Der unaufmerksame Schüler

Otto M. Ewert und A. Henneberger
Der unaufmerksame Schüler

Es wurde ein Beurteilungsbogen entwickelt, der die schulische Aufmerksamkeit prüfen soll.
Es stellte sich heraus, dass Schüler nur dem Unterricht folgen, wenn dieser interessant ist, aber es liegt in der Macht des Lehrers den Unterricht so zu gestalten, dass er interessant ist. Aufmerksamkeit hat eine Objekt- und eine Subjektseite. Die Objektseite ist die geeignete Unterrichtsgestaltung. Die Subjektseite bezieht sich darauf, dass nicht alle Schüler gleich aufmerksam sind in den entsprechenden Situationen. Aber wann spricht man von einem aufmerksamen Schüler? Pädagogen haben jeden Tag mit Schülern zu tun und sollten deswegen leicht beurteilen können, wann und ob ein Schüler aufmerksam ist. Ziel dieser Befragung ist, ob die schulische Aufmerksamkeit von Lehrern unterschiedlicher Schulform übereinstimmend verwendet wird und ob sich Beziehungen zwischen der Zuschreibung von schulischer Aufmerksamkeit und objektiven Schulleistungen herstellen lassen (vgl. Erwert & Henneberger 1995, S. 313-315).

Untersuchung I (Entwicklung eines Beurteilungsbogens zur schulischen Aufmerksamkeit)
Um einen sinnvollen Beurteilungsbogen zu erhalten, wurden Pädagogen mit unterschiedlichen Fächerkombinationen interviewt. Sie stellten die Frage welches Verhalten aufmerksame/unaufmerksame Schüler zeigen. Aus dieser Auswahl der genannten Verhaltensbeschreibungen, wurden solche ausgewählt, die oft genannt wurden und welche man leicht im Unterricht feststellen kann. Dabei entstand ein Entwurf, der wieder anderen Pädagogen vorgelegt wurde. Diese sollten auf der Skala von 0-100 bewerten wie typisch jedes Verhaltensmerkmal, nach ihrer Unterrichtserfahrung, für aufmerksame Schüler ist (vgl. Erwert & Henneberger 1995, S. 315-316).
Methode
112 Schüler, davon 46 Burschen und 66 Mädchen,  wurden von 6 Lehrerinnen und Lehrern beurteilt. Dabei konnten die Lehrer nach einer vorgegebenen Skala beurteilen, mit 4 Abstufungen (1=nie, 2=selten, 3=meistens, 4=immer), wie sehr ein bestimmtes Verhalten auf Schüler zutrifft. Schüler mussten Angaben über ihre letzten Zeugnisnoten mitbringen aus den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Biologie.
Ein niedriger Skalenwert bedeutet hohe Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit den Schulnoten wurde durch die Korrelation mit den Zeugnisnoten bestimmt. Mögliche Bedenken dieser Methode sind, dass Schüler von einem Lehrer beurteilt werden, der nur ein bis zwei Fächer unterrichtet, während aber Noten aus verschiedenen Fächern genommen wurden (vgl. Erwert & Henneberger 1995, S. 316-317).

Untersuchung II (Entwicklung eines Beurteilungsbogens zur schulischen Aufmerksamkeit)

Bei der zweiten Untersuchung wurde derselbe Test durchgeführt, um zu beweisen, dass der Test übertragbar ist. Es wurden 111 Schüler einer Integrierten Gesamtschule befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Test für alle Schulformen machbar ist.
Die einzigen Abweichungen zu Untersuchung I liegen darin, dass die Korrelationen höher sind als in Untersuchung I (vgl. Erwert & Henneberger 1995, S. 318-322).

Verwendete Literatur
Ewert, Otto M., Henneberger, A. (1995). Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie,  313-322.






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