Ist Gedichte auswendig zu lernen unmodern?

19. Juli 2017 – 14:13

Gedichte auswendig zu lernen stellt für Schülerinnen und Schüler eine große Herausforderung dar. Aus diesem Grund wird es daher heute in der Schule oft vernachlässigt. Viele SchülerInnen verzweifeln an diesem Problem, denn beim Auswendiglernen eines Gedichtes müssen sie sich häufig mit antiquierten Wörtern und Inhalten auseinandersetzen. Dabei haben die meisten Schülerinnen und Schüler keine Probleme, sich auch komplizierte und lange Songtexte sogar in einer Fremdsprache zu merken.
Die meisten klassischen Gedichte waren für den lauten Vortrag vorgesehen, sodass es daher wichtig ist, dass man Gedichte laut liest, wobei der Aufbau der Reime sowie die Versmaße einen Rhythmus vorgeben, der das Lernen erleichtert. Ein guter Einstieg ist, das Gedicht einmal mit der Hand abzuschreiben uns dieses anschließend von dieser eigenen Vorlage laut zu lesen. Den Inhalt eines Gedichten verinnerlicht man am leichtesten, wenn man diesen in eigenen Worten zusammenfasst, um mit der Aussage des Gedichtes vertraut zu werden. Es hilft auch, sich ein Gedicht als eine Geschichte vorzustellen, die man jemandem erzählen will. Unbekannte und nicht geläufige Wörter oder wenig geläufige Bilder sollte man nachschlagen, um den Inhalt des Gedichtes auch zu verstehen. Ein besonderes Augenmerk sollten man auf den Rhythmus legen, denn dieser erleichtert das Auswendiglernen, wobei auch die Struktur der Reime hilfreich ist, um den roten Faden zu behalten. Es hilft auch, bestimmte Stellen im Gedicht als eine Wegweiser hervorzuheben, die durch den lauten Vortrag leiten können. Siehe zum Thema auch



Schulbauten als Lernraum und Lebensraum

7. Juli 2017 – 09:35

Eine Schule, die ein Lern- und Erfahrungsraum für Kinder und Jugendliche sein will, die wirksame und nachhaltige Lern- und Bildungsprozesse ermöglichen und systematisch fördern soll, muss der architektonischen Gestaltung des Raumes ein hohes Augenmerk schenken. Kein Mensch, also auch nicht SchülerInnen oder LehrerInnen, befindet sich im Raum wie ein Gegenstand in einer Schachtel, und ein Mensch verhält sich auch nicht so zum Raum, als ob er als raumloses Subjekt vorhanden wäre, sondern das Leben besteht ursprünglich in einem Verhältnis zum Raum und kann davon nicht abgelöst werden (vgl. Bollnow 1963, S. 23). Schulbauten spiegeln dabei in gewisser Weise auch eine bestimmte Vorstellung der Pädagogik bzw. Erziehung und Unterricht wieder. Jedoch wird auch heute noch Schulbauten bzw. der architektonischen Ausgestaltung von Schulen zu wenig Bedeutung beigemessen, obwohl Schulen als langjähriger Arbeitsort bzw. Lebensort gelten und das Schulklima, das Sozialverhalten, die Leistungsbereitschaft und die Arbeitsfreude positiv beeinflussen können. Schulbauten haben letztlich großen Einfluss darauf, wir sich in einer Schule das Lernen gestaltet und wie Lernprozesse ablaufen, um vor allem den Anforderungen moderner Lernformen zu entsprechen. Dabei muss nach Ansicht von Experten eine Modernisierung der Lernräume aber nicht unbedingt mit einem Neubau des Schulgebäudes einhergehen, denn oft kann bereits dessen Umgestaltung viel bewirken, etwa die Schaffung von durch mehrere Klassen genutzte gemeinsame offene Lernlandschaften mit Sitzinseln, Thinktanks wie Medienstationen und flexiblem Mobiliar. Vor allem sollte man die strikte Trennung zwischen Lern-, Versorgungs- und Erholungszonen aufheben, um Räume mehrfach flexibel nutzen zu können und auch zum Lernen an bisher ungewöhnlichen Orten ermutigen. Auch wenn durch selbst organisiertes Lernen der Schülerinnen und Schüler auch die Ruhe verloren geht und Lehrerinnen und Lehrer nicht wie im Klassenzimmer als abgeschirmtem Lernraum stets alles verfolgen können, werden Schülerinnen und Schüler befähigt, auch in rauschreichen Umgebungen fokussiert arbeiten zu können, was diesen später in ihrer beruflichen Laufbahn zugutekommen kann. So kann in einem Schulgebäude ein großer Marktplatz in der Mitte eines Schulgebäudes flexibel von allen genutzt werden, ebenso wie Freiräume in einem großzügig gestalteten Terrassen- oder Balkonbereich.

Literatur & Quellen

Bollnow, O. F. (1963). Mensch und Raum. Stuttgart.
Hammerer, F. & Renner, C. (2005). Die finnische Grundschule Karonen koulu. Zeitschrift Erziehung & Unterricht, 7-8, S 150-169.
https://www.pressetext.com/news/20170706029 (17-07-06)
http://www.stangl.eu/paedagogik/artikel/karonen-koulu.shtml (14-12-21)
http://daten.schule.at/dl/Hammerer,_Franz__Renner,_Clara_Lernen_als_raeumliche_Erfah_.pdf (14-12-21)



Humor im Unterricht

4. Juli 2017 – 08:53

Studien konnten zeigen, dass Schülerinnen und Schüler mehr Freude, weniger Langeweile sowie weniger Ärger erleben, wenn die Lehrerin oder der Lehrer Humor einsetzt, der auf den Lerngegenstand bezogen ist. Der Humor eines Lehrers oder einer Lehrerin beeinflusst nicht nur das emotionale Unterrichtserlebnis, sondern er steht auch in enger Beziehung zu Unterrichtsmerkmalen wie Lehrer-Schüler-Beziehung oder Interessantheit und Klarheit des Unterrichts. Allerdings wirkt der Humor nur dann, wenn er im direkten Zusammenhang mit dem jeweiligen Unterrichtsgegenstand steht, die Beziehung der Lehrerin oder des Lehrers zu den Schülerinnen und Schülern verbessert und dass der Unterricht als interessanter und klarer wahrgenommen wird. Aggressiver Humor beeinträchtigt hingegen vor allem die Beziehungsebene, und Humor, der in keiner Beziehung zu dem steht, was gelernt werden soll, lässt das Interesse am Lerngegenstand eher sinken und stiftet eher Unklarheit.
Richtig eingesetzter Humor ist für LehrerInnen daher ein gutes Mittel, um Stress bewältigen zu können und zur Sicherung von Unterrichtskompetenz beizutragen.

Literatur

http://stangl.eu/psychologie/praesentation/lernklima.shtml (17-07-04)
https://idw-online.de/de/news677510 (17-07-04)



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