Definitionen

Merkmale guten Unterrichts nach Hilbert Meyer

  • Klare Strukturierung des Unterrichts (Prozess-, Ziel- und Inhaltsklarheit; Rollenklarheit, Absprache von Regeln, Ritualen und Freiräumen)
  • Hoher Anteil echter Lernzeit (durch gutes Zeitmanagement, Pünktlichkeit; Auslagerung von Organisationskram; Rhythmisierung des Tagesablaufs)
  • Lernförderliches Klima (durch gegenseitigen Respekt, verlässlich eingehaltene Regeln, Verantwortungsübernahme, Gerechtigkeit und Fürsorge)
  • Inhaltliche Klarheit (durch Verständlichkeit der Aufgabenstellung, Plausibilität des thematischen Gangs, Klarheit und Verbindlichkeit der Ergebnissicherung)
  • Sinnstiftendes Kommunizieren (durch Planungsbeteiligung, Gesprächskultur, Sinnkonferenzen, Lerntagebücher und Schülerfeedback)
  • Methodenvielfalt (Reichtum an Inszenierungstechniken; Vielfalt der Handlungsmuster; Variabilität der Verlaufsformen und Ausbalancierung der methodischen Großformen)
  • Individuelles Fördern (durch Freiräume, Geduld und Zeit; durch innere Differenzierung und Integration; durch individuelle Lernstandsanalysen und abgestimmte Förderpläne; besondere Förderung von Schülern aus Risikogruppen)
  •  Intelligentes Üben (durch Bewusstmachen von Lernstrategien, passgenaue
    Übungsaufträge, gezielte Hilfestellungen und „übefreundliche“ Rahmenbedingungen)
  • Transparente Leistungserwartungen (durch ein an den Richtlinien oder Bildungsstandards orientiertes, dem Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler entsprechendes Lernangebot und zügige förderorientierte Rückmeldungen zum Lernfortschritt)
  • Vorbereitete Umgebung (durch gute Ordnung, funktionale Einrichtung und brauchbares Lernwerkzeug)



Schulangst – Schulverweigerung – Schulphobie

Wenn man allgemein von Schulangst spricht, dann können drei Formen unterschieden werden, die in der Regel unterschiedliche Handlungen erfordern:

Schulangst
Diese ergibt sich bei Überforderung, bei einem schlechten Klassenklima, bei Spannungen mit einem Lehrer, bei Isolation und Außenseiterproblematik in der Klasse, beim Wechsel von einem vertrauten Schulmilieu in eine neue Schulart oder Schulklasse usw.

Schulverweigerung
Hier handelt es sich um ein Problem der persönlichen Haltung zur Arbeit bzw. Leistung. Diese Kinder wirken auch nicht ängstlich, sondern eher desinteressiert, sie lehnen die Belastung durch die Schule ab und versuchen, ihr aus dem Weg zu gehen (entweder durch unerlaubtes Fernbleiben von derSchule = Schulschwänzen, oder durch minimalen Einsatz in der Schule = „auf Tauchstation gehen“). Diese Verweigerung zeigt sich besonders bei Kindern, die entweder durch eine verwöhnende oder durch vernachlässigende Erziehung nicht den Übergang gefunden haben von ausschließlich spiel- und lustbetonten Beschäftigungen zu pflichtund aufgabenbezogenem Handeln.

Schulphobie
Hier wird nicht die Schule gefürchtet, sondern die Trennung von der Mutter bzw. nächsten Bezugsperson. Vor allem kleinere Kinder trennen sich nur sehr schwer von zu Hause, aber auch bei älteren Schülerinnen und Schülern kann es vorübergehend zu ähnlichen Erscheinungen kommen: Entweder muss ein Elternteil das Kind bis zur Schule begleiten, oder es wird überhaupt mit allen Mitteln (oft auch mit körperlichen Beschwerden) demonstriert, wie unangenehm der Gang zur Schule empfunden wird. Dahinter steckt oft auch eine tiefe Unsicherheit in Bezug auf die eigene Person, eine Angst vor der eigenen Individualität, einem „Flüggewerden“ aus dem familiären „Nest“.

Siehe auch Schulangst – kommentierte Links

Literatur

Sedlak, F. (2007). Schule? Ja bitte. Ich lerne gerne.
WWW: www.schulpsychologie.at (07-11-11)




Wie wird man Experte?

Die Expertisenforschung hat in Untersuchungen herausgefunden, dass es nicht alleine Intelligenz oder Strategien sind, die einen Könner zum Experten machen, sondern wenn man zum Experten werden will, so muss man mindestens zehn Jahre in seiner Domäne aktiv sein, muss täglich üben, sich täglich mit dieser Materie beschäftigen. Das dabei angeeignete Wissen wird mit zunehmender Erfahrung als Gewohnheit abgespeichert, wodurch im Gehirn Ressourcen frei werden und neues Wissen aufgenommen werden kann.