Archive for the ‘Internet’ Category

Jugendliche und Spiele-Sucht

Samstag, Oktober 18th, 2008

Nach der Medienkonvergenz-Monitoring-Studie der Universität Leipzig passen viele Jugendlichen nicht in das Klischee des süchtigen “Dauer Zockers”, vielmehr reflektieren die Jugendlichen ihr Medienverhalten und betrachten den Suchtfaktor von Online-Spielen durchaus kritisch. Da eine Eigenschaft moderner Online Spiele das Spiel rund um die Uhr ist, muss man, will man ein erfolgreicher Spieler sein, sehr viel und sehr lange am Tag spielen. Soziale Bindungen spielen dabei eine große Rolle, denn die meisten Jugendlichen organisieren sich in virtuellen Clans oder Gilden. Hier ergänzen soziale Verpflichtungen, wie regelmäßige Treffen oder gemeinsame Spiele und Aufgaben, soziale Bindungen aus dem realen Leben. Gerade Jugendliche sind in ihrem Leben durch viele Krisen, die notwendige Loslösung vom Elternhaus oder schulische Probleme einem starken Druck ausgesetzt. Online-Spiele können hier einen Ersatzanker darstellen, da dort Erfolge erlebt werden können. Online-Spiele sind für sich genommen keine größere Gefahr für Jugendliche als Fernsehen oder mangelnde Interaktion und Kommunikation innerhalb der Familie. Daher kann die manchmal thematisierte Vereinsamung durch Online-Spiele nicht pauschalisiert werden, denn oftmals werden die Online-Kontakte auch im „realen“ Leben gepflegt.

Online-Spielsucht ist anderen Süchten ähnlich

Bekanntlich spielt Dopamin eine wichtige Rolle im Belohnungssystem des Gehirns, und ein gestörter Dopamin-Stoffwechsel steht mit vielen Suchterkrankungen im Zusammenhang. Es zeigte sich, dass bei Online-Spielsüchtigen die Anzahl der Dopamin-Rezeptoren vermindert ist, wobei, wie dieser Effekt umso stärker ist, je größer die Abhängigkeit laut Diagnose-Test war. Ein Mangel dieser Rezeptoren zusammen mit einer gleichzeitig beobachteten verminderten Aktivität des Präfrontallappens ist ebenfalls ein typisches Anzeichen von Drogensucht, wie er sich etwa bei Methamphetamin-Süchtigen nachweisen lässt. Man muss daher annehmen, dass die zugrundeliegenden neuronalen Mechanismen bei einer Online-Abhängigkeit denen bei anderen Suchterkrankungen ähnlich sind.

Siehe auch Spielsucht – Onlinegames.

Quellen
Prints @ Parents – Der kleine Online-Ratgeber für Eltern und Pädagogen Ausgabe 01/2008.
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-18118-2014-10-15.html (14-10-15)



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E-Learning und technischer Aufwand

Montag, September 8th, 2008

Lernpsychologisch betrachtet ist zu viel technischer Aufwand bei E-Learning-Angeboten ungünstig für das Lernen, da er eher ablenkt und das Arbeitsgedächtnis blockiert. Bei der Entwicklungen von Lernumgebungen sind hier häufig Mediendesigner und Technikfreaks am Werk, die versuchen, die neuesten technischen Errungenschaften einzubauen. Da werden Animationen eingebaut, es blinkt, es wird bunt und Worte fliegen auf dem Bildschirm herum – angeblich, um das spannend und unterhaltsam zu machen.
Dazu Wolfgang Schnotz (Universität Konstanz): [Lernplattformen] „sind keine Wunderwerke. Man sollte nicht meinen, (…), dass man den Lernenden einfach viel Freiheit und ein großes Informationsangebot geben müsste und sie suchen sich dann selber alles raus. Das ist ungefähr so, wie wenn man einem Studienanfänger die Bibliothek zeigt und ihm dann sagt, er soll sich da drinnen jetzt fünf Jahre aufhalten und dann zur Prüfung kommen. Das funktioniert natürlich nicht.“
Lernen per Internet und Computer ist dann sinnvoll, wenn Hindernisse wie große Distanzen einen regulären Unterricht unmöglich machen, jedoch ein Ersatz für Präsenzlernen ist es nicht.

Der Computer lobt nicht und hat kein Lächeln

Neuster Trend sind E-Learning-Module mit Adventure-Features, die vor allem junge Menschen ansprechen, wobei die meisten Teilnehmer zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Vor allem spart diese Art zu lernen Kosten, denn Firmen streichen teure Tagesseminare und kaufen stattdessen E-Learning-Software, die jeder nebenbei anwenden kann. Im Gegensatz zu Trainings in der realen Welt sehen sich Schüler und Dozenten beim virtuellen Lernen nicht. Dadurch fehlen Kommunikationsroutinen wie eine Handgeste, ein bestätigendes Lächeln oder ein Kopfschütteln. Die Gefahr besteht, dass der Lehrende diese wichtigen Signale verliert und das Verhalten der Lerner immer schlechter einschätzen kann. Als Lösung für diese Dissonanz wird „Blended Learning“ präsentiert, eine Art Symbiose der Methoden Präsenz (Klassenzimmer und Lehrer) und Virtualität (Computer und digitalisiertes Buch, Video oder Simulation).

Quelle: http://salzburg.orf.at/stories/305630/ (08-09-08)
Sudahl, Michael (2008). Der iPod kann beim Lernen nicht loben.
WWW: http://www.ftd.de/karriere_management/karriere/:Weiterbildung-
Der-iPod-kann-beim-Lernen-nicht-loben/417777.html (08-10-03)



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Was sind Netcops?

Mittwoch, April 30th, 2008

In virtuellen Gruppen gibt es Menschen, die aufpassen, dass alles geregelt zugeht. Niemand hat sie gebeten das zu tun und daher nennt man sie auch selbsternannte Netcops. Da gibt es dann so wichtige Dinge zu regeln wie Realnamen, Zeilenlängen, Umlaute, Sig-trenner, Signaturen über vier Zeilen, Kleinschreibung, multiple Satzzeichen usw.

Mit einem selbsternannten Netcop kommst Du ganz einfach in Kontakt. Du möchtest in einer Gruppe schreiben, weil Dich ein Thema dort interessiert, und als wohlerzogener Mensch stellst Du Dich erst mal als Neuer vor. Damit ist Dir die Aufmerksamkeit der Netcops schon sicher. Well, nobody is perfect, Du machst kleine Fehler, und -Bingo- schon hast Du einen selbsternannten Netcop am Hals. Es gäbe ja die Möglichkeit, Dir eine Mail zu schicken und Dich diskret auf Deinen Fehler aufmerksam zu machen. Aber nein, er muss ja seine Kompetenz zeigen und da bietet es sich an, das öffentlich zu tun. Den Vorwurf, dass die Ratschläge haupsächlich seiner Selbstdarstellung dienen, weist der selbsternannte Netcop natürlich weit von sich. Nein, das ist ja sooo wichtig, weil andere Newbies, die auch immer wieder gerade diesen Fehler machen, davon profitieren sollen. Und überhaupt wird hier der Idealismus des selbsternannten Netcops völlig verkannt, denn schließlich gelten alle seine Bemühungen ja ausschließlich einer guten Lesbarkeit des Netzes. Man will ja nur helfen. Hoch sollen sie leben, diese Idealisten.

Quelle: de.soc.usenet (08-04-30)



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