Chronische Krankheiten im Kindes- und Jugendalter

Chronische Krankheiten im Kindes- und Jugendalter: LehrerInnen sind häufig ohne Information
In jeder Schulklasse sitzen durchschnittlich zwei oder mehr Kinder mit chronischem Asthma bronchiale. Dennoch sind mehr als 80% der LehrerInnen nach eigener Einschätzung mit dem Krankheitsbild kaum vertraut. Fast die Hälfte der PädagogInnen nimmt fälschlicherweise an, asthmakranke SchülerInnen seien ebenso belastbar wie Gesunde. Die Probleme chronisch kranker Kinder werden in der Schule häufig verkannt, stellen der Pädiater Dr. Rüdiger Szczepanski (Osnabrück), die Psychologien Prof. Dr. Gisela Steins (Essen) und andere fest.
Durch ihre Krankheit erleiden Asthmakranke in der Schule wesentliche Nachteile, diagnostiziert Szczepanski:

  • Probleme der Konzentration und des Lernfortschritts
  • Probleme allergenbelasteter Klassenräume mit erhöhten Symptomrisiken
  • „Häufig trauen die Kinder sich nicht, die Dauertherapie oder auch eine notwendige Akutintervention einzusetzen, bzw. es wird vom Lehrer nicht gestattet.“
  • Im Sportunterricht häufig keine genügenden Belastungspausen („Simulant“)
  • „Lehrer sind häufig überfordert, beginnende Asthmasymptome zu registrieren und dem Kind den Freiraum für eine mögliche Selbsthilfe zu ermöglichen.
  • Gelegentlich werden Kinder ohne eine primäre medikamentöse Versorgung direkt nach Hause geschickt, teils ohne Begleitung.
  • Daneben gibt es häufig Kommunikationsprobleme bezüglich des Umganges mit Asthma innerhalb von Lehrerkollegien.“

Rüdiger Szczepanski fordert und fördert spezielle Weiterbildungen für LehrerInnen.
Gisela Steins beobachtete, dass Kinder aus Klinikschulen in Normalschulen wechseln, die neuen LehrerInnen jedoch kaum über die Gesundheitsprobleme angemessen informiert werden. Die Psychologin setzt in erster Linie auf eine intensivierte, individualisierte Kommunikation und Kooperation zwischen Lehrern, Eltern, Medizinern und anderen relevanten Kräften.






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