden- und die Sozialkompetenz der Schüler relativ zur Fachkompetenz immer stärker an Bedeutung gewinnen!
  • Deshalb: Bildung ist mehr als die Vermittlung obligater Fachkenntnisse und enzyklopädischen Wissens. Bildung zielt auch und besonders auf die Befähigung zur »Selbst-Bildung«. Das aber verlangt methodische Versiertheit!
  • Fazit: Die Verbesserung der Methodenkompetenz ist der Schlüssel zu mehr Mündigkeit sowie zur Förderung des Lernerfolgs und der Lernmotivation der Schüler!

Siehe dazu auch die umfangreiche Darstellung des Methodentrainings nach Klippert
Klippert, Heinz: Methoden-Training. Übungsbausteine für den Unterricht. Weinheim und Basel. 2002.
Klippert, Heinz: Kommunikations-Training. Übungsbausteine für den Unterricht II. Mit Illustrationen von Heinz Krähe. Weinheim und
Basel. 2001.
Klippert, Heinz: Teamentwicklung im Klassenraum. Übungsbausteine für den Unterricht. Weinheim und Basel. 2001.




Eine Reaktion zu “Die Bedeutung des Methodenlernens nach Klippert”

  1. Monika Armand

    Wichtige Ergänzung zur Klippert-Werbung ;-):
    Methodentraining nach Klippert Unten im Artikel:
    „Kritik am Konzept des Methodentraining
    Mit den Übungsbeispielen wird in erster Linie das vorgegebene Methodenlernen antrainiert. Das Einüben der diversen Arbeits-und Spielverfahren, die in den Arbeitsblättern enthalten sind, soll Schülerinnen und Schülern die grundlegenden Lern-und Arbeitsmethoden vermitteln.. Klippert verspricht, dass auf diese Weise die Schüler und Schülerinnen als Lernende selbständig werden, denn sie hätten so das Lernen des Lernens gelernt. Die Schüler lernen „Klippert-Bausteine“. Aber reicht das aus, um die methodische Kompetenz der Schüler zu fördern?“

    In Nordrhein-Westfalen (Deutschland) nannte man den Klippert’schen vom Schulministerium geförderten! Methodeneinsatz die „Klippertomanie“. Unter vielen Lehrern war das Manual eher verschrien….Klippert hat dennoch sehr gut damit verdient und tut es immer noch. Methodisch sind weder Lehrer, noch Schüler sehr viel besser geworden. Offenbar braucht es etwas mehr Wissen und Können um guten Unterricht zu machen 😉 Beste Grüße M.A.

Post a Comment (moderated)

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu