Andreas Salcher: Der talentierte Schüler und seine Feinde

Andreas Salcher wirft in seinem Buch „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ LehrerInnen vor, dass sie die Talente ihrer Schüler übersehen, sie sogar in manchen Fällen vernichten und aus kleinen Individuen eine möglichst gleichförmige Menschenmasse formen. So sehr Salcher die Lehrer aber auch angreift, so sehr nimmt er sie in Schutz, denn unser Schulsystem ist eben so aufgebaut und über Jahrzehnte hinweg so einzementiert worden, dass es guten LehrerInnen – Salcher nennt sie Meister- oder Musterpädagogen – beinahe unmöglich sei, im Schulalltag zu bestehen. Der Lehrergewerkschaft wirft Salcher vor, sie verteidige ein System, das Lehrer krank mache und jede Möglichkeit zum Aufstieg verhindere. Siehe dazu Mobbing als Bedrohungsbild bei Lehrern

Andreas Salcher ist als Berater tätig und hat die Sir Karl Popper Schule für Hochbegabte in Wien mitgegründet und ist Initiator des Waldzeller Meetings. Dennoch konnten bis heute noch keine nachhaltigen positiven Langzeiteffekte von speziellen Bildungseinrichtungen und Förderprogrammen für Hochbegabte gemessen werden, und das, obwohl die Ergebnisse anfangs bessere Leistungen, größere Zufriedenheit und mehr Spaß am Unterricht nahelegen, verschwinden die Vorteile einer (hoch)begabungsspezifischen Bildung nach einigen Jahren (Freeman, 1998). Ohne eine langfristige Perspektive zu haben, ist es schwierig, spezielle Programme für Hochbegabte zu rechtfertigen.

Literatur
Freeman, J. (1998) Educating the very able: Current international research. London: The Stationery Office.






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